Bei der STV Horst regiert das Chaos. Finanziell am Ende und sportlich im Sturzflug durch die Liga, musste Trainer Peter Anders dran glauben.

STV HORST - Acht Stück bei Brandt-Debüt

hb
19. April 2004, 10:06 Uhr

Bei der STV Horst regiert das Chaos. Finanziell am Ende und sportlich im Sturzflug durch die Liga, musste Trainer Peter Anders dran glauben.

Bei der STV Horst regiert das Chaos. Finanziell am Ende und sportlich im Sturzflug durch die Liga, musste Trainer Peter Anders dran glauben.

Zwei Wochen nach der zum Sommer geplanten vorzeitigen Auflösung des eigentlich bis 2005 datierten Vertrags wurde die Trennung vorgezogen. „Aus dem Zweijahres- ist leider nur ein Neunmonats-Vertrag geworden. Der Entschluss hat nichts mit den Qualitäten von Peter Anders zu tun, aber wir mussten die Reißleine ziehen. Die Mannschaft wirkte zuletzt total verunsichert”, begründet der Sportliche Leiter Rüdiger Kürschners den Schritt, der Anders unvorbereitet traf. „Ich habe keine Not gesehen, dass wir auseinander gehen”, entgegnet der Geschasste. „Ich will ihm nichts vorwerfen, konnte aber nicht verstehen, dass er meinte, seine sportlichen Perspektiven in Horst nicht verwirklichen zu können. Die wirtschaftlichen Probleme waren ihm vorher bekannt”, betont Kürschners.

Nach einem Gespräch mit dem Spielerrat, den Kapitän Christof Osigus und Routinier René Woischny vertraten, fiel die Entscheidung gegen Anders. „Wir haben gefragt: Kann der Trainer die Truppe noch erreichen?”, klärt Kürschners auf. Die Antwort muss negativ ausgefallen sein, obwohl „Ose” betont: „Die Mannschaft hat mit der Entwicklung nichts zu tun. Die meisten Spieler hatten ein gutes Verhältnis zu Peter Anders, einige aber fühlten sich nicht mehr so motiviert”, erklärt der Keeper mit Blick auf die Ersatzleute, für die eine Trainer-Diskussion der willkommene Anlass ist, ihre eigene Situation zu verbessern. „Wenn nicht einige Leute schon mit Horst abgeschlossen hätten und mit ihren Gedanken bei einem neuen Verein wären, hätten wir diese Talfahrt nicht genommen”, meint Osigus.

Zwei Punkte und nur ein geschossenes Tor in 2004 lassen deutliche Auflösungs-Erscheinungen erkennen. Die Risse zu kitten ist nun die Aufgabe von Co-Trainer Matthias Brandt, der zum Auftakt eine 1:8-Klatsche beim Abstiegs-Konkurrenten TuS Sundern kassierte. Dennoch soll Brandt die Truppe bis Ende Mai vor dem totalen Absturz retten, ehe er sich zum Orts-Nachbarn verabschiedet. „Ich mache das nur übergangsweise, da ich bei Horst 08 im Wort stehe“, nickt Brandt.

Unterstützung erhält Brandt von Kürschners, dem er zuvor sechs Jahre lang als Assistent diente. Kein Thema ist ein vorzeitiger Wechsel des künftigen STV-Coaches Helmut Gorka, der noch bis zum Saisonende die RWE-Landesliga-Reserve betreut.

Nachgefragt
Peter Anders, wie groß ist Ihre Enttäuschung nach dem Rausschmiss in Horst?
Ich bin vor allem von der Art und Weise enttäuscht, wie es abgelaufen ist. Rüdiger Kürschners hat noch letztens zu mir gesagt: Trainer, du kannst alle Spiele verlieren, das ist überhaupt kein Thema. Nun hat die Entwicklung seit der Vertragsauflösung zur Trennung tendiert.

In wie fern?
Aufgrund der bekannten wirtschaftlichen Probleme herrscht Unruhe im Verein. In Horst muss jetzt wieder eine neue Mannschaft gesucht werden. Ich wollte gewisse Strömungen verhindern, dass die Spieler nicht dauernd fragen, wie es im Club aussieht.

Trauen Sie Ihrem Nachfolger Matthias Brandt zu, dass er den Abwärtstrend stoppen kann?
Das muss man sehen. Er hat noch nie eigenverantwortlich als Trainer gearbeitet, aber in Rüdiger Kürschners einen erfahrenen Mann hinter sich. Die Mannschaft hat genügend Potenzial, außerdem ist bei sieben Punkten Abstand auf die Abstiegsränge die Gefahr relativ gering, dass es noch einmal eng wird.

Autor: hb

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