Die Hamborner

VLN: HAMBORN - KAPELLEN 2:3 (0:0)

tr
13. November 2004, 20:06 Uhr

Die Hamborner "Löwen" sind momentan so zahm wie ein Schmusekätzchen. Auch gegen den Aufsteiger aus Kapellen kassierte die Mannschaft von Coach Ingmar Putz am gestrigen Samstag Nachmittag eine 2:3 (0:0)-Niederlage.

Die Hamborner "Löwen" sind momentan so zahm wie ein Schmusekätzchen. Auch gegen den Aufsteiger aus Kapellen kassierte die Mannschaft von Coach Ingmar Putz am gestrigen Samstag Nachmittag eine 2:3 (0:0)-Niederlage. "Eigentlich war kein Team besser", grantelte der Ex-Profi. Ganz anders sein SC-Kollege Horst Steffen: "Nach der 2:0-Führung kurz vor Schluss dachte ich eigentlich, dass ich mich zurücklehnen kann."

Das dachten wohl auch die Hamborner direkt zu Beginn der Begegnung. Die 250 Zuschauer im "Holtkamp" sahen eine verunsicherte Heim-Truppe. "Wir hatten am Anfang ordentlich Glück", schnaufte Rüdiger Stiemert, zweiter Vorsitzender der Gastgeber, tief durch. "Wir müssen sicherer werden, die Konter effizienter nutzten", bemängelte Steffen. Eigentlich hätte es zur Halbzeit schon 4:4 stehen können", sah 07-"Boss" Hans Herr den Chancen-Tod auf beiden Seiten.

Die Kicker hoben sich ihr Zielwasser lieber für die letzten chaotischen zehn Minuten auf. Den Duisburger Untergang leitet Torwart Benjamin "Pablo" Abrantes ein. Der Keeper faustete einen Eckball in die Höhe, sprang orientierungslos durch den Strafraum, boxte dann das Leder Frank Klasen vor die Füße. Dieser drosch die Kugel an die Querlatte, Tröster schob in Abstauber-Manier zum 1:0 ein (78.). "Den hätte ich festhalten können", gestand Abrantes. "Es war sicherlich mein Fehler, ein blödes Ding." Sein Kapitän Thorsten Schikofski stimmte zu: "Auch wenn wir hinten nicht die Sicherheit ausstrahlen, um befreit spielen zu können, hat Benni nicht ganz die Form, die man haben muss." Putz kommentierte die Aktion: "Diese Irrfahrt hat die Begegnung entschieden."

Kapellen nutzte die Freiräume und legte nur zwei Minuten später das 2:0 nach (80.). Erst jetzt wurden die "Löwen" wach, Antreiber Ömer Aydin markierte den Anschluss. Doch der Neuling zeigte sich nicht geschockt. Tröster schloss einen Konter, bei dem Abrantes erneut nicht gut aussah, zum 1:3 (87.) ab. "Wenn ich raus komme, muss ich den Ball auch haben", gestand der "Schnapper" ein. Der 2:3-Endstand durch einen Freistoßhammer Aydins (89.) war nur noch Ergebnis-Kosmetik. Putz sauer: "Wenn ich sehe, wie beispielsweise Patrick Schneider in der Zentrale mit der Hacke spielt, gehe ich kaputt. Das ist Jugendfußball."

Trotz der Durststrecke gibt es in Hamborn keine Trainer-Diskussion. "Wir stehen hinter Ingmar", bekräftigten Herr und Stiemert im gleichen Atmezug. "Die Qualität ist vorhanden, wir müssen sie nur endlich abrufen." Hoffentlich gelingt es bei Zeiten, sonst muss man sich in Duisburg wieder mit dem Thema Abstieg beschäftigen.

Hamborn: Abrantes - Obliers, Mansfeld, Lindemann - Callea, Schneider (82. Scholten), Mühlbauer, Brosowski, Schikofski - Balster (71. Erbay), Aydin

Kapellen: Hermes - Maier, Hecker, Dresen (20. Eckholz) - Schneider, Simmons, Raddatz, Klasen, Schulz - Fernandez (65. Schuchardt), Tröster

Tore: 0:1 Tröster (78.), 0:2 Schuchardt (80.), 1:2 Aydin (85.), 1:3 Tröster (87.), 2:3 Aydin (89.) Schiedsrichter: Florian Kötter
Gelbe Karten: Mansfeld, Brosowski - Maier, Schulz Zuschauer: 251

Autor: tr

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