Mit Stolz, aber auch einigen Bauchschmerzen reist
der deutsche Eishockey-Meister Eisbären Berlin zum 80. Spengler-Cup
nach Davos.

Spengler-Cup: Eisbären mit Bauchschmerzen und Stolz

22. Dezember 2006, 11:43 Uhr

Mit Stolz, aber auch einigen Bauchschmerzen reist
der deutsche Eishockey-Meister Eisbären Berlin zum 80. Spengler-Cup
nach Davos.

`Wir freuen uns, Deutschland bei dem besten Turnier in
Europa vertreten zu dürfen, doch der Terminstress ist ein Problem´,
sagt Eisbären-Trainer Pierre Page.
Vier Spiele in nur fünf Tagen (26. bis 30. Dezember) stehen im
1560 Meter hoch gelegenen Schweizer Nobel-Skiort kurz vor der
entscheidenden Hauptrunden-Phase der Deutschen Eishockey-Liga (DEL)
an. `Eine ideale Vorbereitung ist das sicher nicht. Die Spieler
werden bis an ihre Grenzen gehen müssen´, sagt Meister-Coach Page,
dessen Team sich am Freitag durch das 5:2 bei den Frankfurt Lions
auf einen direkten Playoff-Platz vorgekämpft hatte. Sich für die
DEL zu schonen, die für die Eisbären am 2. Januar weitergeht, kommt
für Page aber nicht in Frage: `Wir wollen das Turnier gewinnen und
dementsprechend Gas geben.´
Nicht nur die 94.000 Euro, die der Sieger im Optimalfall
verdienen kann, sondern auch der mögliche Prestigegewinn soll den
Eisbären Beine machen. Der erste Sieg eines deutschen Teams seit
1999 (Kölner Haie) beim seit 1923 ausgetragenen Traditionsturnier
wäre für die gesamte Liga wichtig. `Wenn die DEL die besten Spieler
außerhalb der NHL haben will, müssen wir bei solchen Gelegenheiten
ein gutes Bild abgeben´, sagt der Kanadier Page. Neben Köln konnten
sich bislang nur Füssen (1952 und 1964) und der BSC Berlin (1924,
1926 und 1928) in die Siegerliste eintragen.
Allerdings muss Berlin auf sieben Spieler verzichten, die
zeitgleich bei der U20-WM in Schweden für Deutschland auf dem Eis
stehen. Die Ausfälle will Page mit Spielern aus dem Oberligateam
kompensieren, zudem verpflichtete Manager Peter John Lee in Aris
Brimanis (34), Dominic Perna (29) und Thierry Paterlini (31) drei
Gastspieler. `Das ist notwendig, um aus der Höhe von Davos nicht
vollkommen platt nach Berlin zurückzukommen´, meint Lee.
Der zweimalige deutsche Meister trifft am ersten Weihnachtstag
zunächst auf Gastgeber HC Davos. Weitere Gegner sind der russische
Vertreter Chimik Mytischi (28. Dezember), die Schweden von Mora IK
(29. Dezember) und ein aus in Europa tätigen Kanadiern besetztes
Team Kanada (30. Dezember). Das Finale der zwei Bestplatzierten
steigt am letzten Tag des Jahres. Insgesamt rechnen die
Veranstalter mit 75.000 Zuschauern.

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