Freizeit wird Ingo Anderbrügge in den kommenden Monaten wohl kaum haben.

VFB HÜLS: Defensiv-Mann Dame Diouf zwei Tage zum Probetraining weg

tt
18. Januar 2007, 19:07 Uhr

Freizeit wird Ingo Anderbrügge in den kommenden Monaten wohl kaum haben.

Freizeit wird Ingo Anderbrügge in den kommenden Monaten wohl kaum haben. Der ehemalige Bundesliga-Profi nimmt am Fußball-Lehrer-Kurs in Köln teil, bastelt dort mit anderen Ex-Stars, wie Mario Basler, Ciriaco Sforza oder Olaf Marschall an der Lizenz. "Mit Dawid Wagner sowie Marco Kurz sind auch zwei Leute dabei, mit denen ich früher noch in Schalke zusammengespielt habe", freut sich Anderbrügge, der die Weiterbildung als "einen Schritt zum Traum" ansieht: "Ich habe es schon lange vorgehabt, nach der aktiven Karriere in den Trainer-Bereich einzusteigen. Der Fußball-Lehrer ist die höchste Auszeichnung, die man als Coach erwerben kann. Dafür lohnt es sich, einige Wochen zu investieren."

Parallel zur "Büffelei" kümmert sich der Familienvater weiter um seine Fußball-Schule in Marl – allerdings in der Gewissheit, dass seine Mitarbeiter den Laden im Griff haben: "Mittlerweile ist die Situation so, dass ich zwischendurch auch Mal weg kann, weil sich alles eingespielt hat." Zeitliche Probleme mit seinem Verein VfB Hüls gibt es auch nicht. Anderbrügge: "Ich kann die Einheiten am Donnerstag und Freitag leiten, bin natürlich Sonntag bei den Spielen. Das Training am Dienstag übernimmt mein Co-Trainer Thorsten Kornmaier. Das ist alles mit dem Club abgesprochen, außerdem gibt es auch Beispiele aus dem höherklassigen Bereich, wo das ebenfalls klappt. Ich denke da an Thomas von Heesen von Arminia Bielefeld oder Petrick Sander von Energie Cottbus."

Dass der 43-Jährige mit seiner Truppe kräftig ranklotzen muss, ist ihm durchaus bewusst. "Wenn wir noch Mal so eine Serie mit zwölf Punkten abliefern, dann reicht es nicht", sagt Anderbrügge, "die Rückrunde muss erheblich besser werden. Doch ich bin zuversichtlich. Wir haben uns im Trainingslager am vergangenen Wochenende eingeschworen, es gab viele Einzelgespräche. Der Tenor aus der Truppe ist hundertprozentig so, dass wir es schaffen."

Allerdings muss dafür auch die Einstellung entsprechend sein. Zuletzt prasselte vor allem Kritik auf die Nachverpflichtungen Dame Diouf und Pascal Seitz ein. Beide begannen vielversprechend, brachen dann aber lange mit Verletzungen weg. Anderbrügge: "Ich habe mit ihnen gesprochen und sie richtig geschüttelt. Die Schonzeit ist endgültig vorbei, da muss jetzt etwas kommen. Gerade ein Pascal Seitz ist geistig noch gar nicht in Hüls angekommen." Dame Diouf verabschiedete sich in dieser Woche zu einem zweitägigen Probelauf bei Regionalligist SV Wilhelmshaven, wird danach am Badeweiher zurückerwartet.

Was die anderen Neuzugänge angeht, hält der Coach den Ball betont flach. "Bei Miguel Pereira ist Wasser ins Knie nachgelaufen, er muss deswegen einen Arzt aufsuchen, um das checken zu lassen. Wenn Miguel die Form bringt, die er vor der Winterpause gezeigt hat, dann ist es für uns ein ganz wichtiger Mann." Hinzu kommt, dass der Angolaner wieder seinen altbekannten Partner an der Seite hat: Seyfullah Kalayci kehrte aus Gladbeck zurück, will es in der Restrunde kräftig knallen lassen.

Der Linien-Chef: "Seyfu hatte einen Bandscheiben-Vorfall, aber besitzt auch eine sehr gut ausgeprägte Muskulatur. Mit seiner Schlitzohrigkeit kann er uns sicher helfen, doch wir müssen realistisch bleiben und können jetzt keine 20 Tore erwarten. Wenn alle vier Leute, die wir im Saisonverlauf dazugewonnen haben, gesund an den Start gehen, dann wäre das eine schöne Sache." Außerdem setzt der ehemalige Dortmunder auf seine Routiniers: "Ich hoffe, dass Andreas Beckmann stabil bleibt und Matthias Krantz seine Form behält. Tobi Rantzow steigert sein Programm nach der Leisten-Operation allmählich. Wenn er vor dem ersten Meisterschaftsspiel wieder mit der Truppe trainiert, dann wird er auch auflaufen."

Autor: tt

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