Auch für Sven Bender war das 4:4-Remis gegen VfB Stuttgart ein ganz besonderes Spiel. „Wie im falschen Film“, sei er sich vorgekommen, berichtet er im Interview.

BVB: Bender-Interview

"Hey, das ist jetzt das Limit"

06. April 2012, 13:27 Uhr

Auch für Sven Bender war das 4:4-Remis gegen VfB Stuttgart ein ganz besonderes Spiel. „Wie im falschen Film“, sei er sich vorgekommen, berichtet er im Interview.

Sven Bender, eigentlich gelten Sie als unzerstörbar, zuletzt allerdings mussten Sie eine Pause einlegen und auf der Bank Platz nehmen. Wie ist es inzwischen um Ihre Fitness bestellt?

Es geht auf jeden Fall besser. Nach dem Augsburg-Spiel war ich ziemlich krank und bin zwei Tage nicht aus dm Bett gekommen. Aber langsam kommen Power und Spritzigkeit wieder.

[b]Es heißt, Sie hätten selber das Gespräch mit dem Trainer gesucht und ihm berichtet, dass Sie nicht richtig fit seien?

[/b]Ich bin einfach ehrlich und sage auch, wenn ich weiß, dass mir die Power fehlt. Da muss ich dann nicht lange drumherum reden. Ich hatte einfach ein paar Sachen, die der Körper erstmal verarbeiten muss. Den Kieferbruch zum Beispiel. Und irgendwann sagt der Körper dann halt ‚Hey, das ist jetzt das Limit, über das du nicht hinaus gehen kannst‘.

Es gab kaum ein Spiel, aus dem Sie nicht angeschlagen herausgegangen sind!
Das stimmt. Wenn man sieht, was ich alles für Verletzungen hatte, würde man denken, dass es ein echtes Seuchenjahr war. Aber ich habe ja dennoch 22 Bundesligaspiele gemacht. Das ist schon okay.

Also hatten Sie auch gar kein Problem damit, gegen Stuttgart auf der Bank zu sitzen?
Natürlich sitze ich nicht gerne auf der Bank. Aber ich weiß auch, wie wichtig die Spiele sind und dass wir die Punkte brauchen. Deswegen müssen wir alle die eigenen Eitelkeiten hinten anstellen und im Sinne der Mannschaft denken. Aber es ist nicht so, dass ich sage: Ich will nächstes Mal wieder auf der Bank sitzen.

Der Konkurrenzkampf hat allerdings erheblich zugenommen. Mit Sebastian Kehl, Ilkay Gündogan und Ihnen gibt es drei Sechser auf Augenhöhe.
Wir können doch froh sein, dass wir so einen Konkurrenzkampf haben. Ilkays Entwicklung freut mich enorm, denn er hatte es anfangs wirklich nicht leicht hier. Sebastian Kehl mit seiner Routine und Erfahrung ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft und ich genauso. Ich weiß wie wichtig ich bin. Wir können froh sein, dass wir drei so gute Sechser haben. Andere Mannschaften beneiden uns ganz bestimmt darum.

Braucht es in den drei kommenden Spielen vielleicht auch verschiedene Sechser-Typen?
Es ist doch super, dass wir diese verschiedenen Möglichkeiten haben. In einem Spiel müssen wir vielleicht richtig kompakt stehen, dicht machen und unsere Schnelligkeit nach vorne ausnutzen, in anderen müssen wir selber das Spiel machen. Da ist es doch schön, wenn wir die Wahl haben

Ist diese Breite im Kader vielleicht das entscheidende Plus für den BVB?
Klar. Andere hätten gerne so eine Qualität in der Breite. Dieses hohe Niveau merkt man im Training und in den Spielen. Es kann sicher den Unterscheid machen, dass du genau den Joker bringen kannst, der das Spiel entscheidet - und wir haben die Typen, die das können.

Sie haben jetzt seit 22 Spieltagen nicht mehr verloren und liegen dennoch nur drei Punkte vor den Bayern. Kommt Ihnen das mitunter nicht seltsam vor?
Daran sieht man doch, was beide Mannschaften für eine gute Saison spielen. Wir haben schon immer gesagt, dass man die Bayern nicht abschreiben darf. Zwischen uns gibt es jetzt einen richtig engen Kampf, der auch gut ist für die Spannung in der Liga.

Am kommenden Mittwoch kommt es dann zum direkten Aufeinandertreffen. Ein echtes Endspiel um die Meisterschaft?
Na ja, danach sind ja noch vier Spiele. Aber klar: wenn wir gewinnen, pusht uns das richtig nach oben und dann hast du das Selbstbewusstsein in den Wochen danach. Natürlich hat das Spiel einen Endspielcharakter, aber wir lassen uns davon nicht verrückt machen. Überhaupt verschwenden wir daran noch keine Gedanken, schließlich steht erstmal das Wolfsburg-Spiel an.

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