BOCHUM: "Club" wird uns nicht auseinander nehmen"

gp
11. Februar 2007, 12:33 Uhr

Als Marcel Koller gestern Nachmittag seine Spieler auf dem Trainingsgelände versammelte, war die Anspannung deutlich spürbar.

Als Marcel Koller gestern Nachmittag seine Spieler auf dem Trainingsgelände versammelte, war die Anspannung deutlich spürbar. Verständlich, denn nach den zwei Auswärtspunkten in München und Cottbus lechzt Fußball-Bochum nicht nur nach dem ersten Rückrundentor, sondern auch nach einem Heimsieg, der die Chancen auf den Klassenerhalt des VfL deutlich erhöhen würde.

Was hat Marcel Koller in den letzten Tagen seine Stimme strapaziert! Am Donnerstag brüllte er sogar gegen die dicken Schneeflocken an, um bei seinen Spielern das Bewusstsein zu wecken, dass Einsatzbereitschaft und Leidenschaft unabhängig von noch so widrigen Bedingungen unabdingbar sind. Koller: "Bei Schnee musst du eben mehr Kraft investieren, damit der Ball am gewünschten Ort ankommt."

Der Schnee ist mittlerweile verschwunden. Und auf dem tiefen Geläuf malochten Kollers Schützlinge so intensiv, dass der Trainer am Freitag lobend bilanzierte: "Wir haben gut trainiert mit der nötigen Aggressivität." Das ist auch bitter nötig, denn der "Club" aus Nürnberg kommt als Favorit an die Ruhr. Koller nennt den Unterschied: "Sie sind in der Offensive technisch einfach stärker besetzt, da haben sie uns etwas voraus." Doch davon lässt sich der Coach nicht entmutigen: "Wir haben im Hinspiel schon eine bemerkenswerte Leistung gezeigt, hätten sogar gewinnen können. Der "Club" wird uns bestimmt nicht auseinander spielen."
Im Gegenteil. Marcel Koller hat alles getan, damit seine Mannschaft am heutigen Nachmittag die entscheidenden Akzente setzt. Dabei hat er großen Wert auf die Offensive gelegt. So hat er den zur Zeit glücklosen Fanis Gekas zur Seite genommen und mit ihm noch mal per Video das Spiel in Cottbus analysiert. Wichtig war es dem Trainer dabei, dem Griechen aufzuzeigen, wie er noch effektiver für seine Mannschaft arbeiten kann.

Aber auch Joel Epalle hatte eine Extraschicht beim Trainer. Der Kameruner, das fiel besonders in Cottbus auf, klebte zuletzt viel zu statisch an der rechten Außenlinie. Kollers Aufforderung: "Er darf ruhig mal nach innen ziehen und seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Im Training macht er das ja auch."

Doch nicht nur Gekas und Epalle sind für die Offensive verantwortlich. Koller: "Ich erwarte einfach, dass aus dem Mittelfeld endlich wieder mehr Druck entwickelt wird. Da muss man sich auch mal verbal unterstützen." Eine klare Ansage für "Zwetschge" Misimovic, der natürlich heute gegen seinen zukünftigen Klub besonders im Focus der Beobachter steht. Gemeinsam mit Thomas Zdebel ist er sicherlich dafür verantwortlich, dass das Spiel aus dem Mittelfeld heraus nach vorne getragen wird. Dabei dürfte es dem VfL zugute kommen, dass Thomas Zdebel sich mehr und mehr seiner Bestform nähert. Im Mainz-Spiel merkte man dem Kapitän nämlich an, dass er wegen einer Innenbanddehnung quasi zwei Trainingswochen und die damit verbundene Spielpraxis verloren hatte.

Für den Gelb-gesperrten Marcel Maltritz wird wohl Pavel Drsek in der Innenverteidigung neben dem bereits gesetzten Anthar Yahia spielen. Ob dies der einzige Wechsel bleibt, diese Frage ließ der Coach selbst nach dem gestrigen Abschlusstraining offen. Marcel Koller: "Ich habe da noch eine Idee, aber mich noch nicht entschieden." Vielleicht ändert Marcel Koller etwas im Angriff. So wäre Ivo Ilicevic eine mögliche Alternative für Filip Trojan.

Autor: gp

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