LÜNER SV - Peter Marx fragt: Warum macht man das noch?

hb
14. Januar 2007, 10:28 Uhr

Die Rückzüge von Enger und Fichte Bielefeld haben Lünens Geschäftsführer Peter Marx nachdenklich gemacht.

Die Rückzüge von Enger und Fichte Bielefeld haben Lünens Geschäftsführer Peter Marx nachdenklich gemacht.

Peter Marx, Sie sind seit langen Jahren als Geschäftsführer für den Lüner SV ehrenamtlich tätig und kennen sich in der Oberliga sowie der Verbandsliga aus. Wie bewerten Sie den K.O. in Enger und den drohenden bei Fichte Bielefeld?

Das ist sehr schade und für einen geregelten sportlichen Wettbewerb überhaupt nicht gut, auch wenn wir von dem Aus in Westerenger profitiert haben. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade Vereine mit nur einem Hauptsponsor im Rücken diese Rückzüge erleben. Allerdings glaube ich nicht, dass dieses Phänomen nur unsere Liga betrifft.

Der LSV hatte in den vergangenen Jahren mit ähnlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wieso haben Sie durchgehalten?

Weil wir mit den Institutionen, bei denen wir Verbindlichkeiten hatten, langfristige Abzahlungen vereinbaren konnten. Ich gebe aber zu, dass wir 2001 vor einer ähnlichen Situation wie damals der FC Gütersloh standen, weil wir beim Finanzamt hohe Rückstände hatten. Inzwischen stehen wir wieder auf einem soliden Fundament, auch wenn wir uns keine großen Sprünge erlauben können.

Ganz im Gegensatz zum SC Wiedenbrück, der mit hochkarätigen Einkäufen auf sich aufmerksam macht!

Wiedenbrück hat zurzeit einen Etat, der sicher doppelt so hoch ist wie unserer. Meines Wissens steckt da auch ein größerer Geldgeber dahinter. Der will unbedingt aufsteigen und pulvert daher einiges in die Mannschaft und auch ins Stadion. Aber wenn der plötzlich keine Lust mehr haben sollte, dann ist abzusehen, was passiert.

Lohnt sich der Aufwand überhaupt noch, wenn man die Zuschauerzahlen im Amateur-Fußball sieht?

Das ist eine gute Frage! Mit Fichte Bielefeld haben wir zum Beispiel schon in der Oberliga zusammen gespielt. Ich war immer mit in der 'Rußheide', in diesem riesigen, für Zweitliga-Verhältnisse reichenden Stadion haben sich immer 250 Leute verloren, davon kam mindestens die Hälfte aus Lünen. Auch wir im 'Schwansbell' haben nur noch einen Schnitt von 250 Besuchern bei den Heimspielen, dafür aber einen festangestellten Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Die ist an jedem Wochentag sieben Stunden geöffnet und der Mann hat mit dem ganzen Verwaltungskram gut zu tun. Wenn man dann Aufwand und Ertrag gegenüberstellt, fragt man sich schon bisweilen: Warum macht man das noch?

Autor: hb

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