Die finanzielle Situation der italienischen Spitzenklubs hat sich weiter verschärft: Die ohnehin hochverschuldeten Klubs erhöhten ihre

Italiens Spitzenklubs "schwimmen" in Schulden

us
19. Dezember 2003, 12:16 Uhr

Die finanzielle Situation der italienischen Spitzenklubs hat sich weiter verschärft: Die ohnehin hochverschuldeten Klubs erhöhten ihre "roten Zahlen" um 37 Prozent.

Tristes Weihnachtsfest für die italienischen Serie-A-Klubs: Trotz einer strengen Sparpolitik und Kürzungen bei den Spielergehältern betrugen die Verluste der 18 Erstliga-Vereine in der Saison 2002/2003 413 Millionen Euro, was einer Erhöhung der "roten Zahlen" von 37 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2001/2002 entspricht. Dies berichtete die römische Tageszeitung La Republica am Freitag.

Ohne das seit Februar geltende Gesetz "Salva-Calcio", das den hoch verschuldeten Klubs im Stiefelstaat zusätzliche finanzielle Abschreibungen ermöglicht, wären die Verluste sogar noch viel höher ausgefallen. Der Weg zur Sanierung des italienischen Fußballs ist noch hürdenreich. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verschuldung, die in den vergangenen Monaten unter der Leitung von Liga-Chef Adriano Galliani ergriffen wurden, zeigten bisher geringe Resultate.

Provinzklubs arbeiten solider

Beim Versuch, eine Sanierung durchzuführen, sind kleine Provinzklubs durchschnittlich erfolgreicher als die großen Traditionsvereine. Carsten Janckers Klub Udinese Calcio ist der einzige Erstligist, der mehr kassiert als er ausgibt. Finanziell stabile Klubs sind auch Empoli, Reggina, Ancona und Modena, die dank der Verpflichtung junger Spieler und dem Verkauf von Top-Spielern an größere Klubs ihre Bilanzen in Ordnung halten konnten.

Die Spielergehälter sind aber immer noch exorbitant hoch. Champions-League-Sieger AC Mailand, im Besitz von Italiens Regierungs-Chef Silvio Berlusconi, zahlte seinen Spielern in der vergangenen Saison 156,7 Millionen Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem den Prämien für den Triumph in der "Königsklasse" zuzuschreiben.

Spielerverkäufe sollen Bilanzen retten

Um die Bilanzen in Ordnung zu bringen, gelang es dem Klub AC Parma, die Gehälter der Spieler um 55 Prozent zu reduzieren. Trotzdem meldete der Verein unter Kontrolle des maroden Milchproduzenten Parmalat Verluste in Höhe von 77 Millionen Euro. Die am stärksten verschuldeten Serie-A-Klubs sind weiterhin die römischen Vereine AS Rom und Lazio Rom. Die Roma, Klub von Francesco Totti, der die italienische Meisterschaft anführt, meldete einen Umsatz von 138 Millionen Euro und gab 227 Millionen Euro aus. Lazio Rom, der seit Monaten vergebens nach einem Käufer sucht, nachdem der Klubchef und Finanzier Sergio Cragnotti Pleite gegangen war, verzeichnete Ausgaben von 231 Millionen Euro und Umsätze von lediglich 100 Millionen Euro.

Autor: us

Kommentieren