Alle Weichen beim Gelsenkirchener Verein Rot-Weiß Wacker Bismarck stehen auf Neubeginn. Vergessen der Rückzug der ersten Mannschaft aus der Landesliga im Herbst 2006. Vergessen auch die „Beinahe-Vereinsauflösung“ nach dem Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Reinhard Fiebig.

Gelsenkirchen: Neubeginn bei RW Wacker Bismarck

"Bezirksliga ist attraktiver als Landesliga"

Thomas Ziehn
07. Februar 2007, 14:31 Uhr

Alle Weichen beim Gelsenkirchener Verein Rot-Weiß Wacker Bismarck stehen auf Neubeginn. Vergessen der Rückzug der ersten Mannschaft aus der Landesliga im Herbst 2006. Vergessen auch die „Beinahe-Vereinsauflösung“ nach dem Rücktritt des langjährigen Vorsitzenden Reinhard Fiebig.

Der Verein hat– seit Freitag auch offiziell einen neuen Vorstand, der bereits seit Wochen fieberhaft daran arbeitet, dass die Mannschaft von der Reckfeldstraße in der nächsten Bezirksliga-Saison voll angreifen kann und der Gesamtverein auf eine solide Basis gestellt wird.

Seit Freitagabend ist der neue Vorstand im Amt. Auf der Mitgliederversammlung im Vereinsheim an der Reckfeldstraße wählten die Mitglieder Heinz Heitkamp und Jörg Schönig zu neuen ersten Vorsitzenden. "„Dafür haben wir eine Satzungsänderung verabschiedet, die mit Gelsensport abgesprochen war. Wir wollten zwei gleichberechtigte erste Vorsitzende“", erklärt Andreas Benthaus, neuer erster Geschäftsführer bei den Gelsenkirchenern.

Ihm zur Seite steht sein Stellvertreter Carsten Felker. Um die Finanzen kümmern sich künftig Günter Rossetto (1. Kassierer) und Friedhelm Simmer (2. Kassierer). „"Wir sind jetzt gut aufgestellt. Jeder hat seinen Aufgabenbereich. Ich werde mich um das Sportliche und das Tagesgeschäft kümmern“", so Benthaus, „Carsten wird mich dabei so gut es geht unterstützen. Auch die Jugendarbeit und Sponsorengewinnung fällt in meinen Aufgabenbereich." Die „Doppelspitze“ wird den Verein repräsentieren und ebenfalls versuchen, Sponsoren ins Boot zu holen.“

Nach dem Rücktritt von Reinhard Fiebig war für die eingesetzte Findungskommission vor allem eines wichtig: Aufräumen. „"Wir mussten uns in die Materie herein arbeiten"“, erinnert sich [infobox-right]Das Seuchenjahr 2006
Das Jahr 2006 war für Rot-Weiß Wacker Bismarck ein Jahr zum Vergessen. Vor der Landesliga-Saison brachen erst Sponsoren und dann so gut wie die ganze Mannschaft weg. Die eilig formierte Truppe hatte kein Landesliga-Format. Nach sieben Niederlagen in Folge und 35 Gegentoren zog der Verein die Mannschaft auf Wunsch der Spieler zurück. Zuvor war nach dem Rücktritt von Reinhard Fiebig die Vereinsauflösung mit der Einführung einer Findungskommission in letzter Minute abgewendet worden.[/infobox]Geschäftsführer Benthaus. "„Sachen prüfen, Rechnungen begleichen, die Mitglieder über alles informieren. Das war viel Arbeit, aber jetzt ist alles in Ordnung und wir können nach vorne schauen." Alle Mitglieder der Findungskommission sind auch weiterhin für RWW tätig.“

Noch vor dem Rückzug der Landesliga-Elf brachen bei Wacker Mitte 2006 viele Sponsoren weg. Diese versucht das Team um Andreas Benthaus wieder zurück zu gewinnen: "„Die Perspektive für den Verein ist gut. Ich bin mir sicher, dass wir neue Geldgeber finden und alte wieder zurück gewinnen können."“

Die zweite Großbaustelle ist die Mannschaft, die es nach dem Landesliga-Rückzug in alle Himmelsrichtungen verschlug. „Fast alle sind gegangen. Nur einige Wenige haben die Möglichkeit genutzt, sich bei der „Zweiten“ fit zu halten. Auch Trainer Jürgen Goebel hat es nicht im Verein gehalten“, erklärt Benthaus. "Eigentlich hatte Goebel Rot-Weiß seine Hilfe beim Aufbau einer schlagkräftigen Bezirksliga-Truppe zugesichert. „Dazu möchte ich nichts sagen. Das ist Vergangenheit"“, blickt Benthaus nur nach vorn.

Ein Nachfolger für Goebel ist nämlich längst gefunden. Klaus Nelle, zuletzt unter anderem bei Union Neustadt tätig, hat die Vereinsspitze mit seinem Konzept überzeugt. Und auch etliche Spieler haben bereits ihre Zusagen für die kommende Saison - wahrscheinlich in der Bezirksliga 13 - gegeben. "„Wir haben fast eine komplette Mannschaft zusammen. Aus der A-Jugend werden desweiteren drei oder vier Spieler den Sprung in die „Erste“ schaffen. A-Jugend-Torwart Tobias Hennemann verfügt beispielsweise bereits über Landesliga-Erfahrung“", setzt Benthaus auch auf die eigene Jugend. „Darüber hinaus wird es noch einige Rückkehrer geben.“

Langfristige Ziele hat man sich bei Rot-Weiß Wacker Bismarck bisher noch nicht gesetzt: "„Wir denken jetzt erst einmal an die nächste Saison, wo wir einen Platz im Mittelfeld anpeilen. Mittelfristig ist die Bezirksliga viel attraktiver als die Landesliga, weil es viel mehr Derbys gibt und die Anfahrtswege nicht so weit sind."

Autor: Thomas Ziehn

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