Der Parmalat-Finanzskandal bringt den italienischen Erstligisten AC Parma in arge Bedrängnis. Nach der Insolvenz des Mutterkonzerns muss der Klub in einem halben Jahr 40 Millionen Euro aufbringen.

Fehlende Millionen lassen Parma schwarz sehen

dit
30. Dezember 2003, 13:52 Uhr

Der Parmalat-Finanzskandal bringt den italienischen Erstligisten AC Parma in arge Bedrängnis. Nach der Insolvenz des Mutterkonzerns muss der Klub in einem halben Jahr 40 Millionen Euro aufbringen.

Weil der Mutterkonzern Parmalat pleite ist, droht nun auch dem italienischen Serie-A-Klub AC Parma der finanzielle Exitus. Um den Bankrott abzuwenden, muss der Klub bis Juni 2004 40 Millionen Euro auftreiben. Dies berichtet die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Noch unklar ist, ob der insolvente Nahrungsmittelkonzern Parmalat die Summe auftreiben wird, um den Konkurs des Vereins zu vermeiden. Die Verluste des aktuellen Tabellensechsten betragen insgesamt 77 Millionen Euro.

Parmas Sportdirektor Patrick Nebiolo betonte, dass der Verkauf einiger Spieler unvermeibard sei, um den Konkurs des Klubs zu verhindern. Der erste Spieler, der den Klub verlassen könnte, ist der brasilianische Starstürmer Adriano, der seit September 2002 bei Parma unter Vertrag steht. Der 21-Jährige könnte bereits im Januar zu Inter Mailand wechseln.

Frey könnte 25 Millionen bringen

Wegen der Parma-Krise dürfte auch Torwart Sebastian Frey in den kommenden Wochen den Klub verlassen. Für Frey ist der englische Premier-League-Klub FC Chelsea bereit, 15 Millionen Euro auszugeben. Freys Wechsel war ursprünglich im Juli geplant, könnte jedoch wegen der Parma-Krise vorgezogen werden.

Eine am Montag geplante Aufsichtsratsitzung von AC Parma unter der Leitung von Klubchef Stefano Tanzi wurde auf den 9. Januar 2004 verschoben. Bis dahin sollte der genaue Umfang des Minus bei Parmalat klar sein. Die Staatsanwaltschaft von Mailand, die gegen die Unternehmerfamilie Tanzi wegen betrügerischen Bankrotts ermittelt, schätzt, dass das Finanzloch des Nahrungsmittelkonzerns rund 13 Milliarden Euro beträgt.

Autor: dit

Kommentieren