I’m m a brave heart“ und „I‘m not ashamed of winning“ singt die US-Amerikanerin Kelis in ihrer Single „Brave“. Nadia Raoui will am Freitag gewinnen.

Nadia Raoui ist zurück

Einheizerin vor dem Kampf von Felix Sturm

Desirée Kraczyk
01. Dezember 2011, 14:40 Uhr

I’m m a brave heart“ und „I‘m not ashamed of winning“ singt die US-Amerikanerin Kelis in ihrer Single „Brave“. Nadia Raoui will am Freitag gewinnen.

In der SAP Arena in Mannheim trifft sie auf die Ukrainerin Oksana Romanova. Und Kelis wird die Boxerin aus dem Ruhrgebiet beim Einmarsch in die Arena noch einmal auf diesen Kampf einstimmen.

Die Vorbereitung auf dieses Aufeinandertreffen im Ring ist für Raoui, Weltmeisterin nach Version der Women’s International Boxing Association (WIBA) und Weltranglistenerste der WIBF, optimal verlaufen, abgesehen von einem kleinen Veilchen, das sie sich acht Tage vor dem Kampf im Training eingefangen hat. Davon aber wird am Freitagabend, die 26-Jährige kämpft im Rahmenprogramm von Felix Sturm, der seinen Super-Champion-Titel der WBA gegen den Briten Martin Murray verteidigt, wohl nichts mehr zu sehen sein. Überhaupt macht Raoui einen entspannten Eindruck.

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Ihr Kampfgewicht von 50,8 Kilogramm hat die Hernerin rechtzeitig erreicht und auch die hohen Trainingsbelastungen gut überstanden. Allein in der letzten Woche standen noch einmal zwei Einheiten in der Höhenkammer an, am vergangenen Freitag dann die Generalprobe gegen gleich drei Sparringspartner. „Ich freue mich darauf, meinen Titel zu verteidigen und hoffe, dass dem Publikum mein Stil gefällt“, blickt Raoui voraus.

In der Lanxess Arena in Köln hatte sie im Juni, ebenso im Rahmenprogramm von Felix Sturm, bereits erfolgreich einen Aufbaukampf gegen die Russin Evgeniya Zablotskaya, bestritten. Es war gleichzeitig ihr Comeback nach einer rund 14-monatigen Pause. Nach dem denkwürdigen Kampf gegen Susi Kentikian am 24. April 2010 in Hamburg, den Raoui nach Meinung des Publikums sowie der Experten dominiert hatte, der aber von den Kampfrichtern mit 2:1 aus Sicht von Kentikian gewertet wurde, nahm Raoui erst einmal Abstand vom Boxsport, begann stattdessen eine kaufmännische Ausbildung. „Ich hatte zuvor vier Jahre nur Sport gemacht und habe dann Vollzeit gearbeitet, das war auch eine große Umstellung. Da habe ich gar nicht mehr die Zeit gefunden, überhaupt noch was anderes zu machen“, erklärt Raoui, die aber zugibt: „Ich habe die neue Freizeit auch genossen. Ich kannte es zum Beispiel gar nicht, in Ruhe einkaufen zu können.“

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Die Begeisterung für ihren Sport hat sie aber längst wieder zurückgewonnen – und sich auf dem Weg zu ihrem Comeback professioneller aufgestellt. Mit dem Sportwissenschaftler Dr. Andreas Künkler hat Raoui intensiv an der Kraft und Athletik gearbeitet. Techniktrainer Dirk Kiekhäfer hingegen kennt Raoui bereits seit einigen Jahren. Hinzu kommen noch ein Physiotherapeut, ein Experte in Sachen Sporternährung und natürlich das Management. „Besser könnte es nicht sein“, sagt Raoui.

Über ihre Gegnerin Oksana Romanova hat sie sich freilich ebenso perfekt informiert. „Ich habe sie dieses Jahr live in Dorsten boxen sehen, da hat sie gegen eine gute Freundin von mir gekämpft, und ich habe mit einer weiteren ehemaligen Gegnerin von ihr gesprochen.“ Da kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Und auch für das kommende Jahr hat Raoui schon große Ziele. Die Gürtelsammlung zumindest ist noch nicht komplett. „Am liebsten hätte ich den der WBC“, verrät Raoui. Ihr Vorbild Laila Ali zum Beispiel hat diesen Titel errungen. Jetzt aber konzentriert sie erst mal auf Freitag. Kelis wird sie mit „Brave“ auf den Kampf einstimmen.

Autor: Desirée Kraczyk

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