Die RWE-Protagonisten waren nach dem phasenweise desolaten Auftritt beim 1:4 gegen Gladbach regelrecht konsterniert. Wir sind dennoch auf Stimmenfang gegangen.

RW Essen: Stimmen

"Die erste Halbzeit war eine Katastrophe"

07. März 2012, 01:58 Uhr

Die RWE-Protagonisten waren nach dem phasenweise desolaten Auftritt beim 1:4 gegen Gladbach regelrecht konsterniert. Wir sind dennoch auf Stimmenfang gegangen.

Essens Kapitän Timo Brauer umriss die Niederlage knapp: "Drei individuelle Böcke, die uns auf dem Niveau einfach nicht passieren dürfen, haben das Spiel entschieden. Nach dem 0:3 haben wir dann noch die Rote Karte bekommen, das hat Gladbach natürlich in die Karten gespielt." Gleichwohl trauerte der Mittelfeldmotor vergebenen Möglichkeiten nach: "Wir hatten noch zwei, drei gute Kombinationen und eine große Chance über die linke Seite. Die müssen wir einfach machen. Dann kommen wir vielleicht noch mal wieder. Trotzdem ist die Unterstützung der Fans einmalig gewesen. Für die tut es mir am meisten leid."

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Markus Heppke, der am Dienstag zentral verteidigte, rang nach Worten: "Es ist unerklärlich. Was wir in der ersten Hälfte abgeliefert haben, war eine Katastrophe." Unmittelbar nach Ende der Partie war Heppke deshalb auch einer der ersten, der den Weg zu Torhüter Phillip Kunz suchte. "Er meint jetzt, die Niederlage ginge auf seine Kappe, aber das ist natürlich nicht richtig. Der wartet eineinhalb Jahre auf seine Chance und dann lassen wir ihn so im Stich. Das geht nicht."

Angesichts der Leistung in den ersten 45 Minuten äußerte der 25-Jährige auch Verständnis für die Pfiffe in der Pause. "Dass die Fans so reagieren, war für mich absolut verständlich. Die singen ja 90 Minuten, bis auf die Halbzeitpause." Wiedergutmachung sei daher am besten gleich am Freitag beim VfL Bochum II angesagt. "Das Schöne im Fußball ist, dass man es immer wieder gerade biegen kann. Vielleicht haben wir uns zu viel vorgenommen, anstatt die einfachen Dinge zu machen. Da muss man auch mal in den Zweikampf gehen und sagen: jetzt ist Schluss!"

Auch Waldemar Wrobel stimmte in den Chor der Verteidiger von Torwart Kunz ein: "Den Wechsel haben wir lange vorher besprochen. Ich möchte nicht sagen, dass wir das Spiel wegen Phillip verloren haben. Man kann über ein Tor nachdenken, aber wir haben als Kollektiv nicht gut gespielt. Die Gegentore sind durch individuelle Fehler eingeleitet worden."

So richtig gelassen konnte am Dienstagabend jedoch nur einer sein. Sven Demandt versuchte nach dem eindrucksvollen Sieg glaubhaft zu machen, dass er sich nur am Rande für die Tabellenführung interessiere: "Es geht darum, dass wir Spiele gewinnen, dass es uns vielleicht gelingt, öfter so aufzutreten wie heute. Am Samstag spielen wir in Wuppertal, das wird schwer genug."

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