Die Nachricht, dass Westfalia Herne die Lizenz für die Regionalliga beantragen wird, hat nicht nur die Liga hellhörig gemacht.

HERNE: Bautz freut sich über Regionalliga-Antrag

"Nicht aus den Puschen gekommen"

tr
12. Februar 2007, 10:48 Uhr

Die Nachricht, dass Westfalia Herne die Lizenz für die Regionalliga beantragen wird, hat nicht nur die Liga hellhörig gemacht.

Die Nachricht, dass Westfalia Herne die Lizenz für die Regionalliga beantragen wird, hat nicht nur die Liga hellhörig gemacht. Neben den Fans begrüßt vor allem die Mannschaft die Vorstands-Entscheidung. "Wir finden das richtig klasse", strahlen die Augen von Oliver Bautz, der nach der Absage des Matches in Bielefeld heute einen freien Sonntag hat. Der SCW-Keeper ist sich auch sicher, das entgegen gebrachte Vertrauen bestätigen zu können. "Warum sollte es auch nicht klappen? Uns hat doch keiner auf der Rechnung, dennoch zittern alle Teams, wenn sie gegen uns ran müssen. Für uns ist es ein weiterer Motivationsschub."

Besonders Bautz, der mit etlichen Paraden für den Höhenflug der "Schlossherren" sorgte, geht die folgende Restrunde mit einer noch breiteren Brust an. "Wir brauchen uns vor niemanden zu verstecken", legt sich der "Linientiger" fest. "Man braucht sich doch nur einmal die Hinrunde anschauen. Erst waren wir vier Punkte zurück, jetzt sind es nur noch zwei Zähler. Alles ist möglich, auch wenn man nicht vergessen darf, dass wir von allen Vereinen, die oben stehen, den geringsten Etat haben."

Doch Euros bringen nicht zwingend Punkte, wie die Beispiele Verl oder Gütersloh, die seit Jahren vergebens auf den Sprung nach oben hoffen, beweisen. Natürlich ruft das Vorhaben in Herne auch Kritiker auf den Plan. "Das ist immer so", winkt Bautz ab. "Das sind diejenigen, die im letzten Jahr meinten, dass diese Mannschaft in der zweiten Oberliga-Saison nicht die Klasse halten wird, sondern unbedingt verstärkt werden muss. Aber wir sind zusammen geblieben und stehen jetzt so weit oben. Das sagt doch alles."

Dabei sah es zu Serienbeginn nicht danach aus, der Start gab eher den Skeptikern Recht. "Wir sind gar nicht aus den Puschen gekommen", trauert der 26-Jährige dem holprigen Aufgalopp aber nicht nach. Im Gegenteil: "Das hat uns gezeigt, dass wir uns keine Spielereien erlauben dürfen. Wir funktionieren nur, wenn wir immer an die Schmerzgrenze gehen. Deshalb war es lehrreich." Der Sonderpädagoge, der seit dem 1. Februar in einer Schule mit dem Förderschwerpunkt auf geistige Entwicklung in Dorsten arbeitet, weiter: "Wir können nicht mit 80 Prozent Einstellung und Konzentration ein Match gewinnen. Wenn wir das beherzigen, dann läuft auch alles."

Während die Vertragsverhandlungen mit einem Großteil der Truppe schon angelaufen sind, wartet Bautz noch auf eine endgültige Entscheidung. "Unser Trainer Frank Schulz hat schon mit mir gesprochen, ich würde auch gerne bleiben", sieht Bautz keinen Hinderungsgrund. "Aber ich muss noch das Gespräch mit dem Vorstand abwarten." Das haben nach Schulz nun auch Michael Baum, Norman Seidel, Arben Tahiri und Sven Barton geführt und für die nächsten zwölf Monate zugesagt.

Bautz, der nach eigenem Bekunden gerne in der dritten Klasse spielen würde, lacht: "Natürlich würde ich gerne in der Regionalliga auflaufen, aber vielleicht klappt es auch mit Herne. Die Grundlagen haben wir ja mit dem Antrag gelegt."

Autor: tr

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