Optimismus ist vor allem im Abstiegs-Kampf ganz wichtig.

SV BOTTROP: Harputlu haut auf die optimistische Pauke

hg
19. Dezember 2003, 11:33 Uhr

Optimismus ist vor allem im Abstiegs-Kampf ganz wichtig. "Ich glaube noch fest daran, dass wir den Klassenerhalt packen", sagt Mesut Harputlu zwar, doch im weiteren Gespräch merkt man, wie genervt und enttäuscht er ist. "Wir bekommen in fast jedem Spiel zwei Gegentore, dann macht es keinen Spaß mehr."

Optimismus ist vor allem im Abstiegs-Kampf ganz wichtig. "Ich glaube noch fest daran, dass wir den Klassenerhalt packen", sagt Mesut Harputlu, Spielmacher beim SV 1911 Bottrop zwar, doch im weiteren Gespräch merkt man, wie genervt und enttäuscht er ist. "Wir bekommen in fast jedem Spiel zwei Gegentore, dann macht es keinen Spaß mehr. Bei uns werden die einfachsten Sachen falsch gemacht", meckert der 27-Jährige. Klingt, als suche Harputlu die Schuld bei seinen Mitspielern. "Wir haben auch richtig gute Spieler. Es ist einfach die Unerfahrenheit in unserer jungen Truppe", stellt der Dribbel-König klar.

Wenn er seine eigenen Stärken beschreibt, glänzen seine braunen Augen wieder: "In Einzelaktionen und im Strafraum bin ich brandgefährlich. Mein Spielverständnis ist gut. Ich weiß immer schon vorher, wo der Ball hinkommt", erzählt der Zidane-Fan stolz. Und seine Schwächen? "Wenn überhaupt, dann bei Kopfbällen. Da mache ich noch zu wenig Tore", sieht der 1,79 Meter große Techniker Verbesserungs-Potenzial. Seinem Selbstbewußtsein schadet dies allerdings nicht: "Ich würde gerne mal in einer richtig guten Mannschaft spielen. Ein Oberliga-Verein mit Aufstiegs-Ambitionen. Ich weiß, dass ich das Zeug dazu hätte und es schaffen würde."

In Bottrop geboren, begann Harputlu im Alter von sechs Jahren beim SC Viktoria Bottrop das Fußballspielen. Nun ist er bereits in der dritten Saison beim SV, wo er zusammen mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Husseyin kickt. "Der hat eigentlich die gleichen Eigenschaften wie ich. Aber wenn wir gegeneinander gespielt haben, war ich immer besser", erinnert sich der ausgebildete Chemikant.

Jetzt freuen sich die Brüder auf die Weihnachts-Tage. Auch wenn die beiden Moslems die Geburt Christi nicht feiern, treffen sie sich in Husseyins Café, spielen Karten und essen Ente. "Das machen wir immer. Wir nutzen die Tage für Besuche bei unseren Eltern und meinen Schwiegereltern", erzählt der junge Familienvater. Sohn Burak kam vor sechs Monaten auf die Welt und "er sieht genauso aus wie ich", freut sich Harputlu. Mit seiner 23-jährigen Ehefrau Aylin, die er in der Schule kennenlernte und im März 2000 heiratete, wird zu Sylvester dann auch das eine oder andere Gläschen gehoben. "An besonderen Tagen mache ich auch mal eine Ausnahme", betont Harputlu, dass er eigentlich gläubig ist und sich an den Koran hält. Sportlich gibt es derzeit nicht viel zu feiern, "ich werde mich aber nicht betrinken."

Autor: hg

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