Eins kann dem DSC Wanne-Eickel nicht vorgeworfen werden: Dass der ehemalige Aufstiegsanwärter im Westfalenliga-Abstiegskampf nicht angekommen wäre.

DSC Wanne-Eickel

Einer geht noch, einer geht noch raus

06. März 2012, 10:05 Uhr

Eins kann dem DSC Wanne-Eickel nicht vorgeworfen werden: Dass der ehemalige Aufstiegsanwärter im Westfalenliga-Abstiegskampf nicht angekommen wäre.

Den Beweis erbrachten die Schwarz-Gelben im „Sechs-Punkte-Spiel“ am Sonntag, in dem der DSC den Tabellennachbarn SuS Langscheid/Enkhausen mit 2:1 (0:1) niederrang. Der Krimi gegen die Sauerländer war für das Nervenkostüm der Verantwortlichen offenbar etwas zu viel, der Spielbericht auf der Wanne-Eickeler Vereinshomepage spricht Bände: „Unsere gesamte Trainerriege wurde nacheinander von Schiedsrichter Holger Derbort auf die Tribüne geschickt. Co-Trainer Vehbija Hodzic ereilte dieses Schicksal in der 62. Minute. Torwarttrainer Uwe Bandermann folgte ihm in der 88. Minute, während Jürgen Wielert in der Nachspielzeit runtergeschickt wurde.“

Dass ein ganzes Trio auf die Tribüne geschickt werden muss, hat Schiedsrichter Holger Derbort "auch noch nicht erlebt. Und ich pfeife seit 20 Jahren und seit 15 Jahren auf Verbandsebene. Ich wüsste nicht mal, dass ich schon zwei Leute aus einem Stab rausgeschickt habe, geschweige denn drei." Alles in allem wird für den Ausrutscher nun eine dreistellige Geldstrafe fällig - mehr dazu in den nächsten "Amtlichen Mitteilungen" des FLVW.

"...der ist kein unbeschriebenes Blatt"
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/015/476-15993_preview.jpeg Jürgen Wielert (Foto: mmb).[/imgbox]
Vorher schildert aber der Referee die Ereignisse aus seiner Sicht: „Es wurde immer mehr über unsere Entscheidungen gemeckert, gerade der Assistent 1 (Marcel Benkhoff, Anm. d. Red.) musste sich Einiges anhören. Irgendwann mussten wir sagen 'Jungs, so geht das nicht' und der Co-Trainer war dann der erste, der gehen musste.“ Torwart-Trainer Uwe Bandermann „ging gleich hinterher“. Er hatte das Tor für seine Mannschaft wohl etwas zu überschwänglich gefeiert: „Der ist auf den Platz gelaufen und hat Fotos gemacht. So etwas geht natürlich auch nicht“, sagt Derbort. Schließlich erwischte es dann auch noch Chefcoach Jürgen Wielert. "Den kenne ich noch aus Erkenschwicker Zeiten, der ist kein unbeschriebenes Blatt. Mein Bruder (Thorsten, Anm. d. Red.) hat den auch schon mal auf die Tribüne geschickt", verrät der Spielleiter.

Die Partie selbst sei dabei gar nicht so hektisch gewesen. "Nein, das war absolut im Rahmen. Und es ging in dem Spiel ja schon um relativ viel", meint der Unparteiische - und hält fest, was die Verantwortlichen bedenken sollten: "Oft wird die Unruhe erst von draußen hereingetragen. Das überträgt sich dann auf die Spieler und dann geht es auf dem Platz erst richtig los." Das war am Sonntag in der Mondpalastarena immerhin nicht der Fall, die Gelb-Rote Karte für Ismail Viran, der vierte "Platzverweis" des Spiels, sei vielmehr eine "Dummheit" gewesen.

Mangelndes Fingerspitzengefühl wird den Schiedsrichtern oft vorgeworfen, wenn ein Fußballspiel etwas aus dem Ruder läuft. Das musste sich Derbort in seiner Laufbahn wohl auch schon gefallen lassen. Der 40-Jährige ist von Beruf Fleischermeister...

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