Das war ein Schock! Am Mittwoch Morgen stürmte die Steuer- und Zollfahndung alle Geschäftsräume der DJK Germania Gladbeck.

GLADBECK: Steuer- und Zollfahndung bei Stienen

tr
13. Januar 2006, 10:42 Uhr

Das war ein Schock! Am Mittwoch Morgen stürmte die Steuer- und Zollfahndung alle Geschäftsräume der DJK Germania Gladbeck. "Uns wird illegale Beschäftigung vorgeworfen", berichtet Rolf Schobert.

Das war ein Schock! Am Mittwoch Morgen stürmte die Steuer- und Zollfahndung alle Geschäftsräume der DJK Germania Gladbeck. "Uns wird illegale Beschäftigung vorgeworfen", berichtet Rolf Schobert. Der erste Vorsitzende des Gesamtvereins konnte es kaum glauben, als Beamte die Büros auf den Kopf stellten. "Die Versäumnisse betreffen allerdings nur die Abteilung Fußball. Ich habe mich lange mit den Fahndern unterhalten, sie waren auf der Suche nach Leuten, die Doppelbezüge kassieren."

Ziel war, herauszufinden, ob "Spieler beispielsweise Hartz IV-Empfänger sind und ihren Verdienst von uns nicht angegeben haben. Die Suche war auf ganz bestimmte Personen konzentriert. Unterlagen, Verträge, Adressen etc. wurden mitgenommen", erklärt der Funktionär.

Bei einer Lohnsteuer-Prüfung des Finanzamtes Gladbeck waren gewisse Unstimmigkeiten aufgefallen. "Sollten die Einkünfte nicht angemeldet sein, wäre es der Ansatz zur illegalen Beschäftigung", hat sich Schobert bereits Rechtsbeistand eingeholt, weiß auch, dass "wir nicht ganz ungeschoren davon kommen werden." Seine Vermutung: "Wenn man Erfolg hat, werden sehr schnell Neider auf den Plan gerufen. Irgend einer hat geplaudert. Es ist doch viel leichter, jemanden anzuschwärzen, als es später wieder aus der Welt zu schaffen", sieht Schobert einen Image-Schaden für die DJK.

Da der ausgegliederte Fußball-Bereich autark arbeitet, muss wohl Vorsteher Ulrich Stienen seinen Kopf hinhalten. "Er ist als Abteilungsleiter verantwortlich", stellt Schobert klar, hat natürlich auch die fragwürdige Zahlungsmoral seines Angestellten mitbekommen. Nach RS-Informationen soll der Versicherungs-Vertreter der "Provinzial" immer noch nicht seinem Ex-Trainer Frank Schiel die ausstehenden Euros überwiesen haben. Auch Hertens Sebastian Stempel wartet seit dem Sommer noch auf seine "Moneten". Schiels Frist lief am gestrigen Mittwoch ab, sodass ein Rechtsstreit drohen könnte. "Wir machen die ganze Geschichte transparent", will Schobert die undurchsichtigen Machenschaften Stienens durchleuchten und die für den Gesamtverein schmutzige Geschichte schnellstens aufklären. "Wenn es sein muss, werden auch personelle Konsequenzen gezogen."

Womit der seit 15 Jahren im Amt stehende "Boss" wohl auch Stienen meint. "Am heutigen Donnerstag werden wir uns zusammen setzen und über die Vorkommnisse reden", berichtet Schobert: "Ich habe auch kein Problem, dass wir im Notfall mit der Fußball-Mannschaft ein oder zwei Ligen absteigen und dann einen Neuanfang machen. Die Oberliga-Lizenz unterschreibe ich nur, wenn mir Ulrich einen exakt kalkulierten Finanzplan vorlegt." Spötter meinen, dass dies wohl aussichtslos sein dürfte. Hamm könnte die Aufstiegs-Korken schon knallen lassen.

Autor: tr

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