Normalerweise sind aller guten Dinge drei. Für Björn Mehnert wird die alte Weisheit etwas abgewandelt:

PREUSSEN MÜNSTER: Björn Mehnert als Aufstiegs-Experte

tt
05. Januar 2007, 10:55 Uhr

Normalerweise sind aller guten Dinge drei. Für Björn Mehnert wird die alte Weisheit etwas abgewandelt:

Normalerweise sind aller guten Dinge drei. Für Björn Mehnert wird die alte Weisheit etwas abgewandelt: Da soll die Zahl "4" stehen. "Ich habe mit Borussia Dortmunds Reserve und dem Wuppertaler SV Borussia drei Aufstiege in die Regionalliga geschafft. Jetzt möchte ich es mit Preußen Münster wiederholen", sagt der Defensiv-Routinier.

Sein Wechsel ging zum Jahresende über die Bühne, nachdem es bei den Bergischen keine Perspektive mehr für ihn gab. Mehnert: "Ich habe viereinhalb Jahre in Wuppertal gespielt und bin kein Typ, der ständig die Clubs wechselt. Für mich gab es zwei Möglichkeiten: Entweder durchbeißen und darauf hoffen, dass ich irgendwann wieder zum Zuge komme oder aber, eine neue Herausforderung annehmen. Ich bin mit mir hart ins Gericht gegangen, habe mich dann für die zweite Variante entschieden."

Was genau bei den Rot-Blauen ablief, das will "Mehne" nicht im Detail verraten, nur so viel: "Erst zählte ich zu den Führungsspielern, dann wurde ich wie Luft behandelt. Da sind mehrere Sachen vorgefallen." Wie geht man mit so einer Situation um? Der frühere Borusse: "Zwei, drei Tage hat man schon daran zu knabbern, aber ich habe im Training gesehen, dass ich nach wie vor von den Team-Kollegen akzeptiert wurde. Jeder konnte erkennen, was ich bei der Arbeit auf dem Platz geleistet und dass ich mich nie hängen gelassen habe. Ich war auch kein Spieler, der schlechte Stimmung verbreitet hat."

Umso besser müsste Laune des spielstarken Preußen-Neuzugangs im Jahr 2007 sein. Mehnert, der auch eine Anfrage aus Pfullendorf auf dem Tisch hatte: "Von mir aus könnte es jetzt schon in Münster los gehen. Natürlich freue ich mich riesig auf die neue Aufgabe. Einige Akteure, wie etwa Arthur Matlik, Marius Sowislo oder Markus Wersching, kenne ich noch von früher, dazu natürlich Trainer Georg Kreß. Münster ist zudem ein Verein, der mich schon immer interessiert hat."

Zwei Mal hat Mehnert die "Adlerträger" im Saisonverlauf beäugt – beim eher schwachen 0:0 in Hamm und beim beeindruckenden 3:0 über Lippstadt. "Das waren natürlich zwei völlig unterschiedliche Spiele. Anfangs musste sich alles erst einpendeln, du kannst bei 20 neuen Leuten nicht erwarten, dass sofort ein Rad ins andere greift, da müssen sich erst Automatismen entwickeln."

Mehnert hat die Tabelle der Oberliga Westfalen durchaus im Blick: "Wir sind zur Winterpause nicht Spitzenreiter, sondern liegen einige Punkte zurück, es sind noch zwei Vereine vor uns. Die Qualität und die Physis sollten zwar in der Endabrechnung den Ausschlag geben, aber das Ganze wird kein Selbstläufer."
Der Schritt, von der dritten in die vierte Klasse zu wechseln, bereitet dem ehemaligen Ahlener keine Kopfschmerzen. "Dieser Aspekt hat mich zwar kurzzeitig grübeln lassen, aber ich gehe davon aus, dass es nur ein halbes Jahr dauert. Ziel muss es sein, die aufzusteigen und die Euphorie mitzunehmen."

Im Vergleich zu Wuppertal, wo selbst beim Sprung auf einen Regionalliga-Aufstiegsplatz kaum gesteigertes Fan-Interesse spürbar wurde, scheint in Münster mehr Potenzial zu schlummern. "Hier ist eine Menge möglich", vermutet der BWL-Student, "gegen Lippstadt kamen 4.000 Leute, das finde ich für Oberliga-Verhältnisse schon sehr beeindruckend. Wenn der Sprung nach oben gelingen sollte, kann man sicherlich noch mehr Fans für Münster begeistern." Um das zu verwirklichen, will Mehnert seinen Teil beitragen. Sein Kontrakt läuft zunächst bis zum Sommer und verlängert sich automatisch bei Aufstieg. "Eine faire Sache", findet er. Genauso korrekt lief die Vertrags-Auflösung mit Wuppertal. "Präsident Friedhelm Runge ist offen und ehrlich mit mir umgegangen, hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Das fand ich astrein."

Autor: tt

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