Während am Mittwoch in weiten Teilen des Reviers die Sonne ausgiebig lachte, bedeckte der Himmel das Trainingsgelände der Borussen mit einer nahezu undurchsichtigen Nebelschicht.

BVB: Für Borussen spricht nur ihre Hamburger Erfolgs-Serie

rk
09. Februar 2007, 09:14 Uhr

Während am Mittwoch in weiten Teilen des Reviers die Sonne ausgiebig lachte, bedeckte der Himmel das Trainingsgelände der Borussen mit einer nahezu undurchsichtigen Nebelschicht.

Während am Mittwoch in weiten Teilen des Reviers die Sonne ausgiebig lachte, bedeckte der Himmel das Trainingsgelände der Borussen in Brackel mit einer nahezu undurchsichtigen Nebelschicht. Eine Wetterlage mit Symbolcharakter, denn nach oben können die Borussen nach der 0:1-Pleite gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Sonntag ohnehin nicht mehr schauen, die Tabellensituation ist ebenso trist wie das dicke Grau des gestrigen Wintertages. Darum ist eher eine gedankliche Kehrtwendung angesagt, nicht in die Höhe, sondern nach unten muss nun der Blick gerichtet sein.

Da will auch Florian Kringe nicht widersprechen: "Wir dürfen nicht so arrogant sein, die Situation zu unterschätzen und sagen, mit dem Abstiegskampf werden wir nie etwas zu tun haben." Immerhin ist der Abstand auf Rang 16 mit sechs Punkten geringer als der zu Rang fünf (acht Zähler), den die Borussen vor der Saison zum Ziel auserkoren hatten. Trotzdem hofft der Mittelfeldspieler am Samstag in Hamburg auf eine Kehrtwendung: "Beim HSV haben wir in den letzten Jahren immer gut ausgesehen, dafür können wir uns jetzt zwar nichts mehr kaufen, trotzdem sollte uns die Vergangenheit Mut zusprechen, an der Elbe für die Wende zu sorgen. Wir wollen auf jeden Fall in der Verfolgergruppe bleiben, die sich noch Hoffnungen auf die UEFA-Cup-Teilnahme macht."

Dabei ist auch für "Flori" klar: "Wenn wir bei den Hanseaten nicht gewinnen, ist diese Spielzeit für uns vorerst wohl gelaufen." Beklagen müssen sich die Schwarz-Gelben darüber nicht, schließlich hatten sie es nach dem Rückrundenauftakt-Erfolg gegen die Bayern (3:2) selbst in der Hand, höhere Positionen einzunehmen. Kringe ohne Umschweife: "Die derzeitige Lage haben wir uns selbst zuzuschreiben, im Kopf waren wir zuletzt irgendwie nicht richtig frei. Klar, dass die Stimmung bei uns nun alles andere als gut ist." Es muss ein Ruck durch das Team gehen: "Gegen die Münchner haben wir uns die gesamten 93 Minuten lang auf dem Platz immer wieder angetrieben, uns Mut zugesprochen. Diese Einstellung, dieser Geist müssen in Hamburg wieder dominieren."

Zumal er den BVB im Norden psychologisch leicht im Vorteil sieht: "Natürlich stehen wir selbst auch unter Druck, die Gastgeber jedoch noch stärker. Sie müssen auf jeden Fall gewinnen, können sich deshalb nicht hinten reinstellen, sie müssen das Spiel machen." Eine ideale Partie zum Kontern, doch auch bei dieser Taktikvariante ist eine gewisse Treffsicherheit nicht zu vermeiden: "Wie müssen unsere Chancen besser nutzen als zum Beispiel im Mainz."

Viele personelle Variationsmöglichkeiten stehen Coach Jürgen Röber nicht zur Verfügung. Im Angriff stellen sich Nelson Valdez sowie Alexander Frei quasi von selbst auf, da Matthew Amoah nun wirklich keine echte Alternative darstellt. Lediglich im Mittelfeld sind Veränderungen möglich. Nuri Sahin könnte für den zuletzt wieder stark enttäuschenden Steven Pienaar ein Chance bekommen. Ein Einsatz von Anfang an wird für Sebastian Kehl weiterhin nicht zur Debatte stehen. Der Nationalspieler musste am Dienstag wegen Kniebeschwerden das Training abbrechen und am Mittwoch folgten dann nur Laufeinheiten. Irgendwie auch symbolisch, denn immer wenn die Anhänger gerade denken, der BVB kommt langsam in Schwung, folgen prompt die nächsten Rückschläge. Zuletzt recht häufig, denn von den letzten fünf Begegnungen gingen gleich vier verloren.

Kleine Aufmunterung zum Schluss: Die letzte Niederlage beim HSV kassierten die Dortmunder im Mai 1997 mit 1:2, genau vier Tage vor dem Champions League-Gewinn gegen Juventus Turin in München.

Autor: rk

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