Den englischen Fans bleibt der Super-GAU eines deutschen Trainers ihres Nationalteams wohl vorerst erspart. Der hoch gehandelte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld verwies betreffende Gerüchte ins Reich der Fabel.

England für Hitzfeld kein Thema

dit
31. Dezember 2003, 14:46 Uhr

Den englischen Fans bleibt der Super-GAU eines deutschen Trainers ihres Nationalteams wohl vorerst erspart. Der hoch gehandelte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld verwies betreffende Gerüchte ins Reich der Fabel.

Nachdem die englischen Anhänger schon den Aufschrei der Entrüstung auf den Lippen hatten, kommt nun Entwarnung: Ungeachtet der Spekulationen um seine Zukunft als erster deutscher Nationaltrainer der Insulaner will Trainer Ottmar Hitzfeld dem FC Bayern treu bleiben. "Ich weiß gar nicht, was da genau läuft. Ich will meinen Vertrag in München bis 2005 auf jeden Fall erfüllen", sagte der Meister-Coach der Tageszeitung tz, die ihn in seinem Ski-Urlaub im schweizerischen Engelberg erreichte. Zugleich dementierte Hitzfeld jeglichen Kontakt zum englischen Verband: "Ich habe jedenfalls keine Anfrage bisher erhalten. Das interessiert mich jetzt auch nicht sonderlich."

Kandidat für Erikssons Nachfolge

Nach Informationen der seriösen englischen Tageszeitung Daily Telegraph ist der 54-Jährige erster Kandidat auf den Posten des englischen Teammanagers, sollte der derzeitige Coach Sven-Göran Eriksson seinen Vertrag nach Ende der Euro 2004 in Portugal nicht verlängern. Hitzfeld steht in München allerdings noch bis 30. Juni 2005 unter Vertrag.

Außerdem sitzt der erfolgreichste deutsche Fußball-Lehrer (15 Titel) nach dem Erreichen des Champions-League-Achtelfinales gegen Real Madrid und den Erfolgen in den letzten Bundesligaspielen vor der Winterpause bei den Bayern wieder fest im Sattel. Die Münchner schoben sich nach verkorkster Hinrunde am Ende des Jahres noch auf den zweiten Tabellenplatz hinter "Herbstmeister" Werder Bremen. Der Rückstand auf die Norddeutschen beträgt vier Punkte.

Die Regenbogenpresse will es wissen

Der Daily Telegraph beruft sich auf Insiderinformationen, wonach Hitzfeld bei Verbands-Generaldirektor Mark Palios besonders hoch im Kurs stehe. Palios hatte sich zuletzt ausdrücklich hinter die Entscheidung der Disziplinarkommission des Verbandes FA gestellt, Nationalverteidiger Rio Ferdinand (Manchester United) für acht Monate zu sperren. Der teuerste Abwehrspieler der Welt hatte einen Dopingtest verpasst.

Eriksson hatte die Sperre gegen Ferdinand, der damit die Euro 2004 abschreiben darf, als übertrieben empfunden und zögert deshalb mit der Unterschrift unter einen neuen Kontrakt mit der FA. Außerdem wird der Schwede mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht.

Autor: dit

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