MSV: Quido Lanzaats Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Dreimal Bestnoten

tt
18. Februar 2007, 11:59 Uhr

Seine Wurzeln liegen im Zentrum Amsterdams, wo schon morgens Reggae und R’n’B durch's Elternhaus schallten.

Seine Wurzeln liegen im Zentrum Amsterdams, wo schon morgens Reggae und R’n’B durch's Elternhaus schallten. Und auch heute läuft bei ihm zu Hause in seiner Freizeit die Stereo-Anlage rund um die Uhr. Das fußballerische Handwerk lernte er in der Jugend-Kaderschmiede von Ajax Amsterdam, wo er dann als Profispieler sogar im UEFA-Cup und in der Champions-League für den 29-maligen niederländischen Meister die Schuhe schnüren durfte: die Rede ist von Quido Lanzaat, der im Oktober 2006 an die Wedau geholt wurde, um die Abwehr durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Stefan Blank (Thrombose) und Necat Ayguen (immer wieder Rückschläge) zu stabilisieren.

„Ich fühle mich nach wie vor pudelwohl hier“, erklärt der 27-Jährige, „auch, wenn ich nicht immer spiele oder nur für ein paar Minuten auflaufen darf. Es ist einfach klasse, ein Teil dieses Teams zu sein. Alle haben den Aufstieg im Blick.“

Und auch Rudi Bommer weiß, was er an ihm hat: „Quido gehört unser vollstes Vertrauen. Ihn kannst du blind bringen, er bringt immer 100 Prozent und seine Leistungen.“ Bisher dreimal für den MSV im Einsatz, erntete der Holländer immer nur Bestnoten. Dennoch kein Grund für ihn, einen Stammplatz einzufordern. „So etwas ist immer schön zu hören. Sicherlich weiß auch ich, was ich kann, aber das Team steht sehr gut“, resümiert der Rechtsfuß, der an den derzeit gesetzten Julian Filipescu und Björn Schlicke nicht vorbeikommt, „Ich bin keiner, der Neid hat. Ganz im Gegenteil: Ich freue mich über jeden Erfolg und für die gesamte Mannschaft. Ich bleibe weiter hinten dran und werde versuchen, meine Chancen zu nutzen“, hält der Defensiv-Allrounder den Ball flach und bleibt gewohnt ruhig – eben wie er selbst auch im Spielaufbau wirkt.

Das Arbeitspapier hat noch bis zum Ende der Rückrunde Gültigkeit. Und danach? „Ich würde natürlich gerne hier bleiben, aber gesprochen hat mit mir noch niemand“, entgegnet der sympathische 80-Kilo-Mann, „was aber nicht negativ sein muss. Es gibt viele Verträge, die zum Saisonende auslaufen, da haben die Spieler, die schon länger hier sind, natürlich Vorrecht. Ich stelle mich da gerne hinten an und warte in aller Ruhe, bis ich an der Reihe bin.“

Wesentlich rasanter wird es heute Mittag in München zugehen, wenn Quido Lanzaat mit seinem aktuellen Verein gegen seine Ex-Kollegen antreten wird. „Es ist immer schön, nach München zurückzukehren. Meine Freundin kommt da her, ich hatte zwei wunderbare Jahre bei den 60ern, konnte ein tolles Umfeld genießen und durfte in dieser wunderbaren Arena auflaufen. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte – aber nun gilt die Konzentration dem MSV Duisburg. Und wir wollen heute weiter punkten, um uns oben festzusetzen“, gibt sich der ehemalige Aachener kämpferisch. Das Match wird auch ein Wiedersehen mit alten Teamkameraden.

„Mit den meisten habe ich sogar noch zusammengespielt. Da sind viele junge Akteure dabei, die heiß sind“, erinnert sich der Abwehrecke und freut sich auf ein spannendes Match: „Ich denke, dass wir eine interessante Partie sehen werden, da der MSV und 1860 München zwei Topvereine der Liga sind. Der Druck liegt aber mehr auf Münchener Seite, weil die gewinnen müssen, um den Anschluss nach oben zu halten. Wir wären auch mit einem Zähler zufrieden, bei einem Sieg würde wir uns aber auch nicht beschweren. Außerdem haben wir einen Ruf zu verteidigen: Wir sind die einzige Mannschaft im Profi-Fußball, die bisher nur einmal verloren hat – das soll auch heute so bleiben.“

Autor: tt

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