Der erste, leider negative, Knalleffekt der Oberliga-Rückrunde kommt aus Solingen. Denn die Union teilte in einer offiziellen Pressemitteilung am Mittwochabend mit, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den Verein beim Amtsgericht Wuppertal zu beantragen.

Oberliga Nordrhein: Union Solingen stellt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Kein "Augen zu und durch"

22. Februar 2007, 13:14 Uhr

Der erste, leider negative, Knalleffekt der Oberliga-Rückrunde kommt aus Solingen. Denn die Union teilte in einer offiziellen Pressemitteilung am Mittwochabend mit, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den Verein beim Amtsgericht Wuppertal zu beantragen.

In der Mitteilung heißt es wörtlich:

Altlasten aus nicht zu verantwortenden Spielzeiten und hohe Restforderungen aus Altverträgen konnten trotz aller bisheriger Bemühungen nicht in ein vertretbares und zukunftssicheres Konzept überführt werden, dies insbesondere durch Altforderungen Bernd Klotz inkl. Krankenkassen etc. sowie die Marketingrechte der Welling Sportmarketing vertreten durch Alt-Vorstand Michael Welling. Durch die damit einhergehende drohende Überschuldung des Vereins und fehlender Sicherheiten konnten keine zusätzlichen Mittel mehr aufgebracht werden. Aus dem Selbstverständnis einer seriösen Vereinsarbeit, wählt der Vorstand des 1. FC Union Solingen den Weg der eigenen Antragsstellung zur Insolvenzeröffnung. Ein "Augen zu und durch", oder ein ungeordneter Rückzug ist für alle hier handelnden Vorstandsmitglieder ausgeschlossen. Eher gegenteilig verfolgt der Vorstand mit den eingeleiteten Schritten das Ziel, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Zukunft und damit den Spielbetrieb für alle Vereinsmannschaften, auch über das Saisonende hinaus sicherstellen. Wir sind davon überzeugt, dass der Traditionsverein Union Solingen ohne die erheblichen Altforderungen sehr gute Perspektiven auch in der Oberliga/Verbandsliga hat. Ein engagiertes Umfeld, viele Sponsoren und ehrenamtliche Unterstützer, erfolgreiche Jugendmannschaften und nicht zuletzt die vielen treuen Fans sind ein Beleg für den "lebenden Verein". Der Vorstand wird, soweit die Mitglieder das wünschen, auch weiterhin zur Verfügung stehen und den eingeschlagenen Weg verantwortlich und ausschließlich zum Vorteil unserer Union weitergehen.

Hintergrund:

Der Vorstand verfolgt seit Amtsantritt in einer seriösen und objektiven Finanzplanung alle offenen Verbindlichkeiten. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind durch Ratenzahlungsvereinbarungen bereits geregelt, für die Kurzfristigen wird ein Darlehen benötigt welches durch Sponsorenleistungen getilgt werden könnt. Obwohl Michael Welling bisher keine Forderungen aus seinen Marketingrechten gegenüber der Union gestellt hat, drängen Sponsoren und Geldgeber auf eine Auflösung dieses Vertrages. Grundsätzlich ist Michael Welling dazu auch bereit. Jedoch die Vorstellungen Wellings und die in langwierigen Verhandlungen erarbeitete Lösung sind für den Verein nicht bezahlbar und werden besonders durch unsere Sponsoren und Geldgeber nicht unterstützt. Mit Bernd Klotz konnte ebenfalls bisher keine Einigung gefunden werden. Dadurch werden besonders die Forderungen der Krankenkasse GEK in Höhe von über 35.000 Euro (die sofort fällig sind) für den Verein zum Problem. Dies ist umso bedauerlicher vor dem Hintergrund, dass der Verein in der laufenden Saison einen geregelten Haushalt führt, der durch Sponsorengelder und Spieleinnahmen einen Überschuss auswirft. Allerdings wurden in dieser Saison bereits rund 30.000 Euro Altlasten abgetragen, was jetzt jedoch teilweise dazu führt, dass laufende Kosten nicht mehr vollständig getragen werden können. Die Bereitschaft von Sponsoren und Banken ein Darlehen bereit zu stellen besteht, allerdings unter der Prämisse, dass die Forderungen von B. Klotz und M. Welling deutlich geringer wären. Wir haben deshalb beiden ein faires und für den Verein tragbares Angebot zukommen lassen und hoffen das sich beide im Sinne unserer UNION entscheiden.

Der Vorstand

Soweit der Vorstand der Klingenstädter, nun wird ein Insolvenzverwalter bestellt, der den Verein prüft und eine Entscheidung fällt. Allerdings kann das bis zu vier Monate dauern. Vorerst bleibt der Spielbetrieb unberührt. Erst, wenn die Insolvenz wirklich eröffnet oder mangels Masse eingestellt wird, wäre ein Zwangsabstieg der Union perfekt.

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