Hallo Necat Ayguen, wie geht es Ihnen?

MSV: Nachgefragt bei Necat Ayguen

tt
08. Februar 2007, 17:47 Uhr

Hallo Necat Ayguen, wie geht es Ihnen?

Hallo Necat Ayguen, wie geht es Ihnen?

Ich würde gerne bessere Nachrichten übermitteln wollen, aber ich bin immer noch in der Reha in Düsseldorf. Ich gehe zwar schon auf den Platz, bin bei den Steigerungsläufen im Intensitäts-Bereich von 70, 80 Prozent, spüre aber noch etwas im linken Oberschenkel. Es wäre schlecht, das Pensum in so einem Fall zu erhöhen, deswegen bleibe ich in dem Bereich, bis keine Schmerzen mehr auftreten.

Ganz schön hartnäckig, so ein Muskelfaser-Riss, oder?

Es ist kein Muskelfaser-, sondern ein Muskelbündel-Riss. Bis jetzt stand es überall falsch.

Im Trainingslager in Portugal sah man Sie noch beim 1:2 im Test gegen Paderborn...

Ja, aber beim zweiten Spiel gegen Frankfurt war ich schon nicht mehr dabei. Ich hatte zwischendurch ein paar Beschwerden, wollte aber unbedingt weitermachen. Leider war es falscher Ehrgeiz. Diese ganzen Rückschläge gehen mir schon ziemlich auf den Sack, aber was soll ich machen?

Wenn man Ihre Krankenakte der letzten zwölf Monate durchblättert, dann stehen dort Einträge, wie Knie-Operation, Blinddarm-Operation, Leisten-Operation und jetzt der Muskelbündel-Riss. Staut sich da nicht automatisch eine Menge Frust an?

Klar hat sich da eine Menge angestaut, ich würde das am liebsten sofort alles im Spiel rauslassen. Ich will den Leuten in Duisburg beweisen, was ich wirklich drauf habe. Sicher gibt es Phasen, in denen man sehr erschöpft ist und sich fragt: Was ist denn jetzt schon wieder? Aber bin längst nicht am Ende des Leistungs-Zenits angelangt.

Es wurde bereits berichtet, dass sich Ihr Transfer nicht rentiert hätte...

Im fitten Zustand würde ich es verstehen, wenn so eine Meinung herrscht. Viele kennen die Hintergründe nicht, wissen gar nicht, was wirklich los ist. Dass man dann abgestempelt wird, so ist halt das Geschäft.

Was lief kurz vor dem Ende der Transfer-Zeit mit Burghausen?

Wacker-Manager Kurt Gaugler hat mich angerufen, aber er wusste auch nichts von meiner Verletzung. Ich hätte da sicher hingehen und vielleicht am Ende fünf Spiele machen können, aber ich wollte einfach fair sein und habe dem Verein erklärt, wie es bei mir aussieht. Ich habe Wacker gesagt, es macht keinen Sinn, mich auszuleihen.

Spürten oder spüren Sie den Drang, Duisburg zu verlassen?

Nein, ich habe zwar ein absolutes Seuchen-Jahr erwischt, aber die innere Unruhe, hier unbedingt weg zu müssen, merke ich nicht. Wenn ich hundertprozentig gesund bin, muss von mir ein Zeichen im Training kommen, das ist mir durchaus bewusst. Eventuell kann man sich Praxis bei der Reserve holen, ich würde das keinesfalls als Degradierung ansehen, sondern als Gelegenheit, wieder in den Wettkampf zu gelangen.

Autor: tt

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