Revierrivale Borussia Dortmund will beide, doch da ist ja noch der FC Schalke im Spiel. Nach der Absage von Franchin Schiavolin, genannt Gustavo, ist bei den Königsblauen die Suche nach einem Innenverteidiger wieder akut geworden.

SCHALKE - Nach Absage von Gustavo: Westermann und Metzelder heißer denn je

hb
07. Januar 2007, 10:37 Uhr

Revierrivale Borussia Dortmund will beide, doch da ist ja noch der FC Schalke im Spiel. Nach der Absage von Franchin Schiavolin, genannt Gustavo, ist bei den Königsblauen die Suche nach einem Innenverteidiger wieder akut geworden.

Revierrivale Borussia Dortmund will beide, doch da ist ja noch der FC Schalke im Spiel. Nach der Absage von Franchin Schiavolin, genannt Gustavo, ist bei den Königsblauen die Suche nach einem Innenverteidiger wieder akut geworden. Und schon machen wieder die Namen Heiko Westermann, der womöglich im Sommer gemeinsam mit seinem jetzigen Trainer Thomas von Heesen von Bielefeld nach Dortmund wechselt, und Christoph Metzelder die Runde.

Andreas Müller ist von dem einen Kicker sehr überzeugt, von dem zweiten jedoch nicht mehr. „Westermann ist ein interessanter Spieler, der eine sehr gute Entwicklung genommen hat“, lobt der S04-Manager den Arminen, der auch im letzten Hinrunden-Match zwischen Bielefeld und Schalke einen starken Eindruck hinterlassen hatte.

Bei „Metze“ ist die Einschätzung ein wenig schwieriger. Der WM-Teilnehmer hält den BVB bezüglich einer Vertrags-Verlängerung seit etlichen Monaten hin. Klar, der deutsche Nationalspieler hat gute Karten im Verhandlungspoker, schließlich läuft seine Anstellung bei den Schwarz-Gelben zum 30. Juni aus. Wegen seiner Verletzungsanfälligkeit aber will sich Müller, zumindest offiziell, nicht um Metzelder bemühen. „Ob er wirklich dauerhaft die Form wiederfindet, die er vor seinem Achillessehnenriss hatte, muss einfach in Frage gestellt werden“, zuckt der 44-Jährige mit den Schultern.

Zusätzliches Geld für den ablösepflichtigen Westermann oder den ein üppiges Gehalt gewohnten Metzelder könnte ein Akteur in die Schalker Kassen bringen, den noch kein Fan auf dem Vereinsgelände gesehen hat. Der Mitte Dezember bereits als Neuzugang vermeldete Gustavo hat über seinen Berater Müller nun wissen lassen, dass er „aus familiären Gründen“ doch nicht für Schalke spielen wolle.

Der 24-jährige Innenverteidiger von Parana Clube hatte sich am 10. Dezember 2006 das Revierderby in der Arena angesehen und einen Tag später in Gelsenkirchen einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2009 unterzeichnet. Da in seinem Heimatland die Saison beendet war, galt Gustavo als ablösefrei, dennoch verdichteten sich schnell die Gerüchte, dass es beim Transfer Probleme geben könnte. Inzwischen hat der brasilianische Erstligist Palmeiras Interesse an dem Abwehrmann signalisiert. „Wir haben mit Gustavo einen rechtsgültigen Vertrag, der auch der Deutschen Fußball-Liga bereits vorliegt und in den nächsten Tagen an die FIFA geht. Wenn ihn nun ein anderer Klub haben will, wird eine Ablöse fällig“, macht Müller klar, dass das wankelmütige Talent der erste Schalker Spieler sein könnte, der dem Verein Geld einbringt, ohne dass er jemals das S04-Trikot übergestreift hat.

Der S04-Manager, der die Verpflichtung des 24-jährigen Brasilianers als „Investition in die Zukunft“ bezeichnet hatte, sieht für die Rückrunde der laufenden Saison noch keinen Handlungsbedarf. Mit Blick auf die nächsten Jahre ist aber in der Abwehr ein Verjüngungsprozess vonnöten. Marcelo Bordon (wird heute 31), Mladen Krstajic und Darío Rodriguez (beide 32) haben ihre letzten Jahre als Profis vor sich. Während der Kapitän allerdings noch bis 2009 an Schalke gebunden ist, laufen die Verträge des Uruguayers und des Serben ein Jahr früher aus.

Autor: hb

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