Georgien vor Augen, die Slowakei im Kopf: 
Um vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel am 11. Oktober gegen 
die Slowakei kein unnötiges Risiko einzugehen, plant Bundestrainer 
Joachim Löw für das Freundschaftsspiel gegen Georgien am Samstag 
nicht mit seiner Stammformation.

"Prinz Poldi" behält Platz im DFB-Sturm

03. Oktober 2006, 11:58 Uhr

Georgien vor Augen, die Slowakei im Kopf:
Um vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel am 11. Oktober gegen
die Slowakei kein unnötiges Risiko einzugehen, plant Bundestrainer
Joachim Löw für das Freundschaftsspiel gegen Georgien am Samstag
nicht mit seiner Stammformation.

`Es wird der ein oder andere Spieler eine Bewährungschance bekommen, auch der ein oder andere
Neuling. Wichtig ist die Partie in Bratislava. Da müssen wir topfit
und am Limit sein. Das Georgien-Spiel ist zum Probieren da´,
betonte Löw am Dienstag in Berlin, wo sich die deutsche
Fußball-Nationalmannschaft am Nachmittag getroffen hatte.
Nachdem Löw im Vorfeld ohnehin schon etliche Absagen hatte
hinnehmen müssen, folgte am Montag die nächste. Marcell Jansen zog
sich beim 0:3 seines Klubs Borussia Mönchengladbach am vergangenen
Samstag bei Werder Bremen einen Außenmeniskuseinriss im rechten
Knie zu und fällt längere Zeit aus. Dennoch reiste er zusammen mit
seinem angeschlagenen Vereinskollegen Oliver Neuville zur Premiere
des WM-Films `Deutschland. Ein Sommermärchen´ am Dienstagabend in
die Hauptstadt an.
`Natürlich bin ich niedergeschlagen, denn ich hätte nicht
damit gerechnet, dass so etwas passiert. Nun muss ich schauen, dass
ich so schnell wie möglich wieder spielen kann´, erklärte der
Gladbacher, der sich am Mittwoch einer Athroskopie unterzieht. `Er
hat zuletzt sehr gute Länderspiele absolviert. Deswegen ist sein
Ausfall sehr bedauerlich´, kommentierte Löw, der nun zwangsläufig
seine Vierer-Abwehrkette wieder umstellen muss.
Neuville (Achillessehnenreizung) wird sich am Mittwoch einem
Belastungstest unterziehen. Am Dienstag sah der Bundestrainer
allerdings noch keine Notwendigkeit für eine Nachnominierung, was
sich bei einer weiteren Absage allerdings noch ändern kann.
Für die Trainingswoche in Berlin vor dem Spiel gegen Georgien
am Samstag (20.00 Uhr/live im ZDF) in Rostock hat der Bundestrainer
für einige `stark belastete Spieler wie Miroslav Klose, Torsten
Frings oder Philipp Lahm ein individuelles Programm oder auch mal
einen Regenerationstag´ angekündigt. Diese Akteure würden gegen
Georgien `sicher auch nicht über 90 Minuten spielen´. Man werde in
dieser Partie auf jeden Fall das Wechselkontingent von sechs
Spieler ausschöpfen.
Was wiederum bedeutet, dass sich die Debütanten Jan
Schlaudraff, Clemens Fritz und Piotr Trochowski durchaus Chancen
auf ihren ersten Einsatz im A-Team ausrechnen dürfen. Zunächst
einmal will Löw aber `in aller Ruhe´ mit seinen drei Neulingen
Gespräche führen, `um ihnen zu erklären, was wir von ihnen
erwarten´. Als da wäre: `Sie müssen unsere Anforderungen und unsere
Spielphilosophie umsetzen.´
Zudem müssten sich Spieler, die neu zum DFB-Kader stoßen oder
im Blickfeld sind, weiterhin auch in der Bundesliga ständig
beweisen. Dagegen hätten Akteure wie etwa Lukas Podolski einen
Bonus. `Die Spieler, die in den vergangenen zwei Jahren dabei
waren, kennen wir in- und auswendig. Da ist unser Maßstab die
Nationalmannschaft´, erklärte Löw, der deshalb Podolski trotz
dessen Reservisten-Dasein bei Bayern München zum wiederholten Male
eine Stammplatzgarantie ausstellte: `Er hat in zwei
EM-Qualifikationsspielen fünf Tore gemacht. Wir sind höchst
zufrieden mit ihm.´
Bevor jedoch die Spiele gegen Georgien und die Slowakei für
den 22-Mann-Kader in den Vordergrund rücken, stand für Trainer,
Spieler und Verantwortliche der DFB-Auswahl noch einmal das Thema
Weltmeisterschaft auf dem Programm. Am Dienstagabend spazierten
Michael Ballack und Co. bei der Premiere des Sönke-Wortmann-Films
`Deutschland. Ein Sommermärchen´ in Berlin über den roten Teppich.
Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich angesagt.
Für Löw war das noch einmal eine `schöne Abwechslung und eine
schöne Erinnerung´, bevor wieder Alltag angesagt ist. Doch schon
jetzt habe seine Mannschaft gezeigt, `dass wir nach der WM mental
den Hebel umlegen konnten. Die Spieler haben sich sehr konzentriert
auf die Knochenmühle EM-Qualifikation eingestellt. Unser Blick ist
nach vorne gerichtet.´

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