HERNE: Andre Dohms Rückkehr in die Heimat

hg
07. November 2003, 12:45 Uhr

Als Fußballer ist der Besuch des Kinofilms „Das Wunder von Bern„ Pflicht. Andre Dohm, Mittelfeldakteur bei Westfalia Herne, hat die Weltmeisterschaft 1954 sogar schon zwei Mal auf der großen Leinwand gesehen.

Als Fußballer ist der Besuch des Kinofilms „Das Wunder von Bern„ Pflicht. Andre Dohm, Mittelfeldakteur bei Westfalia Herne, hat die Weltmeisterschaft 1954 sogar schon zwei Mal auf der großen Leinwand gesehen. „Zunächst mit meiner Familie, dann mit der gesamten Mannschaft. Nur zwei von uns waren eingeweiht, Trainer Frank Schulz wollte uns damit überraschen. Eigentlich war der Termin als Besprechung angesetzt, dann sind wir alle ins Kino gefahren", blickt der 33-Jährige begeistert zurück.

Solche spontanen Aktionen stärken den Zusammenhalt in der Truppe, sogar privat trifft man sich: Dohm, seit 1999 mit seiner Frau Sandra (32) verheiratet, unternimmt viel mit Keeper Oliver Bautz, dem derzeit verletzten Toni Kotziampassis, Mittelfeldmann Christoph Dannhausen und seinem langjährigen Freund Thomas Siegesmund. Vielleicht gehen die fünf bald auch wieder ins Kino, einen Film hat sich Spielmacher Dohm bereits ausgeguckt: „Ich warte schon sehnsüchtig auf den nächsten Teil von Herr der Ringe."

Hernes Nummer acht weiß noch mehr zu berichten: „Immer zuverlässig sein, denn das bekommt man später immer zurückgezahlt„. Auch sein Coach bestätigt dies: „Auf Andre kann man sich immer verlassen, auch außerhalb des Platzes. Er hat immer ein offenes Ohr für seine Mitspieler, organisiert viel für die Truppe. Ich wollte ihn vor der Saison unbedingt haben - nicht nur wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten.„
Der gebürtige Herner Dohm fühlt sich nach seiner Rückkehr zu seinem Heimatverein Westfalia sichtlich wohl. „Es ist einfach etwas besonderes in unser Stadion einzulaufen und vor Fans zu spielen, die mit richtiger Begeisterung dabei sind. Es macht richtig Spaß" , erzählt der junge Familienvater (Tochter Lenya kam am 17. Mai zur Welt).

Von schweren Verletzungen blieb der passionierte Skifahrer bisher verschont: Nur 1994 brach er sich eine Sprunggelenkskante. „Toi, toi, toi, das war bisher meine einzigste Verletzung. Aber jetzt denke ich nur noch von Jahr zu Jahr, noch fühle ich mich fit. Wenn ich gesund bleibe und die anderen mir nicht weglaufen, bleibe ich dabei. Ansonsten haben wir auch noch eine sehr starke Altherren-Mannschaft" , beschreibt der Ex-Schalker (drei Jahre in der Jugend, fünf im Amateurteam) seine Zukunftsgedanken. Leistungsmäßig gehört der stellvertretende Kapitän aber längst nicht zum alten Eisen. Schulz: „Er ist ein sehr wichtiger Mann für uns. Aber seine spielerischen Möglichkeiten hat er leider nicht ganz ausgeschöpft. Er ist ja auch beruflich sehr stark engagiert, da kann man das verstehen."

Mit dem Fußballspiel begann Dohm, der Verkaufsleiter in einem Dortmunder Elektrogeschäft ist, schon mit zwei Jahren: Seine Großeltern hatten eine Gaststätte an einem Sodinger Sportplatz. Mit fünf Jahren trat er dem SV Sodingen bei. „Schon in der Schule war Sport neben Englisch und BWL mein Lieblingsfach. Aber ich glaube, es gibt keinen Fußballer, der das nicht sagt„, erinnert sich der Bon Jovi- und Robbie Williams-Fan. Nur Physik und Chemie mochte er nicht. Doch damit muss er sich nun auch nicht mehr beschäftigen: Mit Westfalia kann er den Sprung in die Oberliga schaffen. Derzeit steht man auf dem zweiten Tabellenplatz. Dohm ist mit drei Saisontoren und seinen Führungsqualitäten erheblich daran beteiligt. „Die Voraussetzungen für uns sind gut. Ich bin sicher, dass wir weiterhin oben dran bleiben, aber sogar der Aufstieg wäre möglich„, gibt sich Dohm (Lebensmotto: „Positiv denken„) optimistisch. Bis dahin sind es aber noch zwanzig Spieltage. Genug Zeit also für weitere Kinobesuche.

Autor: hg

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