Die Pokal-Finalisten haben ihre Kartenkontingente noch gar nicht verlost, und trotzdem machen sich Ärger und Enttäuschung unter den Fans breit.

Ärger vor Pokalfinale

Agenturen versuchen, Fans abzuzocken

Thorsten Schabelon (der Westen)
29. März 2012, 19:53 Uhr

Die Pokal-Finalisten haben ihre Kartenkontingente noch gar nicht verlost, und trotzdem machen sich Ärger und Enttäuschung unter den Fans breit.

Grund sind Wucher-Preise für die Endspielkarten bei Anbietern im Internet. Sitzplätze, die ab 40 Euro im Kurven-Oberrang im Berliner Olympiastadion in den regulären Verkauf gehen, werden dort für fast 400 Euro angeboten. 75 000 Karten stehen für das Finale zur Verfügung. Für die 15 000 Karten, die der DFB als Ausrichter gerade verkauft hat, gingen 330 000 Anfragen ein.

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Neben diesen Karten, die der DFB verlost hat, erhalten beide Endspiel-Teilnehmer je 20 000 Tickets. Der Rest geht an die so genannte Fußball-Familie, wie Landes- und Regionalverbände oder Sponsoren. Von dort gelangen offenbar Kontingente zu Ticket-Maklern, die sie zu horrenden Preisen im Internet anbieten. Wie Seatwave oder Ticket-Depot, bei dem die günstigste Karte am Mittwoch 380 Euro kostete. Oder Ticket & Tour: 700 Euro verlangt der Anbieter für Karte und eine Hotelübernachtung. Und erklärt: „Wir weisen darauf hin, dass der Kartenpreis vom aufgedruckten Originalpreis erheblich abweichen kann.“ “Verbraucher sollten sich gut überlegen, ob sie Tickets auf nicht offiziellem Wege erstehen. Neben den oft an Wucher grenzenden Preisen besteht die Gefahr, dass der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt wird“, sagt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale NRW.

Der DFB, der sich auf Anfrage nicht äußern wollte, warnt [box_derwesten]ebenfalls „vor Angeboten, die im Internet kursieren“. Die Wucher-Preise werden aber geduldet. Gegen die DFB-Geschäftsbedingungen verstoßen die Zwischenhändler, die die Karten weitergeben. Und ausgerechnet die gehören zur Fußball-Familie.

Beim BVB sind bislang rund 230.000 Anfragen für das Pokalfinale eingegangen. Etwa 160.000 Fans haben sich um Tickets für das letzte Heimspiel gegen den SC Freiburg beworben.

Autor: Thorsten Schabelon (der Westen)

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