Slupek hat den Verein auf Schadensersatz und Gehaltsanspruch verklagt, da er im Monat Januar 2003 und im Zeitraum 1. Mai 2003 bis 30. Juni 2004 sein mündlich zugesichertes Gehalt in Höhe von 500 Euro netto beziehungsweise 975 Euro brutto nicht erhalten hatte.

HERNE: 13.500 Euro für Slupek

tr
08. April 2005, 12:24 Uhr

Slupek hat den Verein auf Schadensersatz und Gehaltsanspruch verklagt, da er im Monat Januar 2003 und im Zeitraum 1. Mai 2003 bis 30. Juni 2004 sein mündlich zugesichertes Gehalt in Höhe von 500 Euro netto beziehungsweise 975 Euro brutto nicht erhalten hatte.

Am Mittwoch ging die lang erwartete Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Herne über die Bühne. Marco Slupek contra Westfalia Herne. Slupek hat den Verein auf Schadensersatz und Gehaltsanspruch verklagt, da er im Monat Januar 2003 und im Zeitraum 1. Mai 2003 bis 30. Juni 2004 sein mündlich zugesichertes Gehalt in Höhe von 500 Euro netto beziehungsweise 975 Euro brutto nicht erhalten hatte. Das Urteil: Der SCW muss Slupek 13.500 Euro Schadensersatz bezahlen und zusätzlich für die letzten 24 Monate genaue Abrechnung auf der sogenannten "500 Euro Netto-Basis" vorlegen. Nach Aussagen des Clubs erhielt Slupek aber nur 200 Euro Grundgehalt zuzüglich seiner Fahrtkosten.

Als RevierSport Hernes Anwalt Andreas Kirchmeyer mit dem Ergebnis konfrontierte, war dieser überrascht. Denn Kirchmeyer hatte zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Peter Pelster, zweiter stellvertretender Vorsitzender der Schloss-Herren, das Gericht bereits verlassen. "In meinen Augen war die Sache noch nicht entscheidungsreif. Deswegen sind wir gegangen, als sich die Richter zur Beratung zurück zogen. Aber wir werden vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm Berufung einlegen." Slupeks Rechtsvertreter Horst Kletke: "Für mich war klar, dass ein Urteil gefällt wird. Die sollen ruhig in die nächste Instanz gehen. Für uns ist dieses Urteil ein großer Erfolg."

Der aber noch schlimme Konsequenzen für die Westfalia haben kann. Denn im Gerichtssaal waren auch aufmerksame Zuhörer, von Finanzamt und der Berufsgenossenschaft. Und die dürften auch im Bezug auf das Ergebnis große Ohren bekommen haben. "Es gab Interessantes zu hören", ist sich Kletke sicher: "Denn die vorgelegten Abrechnungen haben hinten und vorne nicht gestimmt." Kletke konkretisiert: "Wenn man immer 500 Euro netto zahlt, aber nur 200 Euro brutto plus die Fahrtkosten in den Unterlagen angibt, kann etwas nicht stimmen. Deshalb wurde auch Betreuer Klaus Loose vernommen, der die Umschläge mit den Geldern den Spielern übergeben hat." RevierSport berichtete über diesen Vorwurf bereits im Fall Fatih Tastan am 20. Mai 2004.

Kirchmeyer stimmt zu: "Herr Loose hat bekundet, das getan zu haben." Kletke weiter: "Als der Richter wissen wollte, wer die Zahl 500 in die rechte obere Ecke des Umschlags geschrieben hat, verneinte der Zeuge Loose. Kirchmeyer sagte daraufhin: Dann muss es wohl der Vorstand gewesen sein. Von seinem Nachbarn Pelster kam kein Einspruch. Ein klassisches Eigentor." Das sieht Kirchmeyer anders. "Wir haben lediglich bestätigt, dass Herr Loose die Umschläge vom Vorstand erhalten hat."

Ob und wie die öffentliche Hand reagieren wird und der sportliche Bereich mit Blick auf die Lizenz darunter leiden muss, bleibt abzuwarten. Kirchmeyer locker: "Darüber mache ich mir keine Sorgen, denn wir sind schon geprüft worden."

Autor: tr

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren