Bundestrainer Joachim Löw und seine Kollegen aus der Fußball-Bundesliga haben seltene Einigkeit demonstriert.

Löw und Bundesliga-Coaches demonstrieren Einigkeit

12. Februar 2007, 15:23 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw und seine Kollegen aus der Fußball-Bundesliga haben seltene Einigkeit demonstriert.

Bundestrainer Joachim Löw und seine Kollegen aus der Fußball-Bundesliga haben seltene Einigkeit demonstriert. Nach der ersten Trainertagung seit drei Jahren vollzogen sie am Montag in München selbst beim umstrittenen Thema Termingestaltung den Schulterschluss. `Es ist wesentlich für den weiteren Erfolg, dass wir als Bundesligatrainer mit den Verantwortlichen bei der Nationalmannschaft gut zusammenarbeiten und daran teilhaben dürfen, was im Hinblick auf 2008 geplant ist. Das Verständnis ist hervorragend´, meinte Mirko Slomka von Tabellenführer Schalke 04. Auch Frankfurts Coach Friedhelm Funkel lobte, `dass der Kontakt und die Kommunikation noch nie so gut gewesen ist. Das war in früheren Jahren nie der Fall. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Es wird sehr intensiv gearbeitet, wir sind auf einem guten Weg´.

Löw sprach von einem `sehr positiven Austausch´, der zeitnah wiederholt werden soll. Zuletzt hatte es eine Zusammenkunft von Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Bundesliga-Trainer und des Trainerteams der Nationalmannschaft am 9. Februar 2004 gegeben. Einen Konsens gab es bei der Sitzung laut Löw auch beim viel diskutierten Thema Termine und Abstellungen. `Da gab und gibt es keine Probleme. Es gibt bis zur Euro 2008 einen klaren Rahmen. Die Trainer freuen sich über Abstellungen ihrer Spieler´, betonte Löw. Zuletzt hatte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gefordert, dass die Nationalmannschaft künftig etwas zurückstecken müsse, um mehr Spielraum für Vereinsaktivitäten im Ausland zu haben.

Grundsätzlich hat Löw für die Zeit nach 2008 aber durchaus Gesprächsbereitschaft signalisiert: `Vielleicht muss man in Arbeitsgruppen intensiv über die Termingestaltung sprechen, ob man etwas optimieren kann.´ Einigkeit würde jedoch schon jetzt bestehen, dass eine schon häufiger ins Gespräch gebrachte Aufstockung der Liga nicht in Frage kommt: `Alle haben festgestellt, dass bei einer Liga mit 18 Vereinen die Grenze der Belastbarkeit für die Spieler erreicht ist.´ Auch künftig will Löw, der seine Besuche bei den Klubs in den kommenden Wochen fortsetzen wird, seine Arbeit eng mit den Vereinstrainern abstimmen. Die versprachen dafür, die DFB-Auswahl künftig `noch besser zu unterstützen´, wie Funkel verdeutlichte: `Wir dürfen uns nicht beklagen, zum Beispiel dann, wenn ein Leistungstest ansteht.´

Im Gegenzug wird sich der Bundestrainer auch künftig nicht in Belange der Klubs einmischen. Er sieht zwar im taktischen Bereich `generell einige Dinge, die wir verbessern können. Aber welche Schwerpunkte gesetzt werden, muss jeder für sich entscheiden´. Bereits ab Sonntagnachmittag war im Hotel Arabella Sheraton in München in `gemütlicher Runde´ (Slomka) getagt worden. Bei einem gemeinsamen Abendessen waren auch Franz Beckenbauer und DFB-Präsident Theo Zwanziger anwesend. Von den Klubs fehlten lediglich Thomas Schaaf (Bremen), Huub Stevens (Hamburg) und Frank Geideck (Bielefeld), der erst seit Montag im Amt ist. Die DFL war durch Geschäftsführer Holger Hieronymus vertreten.

Neben Löw waren vom DFB Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, U21-Coach Dieter Eilts und Sportdirektor Matthias Sammer anwesend. Auf der Agenda der Sitzung stand unter anderem ein Vortrag von Löw mit einem Rückblick auf die WM 2006 und einem Ausblick zur Europameisterschaft 2008. Sammer stellte sein Eliteprogramm vor. Zudem hielt der ehemalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters, der dem DFB-Kompetenzteam angehört, einen Vortrag über `Coaching´. Da könne man `immer etwas mitnehmen´, so Slomka. Selbst als Trainer eines Tabellenführers.

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