Die ganze Liga blickt in diesen Tagen gespannt nach Kettwig. Hat der dortige FSV noch eine sportliche und/ oder finanzielle Zukunft? Wird die Mannschaft in der Rückrunde überhaupt antreten? Wenn ja, mit welchen Spielern? Kommt der Trainer zurück? Und wie stellt sich der Vorstand personell auf? Fragen über Fragen, die fast stündlich eine andere Antwort erhalten. Denn das ausgebrochene Chaos scheint für die Essener Südstädter unlösbar zu sein.

FSV Kettwig: Chaostage und Ungewissheit gehen weiter

Schwartz: "Nicht blamieren"

tr
11. Februar 2007, 15:20 Uhr

Die ganze Liga blickt in diesen Tagen gespannt nach Kettwig. Hat der dortige FSV noch eine sportliche und/ oder finanzielle Zukunft? Wird die Mannschaft in der Rückrunde überhaupt antreten? Wenn ja, mit welchen Spielern? Kommt der Trainer zurück? Und wie stellt sich der Vorstand personell auf? Fragen über Fragen, die fast stündlich eine andere Antwort erhalten. Denn das ausgebrochene Chaos scheint für die Essener Südstädter unlösbar zu sein.

Der jüngste, x-te Krisengipfel brachte wieder einmal kein Ergebnis. Im Gegenteil: Die herrschende Unsicherheit wurde gar verstärkt. Denn nach RS-Informationen unterbreiteten die Club-Verantwortlichen dem Team einen Vorschlag, in dem die Gehälter bis zum Saisonende in abgespeckter Form bezahlt werden sollen. Ein Großteil des Kaders hätte sich einverstanden erklärt. Doch die Truppe hatte zuvor ein Abkommen getroffen, das besagt, dass wenn ein Spieler gegen den Vorschlag sei, alle an einem Strang ziehen würden. Deswegen wurde keine Einigung erzielt.

Die Forderung: Eine gewisse Summe soll bis zu einem bestimmten Tag beglichen werden, doch das können „Boss“ Jöran Steinsiek und Schatzmeister Gunther Paas nicht versichern: „Nach den Erfahrungen der letzten Wochen sind wir vorsichtiger geworden und wollen uns nicht auf einen Fixpunkt festnageln lassen, denn das wäre unseriös.“ Konsequenz: Eine Woche vor dem Rückrunden-Auftakt wird immer noch nicht trainiert. Zwar halten sich die Akteure nach eigenem Bekunden fit, doch während sich die Konkurrenz explizit vorbereitet, hinken die Kettwiger so kurz vor dem Start der Musik gewaltig hinterher.

„Unser Schritt war dennoch richtig, da die Unzufriedenheit zu groß war“, verteidigt Routinier André Schwartz die eingeschlagene Marschroute. „Selbst wenn es zu Beginn noch nicht so läuft, werden wir schnell genug rein kommen, um den Abstieg zu verhindern. Doch eins ist klar:Wir haben ein großes Fass aufgemacht unddürfen uns jetzt nicht blamieren.“ Doch das ist schon längst geschehen, denn das Image des FSV ist geschädigt. Zwar werden keine Köpfe mehr gefordert (Schwartz: „Wir dulden Jöran, aber er ist nicht länger unsere Kontaktperson.“), doch wie und ob es weiter geht, steht in den Sternen.

„Ich gehe davon aus, dass am Montag Abend die letzten Gespräche geführt werden und wir danach gemeinsam die Rückrunde aufnehmen“, ist Schwartz optimistisch, die Elf doch noch zur Einstimmigkeit zu kriegen. „Wir stehen zusammen“, will der Ex-Mülheimer nichts von einem zwiegespaltenen Lager wissen, auch wenn das für heute geplante Match auch wieder abgesagt werden musste. „Der Vorstand will die Saison retten, sportlich sind wir auch daran interessiert. Wer jetzt immer auf sein Recht pocht, kann am Ende der Verlierer sein. Wir sind kompromissbereit.“ (Ex)-Trainer Karl Weiß würde eine Einigung begrüßen: „Wenn sich morgen eine vernünftige Basis entwickelt, bin ich der Letzte, der nicht versucht, die Spielzeit zu beenden. Es wäre für die Liga tragisch, wenn eine weitere Mannschaft zurückzieht.“

Autor: tr

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