Schonungslos wurden den Schwertern in Kornhapren die Augen geöffnet.

SCHWERTE: Trainer Sievers hinterfragt sich selbst

tr
10. November 2006, 15:23 Uhr

Schonungslos wurden den Schwertern in Kornhapren die Augen geöffnet.

Schonungslos wurden den Schwertern in Kornhapren die Augen geöffnet. Die 0:5-Klatsche zeigt deutlich, dass der VfL in dieser Spielzeit wohl bis zum Schluss um den Klassenverbleib zittern muss, denn so schlecht stand der VfL noch nie in der Tabelle, die Pleite war zudem die höchste der vereinsinternen Verbandsliga-Geschichte. Der Schützenhof ist für seine himmlische Ruhe bekannt. So auch in dieser schweren Stunde. Die Clubführung steht hinter Coach Bodo Sievers, doch diesen ereilen langsam die Selbstzweifel. RS sprach mit dem Trainer über seine Gedanken und die nächsten wichtigen Wochen.

Hallo Herr Sievers, wie gehen Sie mit der aktuellen Situation beim VfL um?

Man kann nicht nur immer nach Siegen und Niederlagen schauen. Es geht darum, wie man sich präsentiert. Man kann in Kornharpen verlieren, aber die haben uns nach allen Regeln der Kunst vorgeführt und das geht nicht.

Wo sehen Sie die Gründe für die fehlende Einstellung Ihrer Kicker?

Dass wir fußballerisch nicht so toll spielen, kann man mit unserer Verletzungsseuche erklären. Aber wir haben 24 Mann im Kader. Die Jungs aus der zweiten Reihen wollen immer auflaufen, da kann man dann auch von einer Nummer 18 erwarten, dass sie kämpft. Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, kann man nicht mehr glänzen, sondern trommeln und das machen sie nicht. Und da muss ich mich dann auch hinterfragen.

Folglich denken Sie über einen Rücktritt nach?

Mir liegt der VfL sehr am Herzen. Das kann nicht immer so weiter gehen, da muss einfach mehr vom Team kommen. Bisher habe ich mich immer vor die Truppe gestellt, aber irgendwann ist gut. Wenn man das Gefühl hat, dass die Leute nicht zuhören, ist man über. Ich will damit nicht drohen, sondern die Leute sollen sich Gedanken machen. Denn es geht um die Zukunft des Clubs wie auch deren Zukunft.

Und Ihre? Haben Sie schon eine Entscheidung für sich gefällt?

Nein, wenn ich es hätte, wäre sie schon amtlich. Im Umfeld herrscht absolute Ruhe, keiner stellt meine Person in Frage. Aber so eine Leistung wie gegen Vorwärts halte ich nicht lange durch und tue es mir auch nicht an. Das bedeutet nicht, dass ich die Brocken im Falle der nächsten Niederlage hinschmeiße, wenn wir uns richtig gut präsentiert haben.

Jetzt kommen mit Weißtal, Sodingen und Hassel drei Teams auf Sie zu, die ebenfalls im Keller herum dümpeln. Was erwarten Sie von Ihrer Elf?

Das sind ganz wichtige Partien. Ich will sehen, dass sich die Jungs zerreißen. Im Gegensatz zum Vorjahr fehlt uns natürlich Qualität, dennoch sind wir weit davon entfernt, Panik zu machen. Mit zwei Siegen steht man wieder oben. Gegen Weißtal muss ohne Wenn und Aber ein Dreier her.

Autor: tr

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren