Freitagabend im Frankfurter Ortsteil Bockenheim: Die Großfamilie von Faton Toski treffen sich nach langer Zeit endlich mal wieder zu einem gemeinsamen Abend.

VfL Bochum

Faton Toski hat sich selbst überrascht

09. Dezember 2011, 11:07 Uhr

Freitagabend im Frankfurter Ortsteil Bockenheim: Die Großfamilie von Faton Toski treffen sich nach langer Zeit endlich mal wieder zu einem gemeinsamen Abend.

Nach seinem Gala-Auftritt gegen Aue – zwei Tore, drei Vorlagen – ist die Leistung von Sohn Faton natürlich Thema Nummer eins. „Ich habe mich selbst überrascht, denn seitdem ich in der Jugend Fußball spiele habe ich an alles gedacht, nur nicht, dass ich einmal linker Verteidiger spiele und dann auch noch so einen Einstand feiere.“

Fernsehaufnahmen vom Spiel hat er noch nicht gesehen. „Am Sonntagabend hatten wir unser Weihnachtsessen mit der Lizenzspieler-Abteilung, da war noch keine Zeit.“ Doch das wird er sicherlich nachholen, denn schließlich war die Partie gegen Aue in jeder Beziehung etwas ganz besonderes. In zuvor 22 Zweitligaspielen war ihm nicht ein Treffer gelungen. Einen Doppelpack hatte der 24-Jährige in seiner bisherigen Profi-Karriere ebenso noch nicht zu verzeichnen. Und last but not least: Sprechchöre im rewirpowerSTADION hatte er ebenso noch nicht erfahren. „Das war ein Gänsehautgefühl, auch das hätte ich nicht für möglich gehalten.“

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Da seine sportliche Karriere in Bochum eher ruhig und quasi unbemerkt verlief, hat er still ertragen. „Bisher war es meist ein Leben zwischen Kurzeinsatz, Bank und Tribüne.“ Deshalb hat er sich auch das Lesen des Sportteils abgewöhnt und hat so nicht mitbekommen, dass er landauf, landab als Mann des Spieltages gefeiert wurde. Doch viel wichtiger war ihm, dass er sich mit seinem Freistoßtor bei den Teamkollegen für die Geduld und das Vertrauen bedanken konnte. „Sie haben mir immer wieder Mut gemacht, es mit einem Freistoß zu versuchen und obwohl ich das im Training immer wieder und wieder geübt habe, hat es nie geklappt. Deshalb war der Freistoßtreffer wie eine Erlösung.“

Ganz sieht es so aus, als ob der Linksfuß ausgerechnet als linker Verteidiger sein Ziel Stammplatz erreichen kann. „In der Defensivarbeit habe ich natürlich noch Probleme. Es ist für mich eine gewaltige Umstellung, aber nach so einem Spiel fällt es mir natürlich leicht mich mit dieser neuen Position anzufreunden.“

Die nächsten Bewährungsproben stehen bereits ins Haus. Gegen Fortuna Düsseldorf, beim FSV Frankfurt und gegen den FC Bayern wird sich zeigen, ob der „neue“ Linksverteidiger seine Meisterprüfung besteht. Und so rutscht ihm ein Satz über die Lippen, der ihm vor ein paar Wochen noch nicht rausgerutscht wäre. „Ich freue mich auf diese Aufgaben. Erst den ungeschlagenen Spitzenreiter, dann noch die Bayern – wenn wir diese beiden Aufgaben auch noch lösen, vielleicht erkenne ich dann, dass die Position des Linksverteidigers eigentlich immer auf mich gewartet hat.“

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