Mit 13 Punkten auf dem Konto und Platz fünf in der Tasche ist der FSV Kettwig gut aus den Startlöchern gekommen.

KETTWIG: "Professionelle Betreuung" durch die Rhein-Ruhr-Klinik

tr
13. Oktober 2006, 11:30 Uhr

Mit 13 Punkten auf dem Konto und Platz fünf in der Tasche ist der FSV Kettwig gut aus den Startlöchern gekommen.

Mit 13 Punkten auf dem Konto und Platz fünf in der Tasche ist der FSV Kettwig gut aus den Startlöchern gekommen. "Ich bin sehr zufrieden, hätte nicht damit gerechnet, dass wir oben dabei sind", blickt Eser Karadag entspannt auf die bisherige Ausbeute.

Das kann er auch, schließlich ist der Abwehrrecke aus der FSV-Defensive nicht mehr wegzudenken. "Wir haben ihn damals vom Turnerbund Oberhausen aus der Bezirksliga geholt, jetzt ist er ein absoluter Stammspieler, der konstant gute Leistungen abruft", leuchten die Augen von Kettwigs "Boss" Jöran Steinsiek.
Karadag kann das Kompliment nur weitergeben. "Die Mannschaft ist sehr nett, die Verantwortlichen wissen, was sie machen. Das einzige was man bemängeln kann, ist der Ascheplatz."

Doch auch der unbeliebte Untergrund haut den Ex-Weseler nicht um. "Das kenne ich noch aus meiner Zeit bei Rot-Weiß Oberhausen. Eigentlich bin ich doch ein Aschekind." Kettwig hat zwar mit dem roten Geläuf als einziger Club am Niederrhein noch den uralten Stand, doch dafür ist der Verein in anderen Bereichen weit vorne. Die Kooperation mit der Fachklinik Rhein-Ruhr ist ein voller Erfolg. Das Team von Coach Karl Weiß kann das hauseigene Schwimmbad, den Fitnessraum, die Sauna sowie die zahlreichen Sporthallen nutzen. Physiotherapeut Thorsten Ebel kümmert sich um den Fitness-Zustand der Akteure. "Das Angebot ist super", hat Karadag solche Strukturen bisher noch nicht erlebt. "Ich glaube, dass es in der Verbandsliga einzigartig ist, eine derart professionelle Betreuung zu erhalten." Steinsiek fügt an: "Das, was Jürgen Klinsmann mit dem Nationalteam gemacht hat, ist bei uns Alltag."

Was sich auch auf dem Platz niederschlägt, denn der FSV konnte bisher vier Rückstände in Punkte ummünzen. "Am Anfang musste man sich daran gewöhnen, beim ersten Mal haben uns alle Muskeln weh getan. Ich wusste gar nicht, wie viele man eigentlich hat. Thorsten macht uns beim Dehnen ordentlich lang", lacht der Hobby-Basketballer, der gerne noch eine Liga weiter oben kicken würde. "Vielleicht sogar mit dem FSV", würde sich Karadag gegen einen Aufstieg bestimmt nicht wehren.

"Ich warte auf
das Fernsehen"

Eine Abwehrhaltung muss der 21-Jährige zum Glück auch nicht beim Thema Fremdenfeindlichkeit, welches durch die Attacken gegen Schalkes Gerald Asamoah derzeit heiß diskutiert wird, einnehmen. "Ich habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht", ist der Türke erleichtert. "Die Entwicklung, dass in den Stadien wieder ein Einfluss von rechts zu erkennen ist, ist auf jeden Fall sehr schlecht. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen würde, wenn ich mit rechtsradikalen Äußerungen konfrontiert werde." Doch in seinem Bekanntenkreis ist das kein Thema. "Wir reden eigentlich nicht darüber, denn ich habe auch viele deutsche Freunde", berichtet der in Mülheim geborene Wirtschaftsstudent an der Fachhochschule Bochum. "Es ist auf jeden Fall in den letzten Jahren besser geworden, aber das soll auch so bleiben. Schließlich geht es nur gemeinsam. Ich fühle mich beispielsweise in der Türkei viel unwohler als in meiner Heimat, schließlich bin ich hier geboren."

Der Filmefreak, der noch einen laufenden Kontrakt bis zum 30. Juni 2007 hat, geht allerdings nicht ins Kino, um sich den neuen Gassenhauer von Sönke Wortmann, "Deutschland, ein Sommermärchen", anzuschauen. Der überzeugte Single erklärt: "Als Türke zwischen den ganzen Deutschen fühlt man sich nicht so wohl. Ich habe vor der WM nicht zu Deutschland gehalten, aber die Mannschaft hat mich mit der guten Leistung überzeugt. Das war top, doch ich werde warten, bis der Streifen im Fernsehen gezeigt wird."

Gedulden muss sich Karadag auch am Sonntag. Da Siegfried Materborn seine Elf vom Spielbetrieb zurück gezogen hat, kann der FSV ein spielfreies Wochenende einschieben. "Ich wollte mir eigentlich RWE II gegen Cronenberg anschauen, aber ich weiß nicht, ob unser Coach mit uns trainieren will." Schließlich freut sich Ebel, die Jungs ordentlich lang machen zu können.

Autor: tr

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