Detlef Bertram hatte es in den letzten Tagen nicht leicht. Der Mann bezeichnet sich selber als Ur-Hamborner und wurde als Trainer der

Hamborn 07: Bertram trat zurück, Putz/Callea übernehmen

tr
22. November 2003, 13:42 Uhr

Detlef Bertram hatte es in den letzten Tagen nicht leicht. Der Mann bezeichnet sich selber als Ur-Hamborner und wurde als Trainer der "Löwen" bereits beim morgendlichen Marsch zum Bäcker von allen Seiten auf die sportliche Situation des Traditionsvereins angesprochen.

Detlef Bertram hatte es in den letzten Tagen nicht leicht. Der Mann bezeichnet sich selber als Ur-Hamborner und wurde als Trainer der "Löwen" bereits beim morgendlichen Marsch zum Bäcker von allen Seiten auf die sportliche Situation des Traditionsvereins angesprochen.

Klar, Hamborn 07 befindet sich in Abstiegsgefahr und das Volk leidet mit. "Ich musste mich all diesen Sorgen und Nöten stellen und habe das auch gemacht", sagte Bertram, der deshalb "ständig unter Dampf" stand. "Ich kam nicht zur Ruhe", erzählte der Coach und zog am Dienstagabend schließlich die Konsequenzen. "Bevor ich eine Herzattacke kriege, stelle ich meinen Posten lieber zur Verfügung", erklärte Bertram der Mannschaft vor dem Training seinen Rücktritt.

Der Hamborner Vorstand nahm die Entscheidung eher zähneknirschend zur Kenntnis. "Wir müssen das akzeptieren. Bertram hat die ganze Entwicklung gesundheitlich arg zugesetzt", sagt der Vereinsvorsitzende Hans Herr, der gerne mit dem Coach weitergearbeitet hätte. Denn die Probleme werden durch dessen Rücktritt nicht gelöst. Der Mannschaft fehlt die Konstanz, in den Spielen wurde deutlich, dass im Kader momentan nicht mehr drin steckt. Bertram probte schon etliche personellen Varianten, die nötigen Ergebnisse stellten sich aber dennoch nicht ein. "Eigentlich benötigt der Club im Winter noch drei Neuzugänge. Einen für jeden Mannschaftsteil", empfiehlt Bertram, der weiß, dass das finanziell kaum machbar ist.

Hans Herr bestätigt das. Geld für Neue ist nicht da, stattdessen hofft Hamborn auf die Wiedergenesung der langzeitverletzten Stürmer Rene Albrecht und Christian Kinowski. Auch am Trainerstuhl wird gespart. Mindestens bis zur Winterpause übernehmen die Spieler Ingmar Putz und Pitti Callea die Verantwortung, dann wolle man schauen, wie die Mannschaft diese Variante annimmt. Beide werden aber auch weiter spielen. "Wir können auf Callea und Putz nicht verzichten", sagt Herr. Zumindest Callea weiß, wie das geht. Im letzten Jahr half er als spielender Co-Trainer unter Bernard Dietz bei den MSV-Amateuren aus. Und beim "Enatz" kann man eine Menge lernen.

Trotzdem droht Hamborn ein kalter Winter. In zehn Tagen steigt das Kellerderby gegen Bottrop, danach warten auf Hamborn bis Weihnachten die vom Papier her unlösbareren Aufgaben gegen RW Oberhausen (A) und TuRu Düsseldorf. "Wenn wir die drei Punkte aus dem Bottrop-Spiel holen, wäre ich schon zufrieden. Dann können wir nach der Winterpause einen Neuanfang starten", meint Herr. Keine besonders verlockende Perspektive. Es ist dem Verein zu wünschen, dass nicht doch noch jemand eine Herzattacke erleidet.

Autor: tr

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