Was sich bereits im Winter andeutete, scheint jetzt bittere Realität zu werden. Der SSV Hagen steht ausgerechnet in seinem 100sten Jubiläumsjahr kurz vor dem Finanz-K.O.!

HAGEN: Ausverkauf wegen Finanz-K.O.

tr
03. September 2005, 18:12 Uhr

Was sich bereits im Winter andeutete, scheint jetzt bittere Realität zu werden. Der SSV Hagen steht ausgerechnet in seinem 100sten Jubiläumsjahr kurz vor dem Finanz-K.O.!

Was sich bereits im Winter andeutete, scheint jetzt bittere Realität zu werden. Der SSV Hagen steht ausgerechnet in seinem 100sten Jubiläumsjahr kurz vor dem Finanz-K.O.! Gehälter werden seit geraumer Zeit schon nicht mehr oder nur zum Teil bezahlt und etliche Spieler-Verträge wurden jetzt aufgelöst: Jörg Sauerland wechselt zum Landesligisten Aplerbeck 09, Marco Schott geht zum VfB Hüls, Dimitrios Pappas steht auf der Wunschliste von Rot-Weiss Essen.

Achilleas Courtoglu (zurück nach Oestrich?), Erdal Kaleoglu (Deal mit Westfalia Rhynern zerschlug sich in letzter Sekunde) und Fabio de Souza haben auf die Schnelle keinen neuen Club mehr gefunden, wollen aber weg. "Schade, die Mannschaft war super, es hat Spaß gemacht", ist Schott traurig, dass es so ein jähes Ende nehmen musste. "Man kann mir Fahnenflucht vorwerfen, aber irgendwann brauche ich einfach Sicherheit. Außerdem ist beim SSV keine Besserung in Sicht."
Eine tragische Rolle nimmt Trainer Frank Benatelli ein. Der frühere Bochumer Profi wollte eigentlich nicht in die Verbandsliga runter, wurde dann mit Aufstiegs-Träumen ins "Ischeland-Stadion" gelotst. "Die Mannschaft hat sich bereit erklärt, auf 20 Prozent der Gehälter zu verzichten. Es ist traurig, dass es selbst so nicht reicht", berichtet der ehemalige Essener Schwarz-Weiße.

Wie es mit dem SSV weiter gehen soll, steht in den Sternen. "Die zweite Mannschaft soll wohl noch auflaufen, aber ich weiß nicht, ob es gut geht", zuckt Benatelli mit den Schultern. Auch Schott hat von diesem Plan gehört: "Sie werden versuchen, weiter zu spielen. Was kann die Jugend-Abteilung dafür?"

Falls die Elf zurück gezogen wird, die Akteure aber auf ihre Kontrakte pochen, bleibt Hagen nur noch die Insolvenz.

Autor: tr

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