Gerhard Dyballa ist eine echte Attraktion in der Verbandsliga. Mit mittlerweile 38 Jahren bringt der Hohenlimburger immer noch Top-Leistungen. Doch so langsam denkt der zweikampfstarke Libero auch ans Aufhören.

H`LIMBURG: "Opa" Dyballa zeigt, was er noch kann

hg
23. Dezember 2003, 14:33 Uhr

Gerhard Dyballa ist eine echte Attraktion in der Verbandsliga. Mit mittlerweile 38 Jahren bringt der Hohenlimburger immer noch Top-Leistungen. Doch so langsam denkt der zweikampfstarke Libero auch ans Aufhören.

Gerhard Dyballa ist eine echte Attraktion in der Verbandsliga. Mit mittlerweile 38 Jahren bringt der Hohenlimburger immer noch Top-Leistungen. "Natürlich hilft mir die Erfahrung. Ich bin zwar nicht mehr so schnell wie früher, aber mit meinem Stellungsspiel kann ich das ziemlich gut wettmachen", erklärt der Betriebs-Schlosser. Für seinen Coach Horst Quade ist Dyballa ein Phänomen: "Gerd ist ungemein zuverlässig. Und ich finde es erstaunlich, dass er in seinem Alter in der Verbandliga so tolle Spiele abliefert."

Dyballa selbst hält sich da an Jürgen Kohler, der auch erst im Alter von 37 Jahren seine Karriere beendete. "Auch wenn der jünger ist als ich, war Kohler immer mein Vorbild. Seine Spielweise und die Einstellung auf dem Platz hat mich beeindruckt", erzählt Dyballa. Auch Qaude lobt seinen "Oldie" für diese Eigenschaften: "Gerd ist nicht nur im Spiel, sondern auch im Training mit vollem Eifer dabei." Den Grund liefert der BVB-Fan ("als Junge war ich oft im Stadion") selbst: "Ich bin immer noch jeden Sonntag heiß auf die 90 Minuten. Der Reiz am Fußballspiel ist noch da." Auch körperlich fühlt sich der in Groß-Neukirch (Polen) geborene Dyballa noch auf Verbandsliga-Niveau. Erst eine Verletzng musste er in seiner langen Karriere auskurieren: "Mit 20 Jahren hatte ich mal einen Kreuzbandriss sowie einen doppelten Bänderriss. Da konnte ich ein Jahr lang gar nicht spielen. Zum Glück bin ich ansonsten aber verschont geblieben."

Doch so langsam denkt der zweikampfstarke Libero auch ans Aufhören: "Wahrscheinlich hänge ich nach dieser Saison noch ein Jahr dran. Danach kann ich mir vorstellen, Trainer zu werden. Zunächst im Jugendbereich, aber später würde ich gerne auch mal für eine Senioren-Mannschaft verantwortlich sein."

Von seinen Kindern bekommt der Schlager-Fan (Lieblingssänger: Bernhard Brink) volle Unterstützung: "Nadine fand früher, dass ich zu viel Fußball spiele. Aber jetzt ist sie 14 Jahre alt, da freut sie sich, wenn ich mal nicht zu Hause bin." Sein Sohn Marcel (10) kickt selber und "der ist begeistert. Wahrscheinlich halten meine Kinder mich so jung."

Dyballa ist geschieden, seit vier Monaten wohnen seine beiden Sprösslinge bei ihm. Auf dem Platz wurde der alleinerziehende Vater auch schon als "Opa" bezeichnet, aber "dem habe ich dann gezeigt, was der al te Mann noch kann." Sein Coach lacht: "Gerd spielt gegen Stürmer, die seine Söhne sein könnten." Doch Dyballa hat damit kein Problem: "Nicht das Alter zählt, sondern die Leistung."

Autor: hg

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren