Der Jubel sprach Bände. Doch gleich nach dem Jubel hatten sich die RWE-Akteure bereits wieder gesammelt und gaben sich trotz aller Erleichterung betont nüchtern.

BVB II - RWE

"Neun Punkte wären richtig gut"

Krystian Wozniak / Aaron Knopp
05. Dezember 2011, 14:22 Uhr

Der Jubel sprach Bände. Doch gleich nach dem Jubel hatten sich die RWE-Akteure bereits wieder gesammelt und gaben sich trotz aller Erleichterung betont nüchtern.

„Ich denke, dass der Sieg gegen Schalke sowohl für die Motivation als auch das Selbstvertrauen unglaublich wichtig war. Das hat man in Dortmund von der ersten Sekunde an gesehen. Natürlich hat uns auch der Platzverweis irgendwo in die Karten gespielt. Das hat man dann auch bei der letzten Standardsituation und unserem Tor bemerkt“, resümierte RWE-Keeper Dennis Lamczyk, der hinzufügte: „Wir haben Glück gehabt und eine bärenstarke Mannschaftsleistung geboten.“

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Ähnlich sah es Dirk Jasmund. „Ich würde sagen, dass uns die Rote Karte für Le Tallec sehr zugute gekommen ist. Natürlich war es erst komisch, dass die Dortmunder in Unterzahl auf einmal besser gespielt haben. Aber so ein Platzverweis weckt auch neue Kräfte beim dezimierten Team, das plötzlich dann läuferisch besser ist als die Mannschaft in Überzahl. Am Ende haben wir aber die Überzahlsituation doch noch ausgenutzt.“ Trotzdem fordert Jasmund, weiterhin auf dem Teppich zu bleiben. „Es herrscht noch lange kein Friede, Freude, Eierkuchen. Wir haben gerade einmal zwei Spiele gewonnen und vorher richtig einen auf den Deckel bekommen. Jetzt wollen wir die letzten beiden Spiele am besten natürlich auch noch gewinnen und uns dann die Tabelle an Weihnachten anschauen.“

Auf das Tableau wollte Dortmunds Marvin Bakalorz nach dem Spiel nicht schauen. „Unsere fehlende Konstanz ist natürlich nervig. Aber so ist das nunmal in dieser Liga und allen voran bei den U23-Mannschaften.“ Von einem Heimfluch – bisher gelang nur ein Saisonsieg im Stadion Rote Erde – wollte der Jungprofi nichts wissen. „Das ist nicht wahr. Die Presse pusht das immer hoch.“

Terrence Boyd war indessen völlig bedient. „Die Niederlage geht auf meine Kappe. Ich muss vorher die Dinger machen, dann gehen wir hier als klarer Sieger vom Feld“, erklärte der 20-Jährige.

„Wir haben gegen eine der spielstärksten Mannschaften der Liga gewonnen und langsam läuft es wieder richtig gut. Ich hoffe, dass wir jetzt noch eine Serie starten können“ – so viel brachte Essens Stürmer Lukas Lenz noch heraus, ehe Teamkollege Vincent Wagner die Moderation in der Mixed Zone übernahm und kritisch nachfragte.

Wagner: „Wie bewerten Sie Ihre Leistung, Herr Lenz?“ Lenz: „Ich habe gut gearbeitet.“ Wagner: „Deshalb waren Sie auch platt und der Trainer hat Sie nach 75 Minuten ausgewechselt.“ Lenz: „Genau so war das.“ Wagner: „Wann schießen Sie denn Ihr nächstes Tor?“ Lenz: „Nächste Woche zuhause gegen Düsseldorf.“ Wagner: „Das ist doch ein Versprechen. Vielen Dank.“

„Wir haben glücklich gewonnen“, räumte RWE-Kapitän Timo Brauer ein. „Nach dem Platzverweis gegen Dortmund haben wir es versäumt, weiter Fußball zu spielen. Sobald wir den Ball laufen gelassen haben, wurden wir auch gefährlich. Daran müssen wir in den nächsten Spielen anknüpfen, aber das ist auch alles dem Selbstvertrauen geschuldet und das kommt jetzt langsam wieder zurück. Jetzt wollen wir eine kleine Serie starten. Der Trainer hat sich vier Punkte aus den letzten vier Spielen gewünscht. Ich wünsche mir optimistisch neun, denn wir alle streben immer das Perfekte an und wollen uns in jeder Hinsicht verbessern. Vier Punkte wären okay, neun Punkte richtig gut.“

Autor: Krystian Wozniak / Aaron Knopp

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