Noch lange nach der Schlusssirene feierten die Fans ihre Stars. I

DEG: Defensiver und cleverer - Adler gefeiert

02. Oktober 2006, 14:54 Uhr

Noch lange nach der Schlusssirene feierten die Fans ihre Stars. I

In nur vier Wochen haben die Mannheimer Adler in
der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) das Debakel der Vorsaison
vergessen lassen und sich mit ihrem Anhang versöhnt. `Der
Aufschwung tut gut nach der verkorksten letzten Spielzeit´, sagte
Nationalspieler Christoph Ullmann nach dem 3:1-Sieg gegen Neuling
Straubing Tigers, mit dem der Titelfavorit die Tabellenführung
behauptete.
Nachdem der DEL-Rekordmeister in der vergangenen Saison
erstmals die Playoffs verpasst hatte, schickt er sich jetzt an, die
hohen Erwartungen zu erfüllen. `Das harte Training im Sommer zahlt
sich jetzt aus. Deshalb sind wir Spitzenreiter´, erklärte Ullmann,
der mit seinen Teamkollegen von Trainer Greg Poss bereits lange vor
Saisonbeginn zu den ersten Übungseinheiten gebeten worden war:
`Viele Spiele werden erst kurz vor Schluss entschieden, da ist
unsere gute Kondition entscheidend.´
Gegen den Aufsteiger hatten sich die Kurpfälzer allerdings
selbst zuzuschreiben, dass es bis kurz vor Schluss spannend war.
`Wir haben unsere Torchancen nicht ausgenutzt´, meinte
Ex-Bundestrainer Poss. Erst dreieinhalb Minuten vor Schluss
sicherte Ullmann den siebten Saisonsieg.
Einen schwierigeren Start in die neue Saison hatte Vizemeister
DEG Metro Stars erwischt. Nach dem 2:1 gegen die Iserlohn Roosters
wähnen sich die Düsseldorfer nun allerdings auf dem richtigen Weg.
`Nach drei Niederlagen in den ersten vier Spielen haben wir die
Taktik umgestellt. Wir spielen jetzt defensiver und cleverer´,
sagte Manager Lance Nethery nach dem vierten Sieg in Folge und gab
zu: `Wir spielen derzeit nicht das schönste Eishockey, aber wir
brauchen Punkte und Siege.´
Mit den sportlichen Erfolgen will der Altmeister auch endlich
seine Fans für seine neue Heimat begeistern. Gegen Iserlohn kamen
7391 Zuschauer in den ISS Dome, immerhin 2000 mehr als zuletzt,
aber immer noch weniger, als die Verantwortlichen vor dem Umzug von
der Brehmstraße ins neue Domizil erwartet hatten. `Über den
sportlichen Erfolg wollen wir Zuschauer gewinnen´, beschrieb
DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp die Strategie, Geld für
Werbung sei im Etat nicht vorgesehen, `wir warten ab, weil wir es
uns wirtschaftlich leisten können´.
Mit den Branchenführern können die Düsseldorfer, die durch den
Umzug zu den Großen aufschließen wollten, noch nicht mithalten. 57.
221 Fans sahen die fünf Heimspiele der Mannheimer Adler in ihrer
futuristischen SAP-Arena, gar 59.466 Zuschauer strömten zu den
Haien in die Kölnarena, immerhin 44.155 wollten die bislang fünf
Partien der Hamburg Freezers sehen. Dagegen nehmen sich die 25.749
Besucher der vier DEG-Heimspiele bescheiden aus.
Sportlich auf dem Weg nach oben sind auch die Hannover
Scorpions unter Ex-Bundestrainer Hans Zach. `Es ist genau das
aufgegangen, was wir wollten´, meinte der Bad Tölzer nach dem 3:1
der Niedersachsen bei den Augsburger Panthern: `Wir haben aus einer
starken Defensive gespielt, und Augsburg hat nicht den Schlüssel
gefunden, unsere Defensive zu knacken.´ Mit Zachs Defensivsystem
und vier Siegen aus den vergangen fünf Spielen sind die `Skorpione´
schon auf Platz vier geklettert.

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