Als hätte es die U23 nicht schwer genug. Weil den Klub eine Schuldenlast von rund 27 Millionen Euro drückt, spielt die Reserve in der NRW-Liga außer Konkurrenz.

Bielefeld II droht K.o.

Rückzug soll aber Unsinn sein

10. März 2012, 08:37 Uhr

Als hätte es die U23 nicht schwer genug. Weil den Klub eine Schuldenlast von rund 27 Millionen Euro drückt, spielt die Reserve in der NRW-Liga außer Konkurrenz.

Das Team von Coach Armin Perrey darf nicht aufsteigen, einen Absteiger gibt es in dieser Saison aber auch nicht.
Und jetzt gibt es die nächste Schreckensnachricht für den DSC:

Der Geldhahn wird noch weiter zugedreht. „Fakt ist: Der Etat für unsere U23 wird deutlich reduziert“, bestätigt Arminias Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Thomas Krücken. Dabei wurde der finanzielle Aufwand bereits in dieser Spielzeit so weit heruntergeschraubt, dass Krücken kaum einen Spielraum hat, Nachwuchskräfte von einem Engagement bei der Arminia zu überzeugen.

Schlimmer noch: Shootingstars wie Kacper Przybylko, der im Winter zum 1. FC Köln wechselte, können schon jetzt nicht gehalten werden. Weil der Arminia deshalb ein Ausverkauf droht, suchen Krücken und Co. nach Lösungen. Eine Möglichkeit ist, interessante Spieler bei unterklassigeren Klubs zu parken.

Deshalb trafen sich die Verantwortlichen mit den Vertretern des Landesligisten SV Rödinghausen, der vom Ex-Bielefelder Mario Ermisch trainiert wird. „Bei diesem Treffen ging es nur um einen Gedankenaustausch, wie wir die Lücken, die entstehen, schließen können. Schließlich wollen wir unseren Standard trotz der Kürzungen halten“, berichtet Krücken. Gleichzeitig erteilt er den aufkeimenden Gerüchten eine deutliche Absage: „Es ist Unsinn, dass wir unsere U23 auflösen und zum SVR rüberschieben wollen.“

Im Gegenteil: Die Arminia will in der zukünftigen Oberliga Westfalen an den Start gehen. Ob das Team allerdings die nötige Qualität dafür haben wird, ist fraglich. Aus dem aktuellen Kader besitzen lediglich noch Carsten Rump, Jacub Przybylko, Tom Schmidt, Denis Kina, Roland Sitnikov, Olcay Turhan sowie Moritz Fritz, der im Sommer von Borussia Dortmund zurückkehrt, Verträge über den Sommer hinaus. Der Rest wird wohl das Weite suchen. „Um dieses Gerüst werden wir eine Mannschaft aufbauen, die hauptsächlich mit Akteuren aus unserer U19 bestückt wird“, berichtet Krücken.

Übersetzt: Wer bei der Arminia spielen möchte, muss auf Kohle verzichten. Eine Aussicht, die bereits Westfalia Herne oder Rot-Weiss Ahlen geerdet hat. Beide Teams spielen bereits außer Konkurrenz. Aber damit kennen sich die Bielefelder ja schon aus, nur bekommen sie dafür im Moment noch eine Aufwandsentschädigung.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren