Bei vielen Favoriten war noch Sand im Getriebe, vor allem der Weltmeister Italien erlebte einen Stotterstart:

Stotterstart der Fußball-Großmächte

03. September 2006, 13:16 Uhr

Bei vielen Favoriten war noch Sand im Getriebe, vor allem der Weltmeister Italien erlebte einen Stotterstart:

Bei vielen Favoriten war noch Sand im Getriebe, vor allem der Weltmeister Italien erlebte einen Stotterstart: Bei den Auftaktspielen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz taten sich die so genannten Fußball-Großmächte schwer gegen die vermeintlichen Außenseiter. Doch während die Niederlande, Tschechien oder Griechenland ihre spielerisch dürftigen Auftritte zumindest schadlos überstanden, steht WM-Champion Italien nach dem 1:1 gegen Litauen vor der Neuauflage des WM-Finals gegen Frankreich am Mittwoch in der Gruppe B bereits unter Druck. `Ich bin enttäuscht. Aber wir haben einen guten Teamgeist gezeigt, mit dem wir optimistisch nach vorne schauen können´, sagte Roberto Donadoni, Trainer der Squadra Azzurra.

Dass der Weltmeister nahezu alles vermissen ließ, was ihn bei der Endrunde in Deutschland ausgezeichnet hatte, konnte der 42-Jährige nur mit der fehlenden Fitness erklären: `Aber das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison kein Wunder.´ Dennoch glaubt Donadoni für das Prestige-Duell gewappnet zu sein. `Ab heute gilt unsere ganze Konzentration dem Spiel am Mittwoch. Frankreich ist definitiv in körperlich besserer Verfassung als wir, aber auch wir werden uns verbessern´, erklärte der Nachfolger von Marcello Lippi. Die Franzosen gehen nach dem 3:0 bei den von Klaus Toppmöller trainierten Georgiern voller Selbstvertrauen in die Partie. `Ein guter Start, aber wir können noch besser spielen´, sagte Trainer Raymond Domenech.

In Griechenland ist Trainer Otto Rehhagel trotz des 1:0-Sieges in Moldawien (Gruppe C) nicht aus der Schusslinie geraten. `Otto, ändere den Kurs!´, forderte die Sportzeitung Athliki Iho, und Sportday titelt: `Rehhagels personelle Entscheidungen schwächen das Team´. Vor allem das Festhalten an den inzwischen in die Jahre gekommenen EM-Helden von 2004 wird Rehhagel vorgeworfen. Die Medien sehen sich in ihrer Kritik bestätigt, da ausgerechnet der für den schwachen Ex-Bremer Angelos Charisteas zur Pause eingewechselte Nikos Lyberopoulos (79.) den Siegtreffer erzielte. Rehhagel selbst hob das Positive heraus: `Das war eines der Spiele, die du nur verlieren kannst. Wir sind siegreich gestartet, und nur das zählt.´ Kein gutes Haar an seinem Team ließ Niederlande-Trainer Marco van Basten nach dem 1:0-Zittersieg in Gruppe G gegen Fußball-Zwerg Luxemburg. `Das war eine Farce´, wetterte der aufgebrachte Bondscoach.

`In der ersten Halbzeit haben wir es mit Fußballspielen versucht, aber das hat nicht funktioniert. Im zweiten Spielabschnitt haben wir es mit langen Bällen versucht, aber auch damit sind wir gescheitert.´ Auch Siegtorschütze Joris Mathijsen, Neuzugang beim Hamburger SV, nahm van Basten von seinem verbalen Rundumschlag nicht aus: `Jeder hat unter seinen Möglichkeiten gespielt. Im Endeffekt können wir noch froh über das Ergebnis sein´, so der ehemalige Weltklasse-Stürmer. Auch auf den deutschen Gruppengegner Tschechien wartet noch viel Arbeit. Das Team um Kapitän Tomas Rosicky mühte sich in Teplice zu einem glücklichen 2:1-Erfolg gegen Wales. Der eingewechselte David Lafata (76., 90.) avancierte mit einem Doppelpack im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Superstar Pavel Nedved zum Matchwinner.

Einen erfreulichen Abend erlebten unterdessen die Bundesliga-Legionäre von Deutschlands übernächstem Qualifikationsgegner Slowakei. Überragender Mann beim überzeugenden 6:1 über Zypern war Marek Mintal vom 1. FC Nürnberg mit zwei Treffern (33., 56.) sowie zwei Torvorlagen. Auch der Wolfsburger Miroslav Karhan (52.) trug sich in die Torschützenliste ein. Auch England wusste beim nie gefährdeten 5:0 gegen Andorra zu überzeugen und setzte sich in der Gruppe E an die Tabellenspitze. `Mit jedem Sieg wird unser Zusammenhalt gestärkt. Ich bin sehr zufrieden´, so Neu-Trainer Steve McClaren. Mittelfeldspieler Owen Hargreaves von Bayern München, der offen mit einem Wechsel zu Manchester United geliebäugelt hatte, bot in Old Trafford eine ordentliche Leistung.

Autor:

Kommentieren