Die Iserlohn Roosters verlieren im Kampf um die Play-offs weiter an Boden. Und sie verspielen Kredit bei den Fans.

ISERLOHN ROOSTERS: Pfiffe und Sitzblockade der Fans

mt
31. Dezember 2006, 17:33 Uhr

Die Iserlohn Roosters verlieren im Kampf um die Play-offs weiter an Boden. Und sie verspielen Kredit bei den Fans.

Die Iserlohn Roosters verlieren im Kampf um die Play-offs weiter an Boden. Und sie verspielen Kredit bei den Fans. "So 'ne Scheiße haben wir nicht verdient!", skandierte ein Kern der Zuschauer während des Spiels gegen Straubing, das mit 2:3 nach Penaltyschießen verloren wurde. Dabei war die Stimmung prächtig, denn vor dem Duell mit dem Neuling wurde Vertragsverlängerung mit Jimmy Roy bekannt gegeben. Er wird zwei weitere Jahre für die Roosters stürmen. Neben Roy besitzen auch Nico Pyka, Robert Hock und Michael Wolf Kontrakte. „Wir haben hart gespielt und alles versucht, um zu gewinnen. Wir haben 50 Schüsse auf das Tor gebracht. Das reicht in den meisten Fällen zum Sieg, aber Bales hat einen überragenden Job gemacht“, meinte Trainer Geoff Ward. „Wir waren nicht in der Lage, das dritte Tor zu machen. Wir hatten genug Chancen. Vom Einsatz her kann ich dem Team keinen Vorwurf machen. Man darf uns nicht abschreiben, denn wir werden zurückkommen.“

Auch die sportliche Leitung will (noch) nicht in zu große Sorge verfallen, was das Erreichen von Platz zehn angeht. "Noch sind wir im Rennen, aber es wird immer schwieriger, das ist klar", räumte der sportliche Leiter Karsten Mende ein. Trainer und Manager gaben zu, dass es am Team durchaus Kritik geben würde, die aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Über die Gründe für den Misserfolg werde mit den Spielern in der Kabine gesprochen. Es ist aber nicht schwierig, zu ermitteln, wo bei den Waldstädtern nun der Hebel angesetzt werden muss. Kampfkraft und Mannschaftsgeist sind nun gefragt, die Konzentration auf das Machbare, auf das einfache Hockeyspiel. Noch schmerzlicher als die zwei verlorenen Punkte gegen Straubing ist die 1:3-Niederlage in Augsburg. "Der Gegner hat heute härter gearbeitet und härter gekämpft als wir, das war entscheidend für den Sieg", erklärte da Geoff Ward, womit man wieder bei der Antwort auf die Frage ist, wo im Moment die größten Defizite im Spiel der Mannschaft auszumachen sind.

In Duisburg bekamen die Roosters die Höchststrafe verpasst. „Zwei Tore bei Überzahl während einer Strafzeit zu bekommen, habe ich in meiner Karriere auch noch nicht erlebt. Wir müssen cleverer spielen und sind derzeit ziemlich frustriert“, fehlten Geoff Ward ein wenig die Worte, während die Fans Klartext skandierten: "Wir verlieren jedes Spiel!" Individuelle Fehler und eine eklatante Abschlussschwäche sorgten für die Pleite beim Schlusslicht Duisburg. Die Fans hatten endgültig die Nase voll. Rund 100 reagierten mit einem Sitzstreik vor dem Bus, der aber relativ schnell beendet war, nachdem sich einige Spieler geäußert hatten.

Autor: mt

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