Sportliche Gründe zum Strahlen hat Jürgen Röber in diesen Tagen nun wahrlich nicht.

BVB: Jürgen Röbers Alltags-Probleme

rk
16. Februar 2007, 11:38 Uhr

Sportliche Gründe zum Strahlen hat Jürgen Röber in diesen Tagen nun wahrlich nicht.

Sportliche Gründe zum Strahlen hat Jürgen Röber in diesen Tagen nun wahrlich nicht. Nach dem gelungenen Debüt gegen den FC Bayern München hagelte es für den 53-Jährigen gleich reihenweise Rückschläge. Nicht nur die drei Niederlagen in Folge bereiten ihm Sorgenfalten auf der Stirn, auch die personelle Situation wird immer angespannter: „Bei meinem Amtsantritt habe ich geglaubt, dass mir im Laufe der Zeit immer mehr Alternativen zur Verfügung stehen werden, doch genau das Gegenteil ist der Fall.“

Hoffnungsträger Sebastian Kehl, der schon aufgrund seiner Körpergröße von 1,88m im Mittelfeld enorm wichtig ist, da alle anderen Mitstreiter die 1,80m-Grenze nicht überschreiten, wird weiterhin ausfallen. Leonardo Dede muss aufgrund seiner Roten Karte dreimal in Folge zuschauen, aber damit nicht genug, „jetzt fehlt mir auch noch Nuri Sahin, der sich im Training am Dienstag verletzt hat.“ Der 18-Jährige blieb im Rasen hängen und verspürt starke Schmerzen im linken Knie. Die erste Diagnose Bänderriss hat sich nicht bestätigt, es handelt sich glücklicher Weise nur um einen Bluterguss. Hinzu kommt Christian Wörns, der in diesem Jahr nicht so richtig auf die Beine kommt und in der letzten Woche sogar kurz im Krankenhaus vorbeischauen musste. „Jetzt muss ich bibbern und beten, dass Philipp Degen am Samstag nicht die fünfte Gelbe kassiert, denn Florian Kringe kann ich schlecht auf der linken und rechten Abwehrseite gleichzeitig einsetzen.“

Doch nicht nur der momentan etwas ausgedünnte Kader, auch die fehlende Zeit ärgern den Dortmunder Fußballlehrer, der aber weit davon entfernt ist, über die angespannte Lage zu stöhnen: „Das hilft absolut nichts, weil ich daran ja doch nichts ändern kann.“ Doch wie gerne wäre der ehemalige Berliner noch aktiver: „Gerade mit den jungen Spielern würde ich noch intensiver arbeiten, aber wann soll ich das machen? Schon in der Vorbereitung, die knapp drei Wochen dauerte, standen mir etliche Akteure über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung.“

Nun setzt Jürgen Röber zumindest auf kleinere Erfolgsmeldungen: „Ebi Smolarek wird in das Aufgebot gegen Mönchengladbach zurückkehren, trotzdem gilt es zu berücksichtigen, dass er insgesamt drei Wochen nicht dabei war.“ Zumindest wieder auf der Bank Platz nehmen kann mit großer Wahrscheinlichkeit Martin Amedick, aber auch im Fall des ehemaligen Braunschweigers gibt der BVB-Coach zu bedenken: „Bis zum Ende der Woche hat er dann nur Einzel-Übungseinheiten absolviert.“ Bei allen Schwierigkeiten bleibt dem Trainer nicht viel Spielraum, also muss er versuchen, das verbleibende Team stark zu reden, bei Nelson Valdez hat er in diesem Zusammenhang aber eine harte Nuss zu knacken, „er ist im Kopf einfach nicht frei.“

Deswegen kommt Jürgen Röber das Kurz-Trainingslager in Duisburg-Kaiserau, das die Borussen heute beziehen, genau recht: „Zum einen kann man nach drei Niederlagen in Serie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zum anderem bietet sich mir so die Möglichkeit, allen Beteiligten klar zu machen, welche Bedeutung die Partie gegen Mönchengladbach besitzt. Wir werden sicherlich was zusammen unternehmen, vielleicht ins Kino gehen, aber im Vordergrund stehen viele Einzelgespräche.“ Ob sie etwas bewirken? Selbst wenn der neue Trainer darüber kein Wort verliert, dürfte auch ihm so langsam klar werden, dass es nicht nur eine Frage des Willens, sondern eine der Qualität ist. Und die darf beim BVB getrost mit drei Fragezeichen versehen werden.

Autor: rk

Kommentieren