Zwölf Kunstrasen-Plätze verteilen sich bereits jetzt auf das Bochumer Stadtgebiet - das ist absolute Spitze im Revier. Für zwei weitere Anlagen gab es nun grünes Licht: Der BV Langendreer 07 und der SV Arminia Bochum erhielten von der Stadt die Zusage für den Bau. Als großer

Bochum: Neue Kunstrasenplätze für Arminia und BV Langendreer 07

Ein Ende der Sportplatz-Not ist in Sicht

Felix Guth
10. Februar 2007, 16:22 Uhr

Zwölf Kunstrasen-Plätze verteilen sich bereits jetzt auf das Bochumer Stadtgebiet - das ist absolute Spitze im Revier. Für zwei weitere Anlagen gab es nun grünes Licht: Der BV Langendreer 07 und der SV Arminia Bochum erhielten von der Stadt die Zusage für den Bau. Als großer "Gönner" tut sich dabei die Sparkasse in Bochum hervor, die mit einem scheinbar beträchtlichen Betrag die Kunstrasen-Idee unterstützt.

Wer Gutes tut, der redet in der Regel gern darüber. Nicht so die Sparkasse: Mühsam gestaltet sich die Suche nach Informationen. Ansprechpartner kann niemand nennen, genauso wenig genaue Beträge. Nur so viel lässt sich herausfinden: Die Bochumer Sparkassenstiftung ist Träger der finanziellen Unterstützung. Die Stiftung will das Geld seiner Kunden zurück in den "sozialen Markt" bringen und unterstützt deshalb Kultur und Sport. Im letzten Jahr kamen der Kultur großzügige Förderbeträge zu Gute, in diesem Jahr sei eben der Sport an der Reihe, hieß es aus Kreisen der Sparkasse. Die Summe, die letztlich fließen wird, ist noch von den genauen Planungen abhängig. "Wir sprechen derzeit noch mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule über einer gemeinsame Nutzung des neuen Platzes", sagt Dirk Brandau, Geschäftsführer von A-Kreisligist Arminia Bochum. Die Auswahl der beiden Vereine ergab sich dabei offensichtlich durch die Lage ihrer Sportplätze. Denn sowohl die Arminia als BVL in einhundersten Jahr seines Bestehens sind von deutlich komfortableren Anlagen zum Teil unterklassiger Nachbarn umgeben. Der Kreisligist unternahm bereits mehrere Neubau-Initiativen und wurde nun bedacht.[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_278.jpg Nicht mehr als ein staubiger Parkplatz war die Anlage an der Hohen Eiche in den letzten Jahren. 07-Foto[/imgbox]

Für die beiden Vereine endet mit der Aussicht auf eine neue Anlage eine lange Leidensgeschichte. Denn beide spielen bisher auf Fußballplätzen, die ihrem Namen spotten. An der "Hohen Eiche" in Langendreer ist Sport so gut wie gar nicht möglich. "Eigentlich ist dieser Platz nur bei leichtem Nieselregen bespielbar. Also ungefähr an drei Tagen im Jahr", sagt Trainer Dirk Boenig. Alle anderen Wetterverhältnisse führten entweder zu dicken Staubwolken oder tiefem Matsch. "Das ist eine echte Hypothek. Viele Spieler gehen lieber in die Kreisliga A", sagt Boenig.

An der Wielandstraße, wo Arminia Bochum mit seinen 16 Jugend- und vier Seniorenmannschaft zu Hause ist, ergibt sich ein ganz ähnliches Bild. "Es herrscht geradezu Unfallgefahr", sagt Dirk Brandau. Die Steine unter der Aschenschicht treten immer mehr zu Tage, bei Regen ist der Platz ohne Drainage sofort überschwemmt. Gerade die ausgezeichnete Jugendarbeit bei einem der größten Bochumer Vereine wäre bei diesen Bedingungen auf lange Sicht in Gefahr. "Wir würden viele Jugendliche verlieren", glaubt Brandau.

Doch dank der Unterstützung von Sparkase und Stadt soll das Gegenteil eintreten: Mit den neuen Anlagen hoffen beide Vereine, künftig bei der Suche nach neuen Spielern gewichtige Argumente zu haben. "Es könnte schon sein, dass der ein oder andere dann eher nach Langendreer kommt", sagt Dirk Boenig. Gerade in Zeiten leerer Vereinskassen, sei eine Anlage immer wichtiger. Für den Bezirksligisten - mittlerweile klassenhöchster Verein im größten Bochumer Vorort - ist die Unterstützung auch eine Bestätigung der Arbeit in den letzten Jahren. "Jetzt den Klassenerhalt schaffen und dann den neuen Kunstrasenplatz eröffnen", nennt Boenig die Zukunftsformel beim BVL. Bis zur Sommerpause will man in Langendreer mit dem Bau nicht mehr warten. Die ersten Bagger sollen schon in den kommenden Wochen anrollen - mit der Folge, dass Boenigs Elf ihre Heimspiele in der Rückrunde der Bezirksliga 15 voraussichtlich auf Nachbarplätzen austragen müsste. "Wir haben sowieso erst einmal zu Hause gewonnen", sieht Boenig dies gelassen. Etwas Sorge hat er jedoch vor den ersten Spielen auf neuem Geläuf. "Da müssten wir uns umstellen. Wir haben ja nicht gerade die technisch beschlagenste Mannschaft."[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_277.jpg Der Platz an der Wielandstraße nach dem Bombenfund. Foto: revierkick.de, E. Redemann[/imgbox]

Der Sportplatz der Arminia soll hingegen erst ab Sommer entstehen. "Über den genauen Zeitablauf wird noch diskutiert", sagt Dirk Brandau. Vieles hänge davon ab, ob für die benachbarte Gesamtschule auch Leichtathletik-Anlagen entstehen werden. Weiterem Zulauf an Vereinsmitgliedern und Spielern sieht man bei Kreisligst Arminia eher skeptisch entgegen. "Das könnten wir im Moment gar nicht verkraften", so Brandau, der den neuen Platz eher "langfristig" als Vorteil sieht.

Bleibt die Frage: Warum funktioniert in Bochum in Sachen Sportplätzen, was für andere Städten eine große Hürde darstellt? Neben den Plätzen für Arminia Bochum und den BV Langendreer ist in diesem Jahr der Bau von sechs Anlagen geplant. "Offenbar hat die Stadt erkannt, was Vereinsarbeit und soziales Engagement leisten können", sagt Dirk Brandau. Beim Blick auf radikale Sparmaßnahmen in anderen Ruhrgebietsstädten sei ihm "das Bochumer Modell schon lieber". Natürlich sind die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen im Revier unterschiedlich. Dennoch: Der Bochumer Weg, Sponsoren mit ins Boot zu nehmen, ist nachahmenswert.

Autor: Felix Guth

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