Es war der Tag von Linda Bresonik. Im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei feierte die Duisburgerin eine tolle Rückkehr in die Nationalmannschaft.

FCR 2001 Duisburg

"Das hat an meinem Ego gekratzt"

21. Februar 2012, 12:42 Uhr

Es war der Tag von Linda Bresonik. Im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei feierte die Duisburgerin eine tolle Rückkehr in die Nationalmannschaft.

In einer mäßigen deutschen Mannschaft sorgte Bresonik in für die Glanzpunkte. Was für ein Comeback, wird sich die 28-Jährige nach dem Spiel gedacht haben. War sie doch im Herbst 2011 wegen schlechter Leistungen aus dem Team aussortiert worden. Und auch, wenn sie die Entscheidung der Bundestrainerin damals durchaus nachvollziehen konnte, war Bresonik verärgert: „Das hat schon an meinem Ego gekratzt.“ Zumal es für die 72-fache Nationalspielerin auch in der Bundesliga nicht gut lief.

Anlaufschwierigkeiten nach der WM

Nach der WM im eigenen Land hatten einige DFB-Ladys Probleme in den Alltag zurückzufinden. „Die WM war einfach ein riesiges Highlight mit einer Menge Trouble“, erinnert sich Bresonik. „Ich habe Zeit gebraucht, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.“ Dementsprechend kam die 28-Jährige in den ersten Partien des FCR Duisburg überhaupt nicht in Schwung, stand stellenweise stark in der Kritik und rutschte immer weiter in ein tiefes Loch. Die Mittelfeldspielerin dementiert zwar, dass sie ein Motivationsproblem hatte. Doch war es durchaus eine Umstellung nach den ausverkauften Stadien bei der Weltmeisterschaft in der Bundesliga „nur“ vor 1.000 Zuschauern aufzulaufen.

Aber die gelernte Groß und Einzelhandelskauffrau zog sich Stück für Stück immer weiter aus dem Sumpf und wurde im Laufe der Zeit eine der Stützen der Mannschaft. Am zehnten Spieltag, in der Partie gegen Tabellenführer Turbine Potsdam, erlebte Bresonik schließlich ihr persönliches Wechselbad der Gefühle: Ein Eigentor, ein verschossener Elfmeter, eine Torvorlage und der Siegtreffer zum 3:2. Eine solche Partie hatte die gebürtige Essenerin in ihrer Karriere noch nicht erlebt. Immer noch denkt sie gerne an diesen 27. November zurück. „Das war ein tolles Erlebnis, dass ich nicht missen möchte.“

Bresonik unverzichtbar für Bundestrainerin

Wie gut für Duisburgs Nummer zehn, dass die Bundestrainerin an diesem Sonntagnachmittag auf der Tribüne saß und Bresoniks Entwicklung anerkannte. Und so kam Silvia Neid im ersten Länderspiel des Jahres nicht mehr um die „Löwin“ herum: „Linda hat die Kritik angenommen und mit Leistungen auf dem Platz geantwortet. Ihre Formkurve ging vor der Winterpause nach oben.“ Und die zahlte ihr das Vertrauen mit einem Tor und einer Torvorlage zurück und ist nun auch im DFB-Dress wieder angekommen.

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