Die Serien haben weiter Bestand. Während das 1:1-Remis in Ingolstadt für den MSV das vierte ungeschlagene Match in Folge ist, bleibt der FC das Team der Stunde.

Jetzt wird es tierisch

Ausgerechnet "Fremdgänger" Soares

02. April 2012, 14:07 Uhr

Die Serien haben weiter Bestand. Während das 1:1-Remis in Ingolstadt für den MSV das vierte ungeschlagene Match in Folge ist, bleibt der FC das Team der Stunde.

Seit elf Spielen in Serie sind die „Schanzer“ bereits unbesiegt und als einzige Mannschaft noch ohne Rückrundenniederlage – neuer Vereinsrekord. Thomas Oral, erfolgreichster Trainer der Klubgeschichte, wusste aber, dass dafür eine gehörige Portion Glück vonnöten war. „Duisburg hat es verpasst, den Sack frühzeitig zuzumachen. Deshalb können wir mit dem Zähler sehr gut leben.“

Stimmt, denn eigentlich hätte das Kellerduell nur einen Sieger verdient gehabt: den MSV. Selbstbewusst, zweikampfstark und engagiert traten die Gäste auf, ließen Ingolstadt nicht zur Entfaltung kommen. Einziges Manko: Die mangelhafte Chancenverwertung. Es war bereits 14.39 Uhr, ehe sich die Zebras für ihren couragierten Auftritt endlich belohnten. Nach einem Freistoß von Jürgen Gjasula segelte Andre Hoffmann am Ball vorbei, doch Bruno Soares lauerte am kurzen Pfosten und drückte das Leder zum 1:0 über die Linie (54.).

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Von wegen Untreue! Ausgerechnet Soares. Der Brasilianer will Duisburg im Sommer verlassen und sorgte mit dieser Ankündigung für Unruhe im Verein. Denn das Verhalten seiner Berater stößt auf Unverständnis. Der allgemeine Tenor: Der 23-Jährige kann doch nicht mitten im Existenzkampf „fremdgehen“, wie es Comedian Markus Krebs formulierte und mit anderen Klubs verhandeln.

Die Diskussionen um seine Person lassen Soares aber kalt. Viel mehr noch: Der Innenverteidiger hatte wohl mit einem Treffer gerechnet, denn nach seinem ersten Saisoneinschlag kramte der Familienmensch einen Schnuller aus der Hose und widmete das Tor seiner zweieinhalb Monate alten Tochter Rebeca Fontana. „Das ist ein tolles Gefühl“, lachte Soares. Als Andre Hoffmann das hörte, ließ er sich eine kleine Frotzelei nicht entgehen. Denn auf dem Platz ließ er sich noch für den Treffer feiern: „Ich war vorher mit einer Haarspitze dran, aber Bruno hat ihn dann reingedrückt. Das hatte ich erst nicht gesehen. Doch ich gönne unserem frisch gebackenen Papa den Erfolg. Außerdem war es ja auch ein toller Jubel.“

Für den FCI war es der erste Gegentreffer nach 324 Minuten, doch danach versäumte es der MSV, das 2:0 nachzulegen. Daniel Brosinski traf nur den Pfosten (66.), Ingolstadt bekam plötzlich die zweite Luft und das Unheil nahm in der 78. Minute seinen Lauf. Ex-Zebra Manuel Schäffler wurde eingewechselt und benötigte nur fünf Minuten, um zu treffen. Wieder einmal war es ein ehemaliger Duisburger, der dem MSV schadete. Oliver Reck nahm das aber nur am Rande zur Kenntnis und widmete sich lieber seiner Elf: „Auch wenn es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, haben wir erneut mutig nach vorne gespielt. Wir haben die Aufgabe fußballerisch und taktisch gut gelöst. Das Team ist gewillt, die kritische Situation zu lösen.“

Für Duisburg beginnen die tierischen Wochen
Für die anstehenden Aufgaben ist der erneute Punktgewinn jedenfalls Gold wert. Denn nun beginnen für die Zebras die tierischen Wochen. Am Ostersamstag landen die Adler des Spitzenreiters aus Frankfurt in der SLR-Arena, danach geht es zu den Münchner „Löwen“. Auch wenn Valerie Domovchiyski und Andre Hoffmann gegen die Eintracht ihre Gelbsperren abbrummen müssen (siehe auch Seite 20!) strotzen die Serientäter aus Duisburg vor Selbstvertrauen. Denn tierisch gut ist auch ihre Aufholjagd im Abstiegskampf.

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