LÜNER SV - Mit Mittelmaß völlig zufrieden

hb
21. Dezember 2004, 11:42 Uhr

Der Lüner SV ist die mittelmäßigste Mannschaft der Verbandsliga Westfalen I. Mit jeweils fünf Siegen, Unentschieden und Niederlagen sowie dem fast ausgeglichenen Torverhältnis von 23:22 Treffern bei erreichten 20 Punkten hat sich der Oberliga-Absteiger im Grau der Klasse eingenistet.

Der Lüner SV ist die mittelmäßigste Mannschaft der Verbandsliga Westfalen I. Mit jeweils fünf Siegen, Unentschieden und Niederlagen sowie dem fast ausgeglichenen Torverhältnis von 23:22 Treffern bei erreichten 20 Punkten hat sich der Oberliga-Absteiger im Grau der Klasse eingenistet. „Die Tabelle lügt nicht. Nach 15 Spieltagen steht man dort, wo man hin gehört“, stellt Trainer Oswald Semlits fest und hat überhaupt keine Probleme damit. „Der achte Platz ist durchaus in Ordnung, damit kommt man im Lüner Umfeld gut klar.“

Schließlich wollten viele Nörgler die Rot-Weißen nach ihrem katastrophalen Saisonstart schon in die Versenkung durchreichen. Doch Semlits und seine Truppe strafte alle Kritiker Lügen. Zum Abschluss der Hinrunde gab es zwar auch kein Fußball-Fest, aber gegen Abstiegs-Kandidat Dornberg einen wertvollen Dreier auf schwierigem Geläuf. „Die Mannschaft hat noch einmal Charakter gezeigt und mit dem richtigen Engagement die Punkte erzwungen“, freut sich der frühere MSV-Profi.

Wenn sich die Truppe am morgigen Freitag zum Weihnachtsessen trifft, müssen sich einige Kicker beim Run auf Speisen und Getränke etwas zurück halten. Denn in Lünen und Umgebung werden vor und nach Weihnachten die „Hallenkönige“ gesucht. Am Samstag ist der LSV bei den Stadt-Meisterschaften in Unna vertreten, am 29. Dezember wird der klassenhöchste Verein in der eigenen City gejagt. „Da kommen nur die Spieler zum Einsatz, die sich freiwillig melden und keine Bänder- oder Kapselprobleme haben“, sortiert Semlits seinen Kader nach Parkett-Akrobaten aus. Das erste Training auf dem Platz steigt am 23. Januar. Zwei Wochen zuvor steht die Hauptrunde bei den Lüner-Stadt-Meisterschaften (8.1.) sowie die Teilnahme beim Hallen-Turnier in Gronau-Epe an.

Viel lieber aber würde sich Semlits gar keine Gedanken um die Winterpause und eine möglichst sinnvolle Nutzung dieser machen. „Wenn wir mit der Vorbereitung anfangen, spielen die beiden Bundesligen schon. Die Regional- und Oberligen fangen etwas später an, aber immer noch vor uns. In der Verbandsliga liegen aber zwischen dem Ende der Hin- und dem Beginn der Rückrunde zweieinhalb Monate. Das macht überhaupt keinen Sinn“, ereifert sich der 46-Jährige. „Wenn man dann Ende Februar tatsächlich wieder anfängt, gibt es noch lange keine Gewähr dafür, dass wirklich gespielt werden kann. Dafür ist im Mai schon wieder Schluss und in den Monaten Juni und Juli, wenn die Leute bei schönem Wetter tatsächlich auf den Fußball-Platz gehen würden, ist dann Sommerpause“, fasst sich Semlits an den Kopf. „Leider haben die Amateur-Vereine aber keine echten Interessens-Vertreter in den Verbänden, sodass sich an den Terminplänen nie etwas ändern wird, obwohl uns gerade im Winter das Klima immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.“

Autor: hb

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