Platz zwölf mit nur 20 Punkten ist für den Pokalfinalisten eine Katastrophe. Nur in der Abstiegssaison 1985/86 hatten die Zebras eine noch schlechtere Bilanz.

MSV: Hinrundenbilanz

Positives Gefühl trotz schlechter Leistung

01. Januar 2012, 15:07 Uhr

Platz zwölf mit nur 20 Punkten ist für den Pokalfinalisten eine Katastrophe. Nur in der Abstiegssaison 1985/86 hatten die Zebras eine noch schlechtere Bilanz.

Die Gründe für den Absturz sind offensichtlich. Duisburg kassierte satte neun Niederlagen - lediglich Ingolstadt und Karlsruhe waren schlechter. Außerdem erzielte der MSV nur 24 Tore - weniger waren es zu diesem Zeitpunkt in der 2. Liga zuletzt vor 26 Jahren. Das lag vor allem an der Ausrichtung. Milan Sasic ließ mit Emil Jula nur eine Spitze auflaufen, doch aus dem Mittelfeld kam viel zu wenig, als dass die Zebras gefährlich wurden. Die Abgänge der Wirbelwinde Julian Koch, Olcay Sahan und Sefa Yilmaz konnten nicht kompensiert werden, wodurch Jula in der Luft hing. Somit ist auch erklärbar, warum Duisburg mit nur vier Stürmertoren den schlechtesten Angriff der Liga hat.

Weil das Zusammenspiel der Mannschaftsteile nicht funktionierte, ist der MSV auch in weiteren Wertungen Schlusslicht. Duisburg ist die Mannschaft mit den wenigsten Kontertorschüssen (14), benötige für ein Tor 13 Versuche, foulte am häufigsten (392 Mal), kassierte die meisten Karten (59), erspielte sich die wenigsten Ecken aller Zweitligisten (72) und erzielte als einziges Team keinen Treffer nach einem Freistoß. Sasics Paradedisziplinen, die Standards, waren somit vollkommen wirkungslos.

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Dieses grauenhafte Zahlenwerk wurde erst nach dem Trainerwechsel aufpoliert. Oliver Reck setzte auf Kommunikation, baute Ängste ab und so das Selbstvertrauen wieder auf.

Außerdem verstärkte er die Offensive und ließ meist mit zwei Stürmern spielen. Konsequenz: Die Zebras verloren nur eins der letzten sechs Spiele, fuhren elf Punkte ein und schafften damit den Sprung aus dem Keller ins Mittelfeld. Der Aufwärtstrend war allerdings nicht nur auf die mutigere Spielweise der Abteilung Attacke zurückzuführen. Reck konnte sich auch auf die offensivstärkste Abwehr der Klasse verlassen. Die Defensivspieler waren an 12 Toren direkt beteiligt - Ligaspitze. Allen voran Branimir Bajic, der mit fünf Treffern gar der erfolgreichste Knipser des MSV ist.

Das neue Stimmungshoch sorgte dann auch dafür, dass die schreckliche Auswärtsschwäche abgelegt wurde. Nach acht sieglosen Spielen in der Fremde siegte der MSV am 16. Spieltag 2:1 in Aue. Weil dann auch noch ein Punkt in Unterzahl in Cottbus folgte, wurde der Auswärtsfluch besiegt und Duisburg durfte sich trotz der schlechten Bilanz mit einem positiven Gefühl in die Pause verabschieden. Jetzt heißt es, in der Rückrunde an genau diesem Punkt anzuknüpfen.

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