Zwei Klatschen in Höhe von 17:1 und 19:0, zwei Trainer die ein - und ausgewechselt werden, dazu ein besoffener Ordner. In Essen war am Wochenende einiges los.

Essen: Kreisliga kompakt

Über Kantersiege und betrunkene Ordner

Martin Herms
28. November 2011, 18:32 Uhr

Zwei Klatschen in Höhe von 17:1 und 19:0, zwei Trainer die ein - und ausgewechselt werden, dazu ein besoffener Ordner. In Essen war am Wochenende einiges los.

Kreisliga A Essen Nord-West:

Der Aufstiegsfavorit VfB Frohnhausen tritt weiter auf der Stelle. Bei NK Croatia Essen kam das Team von Trainer Issam Said nicht über ein torloses Unentschieden hinaus, sodass der Rückstand auf den Tabellenführer TuS 84/10 Bergeborbeck (1:0 beim FC Karnap) auf drei Zähler angewachsen ist. Said war mit dem Auftritt seiner Schützlinge überhaupt nicht zufrieden: "Die ganze Geschichte hat sich längst zu einem Einstellungsproblem bei meinen Spielern entwickelt. Ich bin tief enttäuscht über die arrogante Art und Weise der Akteure und werde für die nächste Begegnung entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wir haben hohe Ansprüche, die wir so nicht erfüllen können", kritisiert der ehemalige Landesliga-Torhüter. Der Deutsch-Libanese ärgerte sich gleichzeitig über die defensive Spielweise der "Kroaten": "Das war teilweise schon Angsthasen-Fußball, den Croatia geboten hat. Allerdings hatten wir 90 Minuten Zeit, um die Lücke zu finden. Im Angriff waren wir dafür aber viel zu harmlos."

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NKC-Coach Frane Piljic, dessen Team nach zwei Niederlagen in Folge wieder etwas Zählbares auf der Habenseite verbuchen konnte, nahm den Vorwurf seines Trainerkollegen gelassen zur Kenntnis: "Wenn mir die Offensivkräfte des VfB Frohnhausen zur Verfügung stünden, würde ich sogar mit drei Spitzen antreten. Da aber ein Großteil meines Kaders sein erstes Seniorenjahr absolviert, muss ich mein Team gegen einen Gegner wie den VfB anders aufstellen", sagt Piljic. Seine Mannschaft habe die taktischen Vorgaben "hervorragend erfüllt" und "verdientermaßen" einen Punkt erkämpft.

Krause verlängert um ein weiteres Jahr

Ebenfalls ohne Tore endete die Partie zwischen der Zweitvertretung des SuS Haarzopf und den Sportfreunden aus Altenessen, die nach sechs Niederlagen in Folge mal wieder ein Pünktchen einfahren konnten. Die Sportfreunde ließen zudem verlauten, dass man trotz der sportlichen Misere den Fähigkeiten von Dietmar Krause vertraut und verlängerten die Zusammenarbeit mit dem Übungsleiter frühzeitig um ein weiteres Jahr. Krause freut sich über den Zuspruch des Vorstandes und glaubt an ein baldiges Ende der Talfahrt: "Es ist natürlich schön zu wissen, dass die Verantwortlichen in dieser schwierigen Phase zu mir halten. Wenn alle an einem Strang ziehen und das Glück zurückkehrt, wird es wieder aufwärts gehen. Gegen Haarzopf habe ich eine Steigerung in kämpferischer Hinsicht erkennen können", meint Krause.

Wechsel-Wahnsinn in der "Cathoarena"

Eine besonders ereignisreiche Begegnung erlebten die Zuschauer in der Partie zwischen Wacker Bergeborbeck und Al-Arz Libanon. Die Gastgeber gewannen trotz Unterzahl mit 3:2 und versauten damit die Premiere des neuen Al-Arz-Trainers Claudio Fölber. Aufgrund von großen Personalproblemen kamen auf Seiten der Wackeraner sowohl der Trainer als auch sein Assistent zum Einsatz. Das Kuriosum an dieser Maßnahme: Beide wurden sowohl ein - als auch wieder ausgewechselt. Co-Trainer Michael Gregorius betrat in der 88. Minute das Spielfeld und musste nur zwei Minuten später den Platz wieder verlassen: "Wenn man sieben verletzte Spieler in seinen Reihen hat, muss man eben ein wenig zaubern. Ich wollte in der Schlussphase an der Uhr drehen und habe diesen Doppelwechsel vollzogen. Michael hätte wegen einer Rippenverletzung auch nicht mehr als zwei Minuten spielen können", erklärt Übungsleiter Christian Brocks seine unkonventionellen Entscheidungen. So etwas gebe es "eben nur in unserer Cathoarena", scherzte der unfreiwillige Spielertrainer.

Kreisliga A Essen Süd-Ost:

Gegen den FC Kettwig 08 kann man sicher mal verlieren. Wenn man allerdings mit 1:17 unter die Räder gerät, muss wohl mehr oder weniger alles schiefgelaufen sein. Dieses traurige Schicksal ist dem Schlusslicht ESV Frillendorf widerfahren. Es war bereits die dritte Packung in Folge für den Aufsteiger. Angesichts von 35 Gegentreffern in drei Spielen fällt es schwer, einen geeigneten Terminus für die Situation in Frillendorf zu finden. Geschäftsführerin Sabine Michaelis hatte zumindest eine Erklärung für die desaströsen Darbietungen parat: "Uns gehen schlicht und ergreifend die Spieler aus. Inklusive unseres Trainers standen uns gegen Kettwig elf Spieler zur Verfügung. Unser Torwart ist seit einigen Wochen spurlos verschwunden, dazu kommen einige Verletzte", schildert Michaelis und fügt hinzu: "Während des Spiels sind zwei weitere Akteure ausgefallen, sodass wir die Partie mit neun Spielern beenden mussten. Gegen Kettwig geht so etwas natürlich böse aus. Wir müssen uns bis zur Winterpause durchbeißen und in der Pause neue Leute verpflichten", fordert Michaelis.

Unerwarteter Patzer von BW Mintard

Die Kettwiger nutzten die Personalnot der Frillendorfer und schossen sich für die anstehenden Spitzenspiele gegen BW Mintard und den FC Kray II warm. Der Verfolger aus Mintard leistete sich einen unerwarteten Patzer gegen den SV Burgaltendorf II. Die Elf von Trainer Andreas Lüttenberg kam nur zu einem 1:1, nachdem man unter der Woche den FC Kray II bezwingen konnte. Entsprechend frustriert war Lüttenberg über den Patzer seines Teams: "Der Sieg gegen Kray hat nun keinen Wert mehr. Unsere Leistung gegen Burgaltendorf ließ zu wünschen übrig. Wir können sogar froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben", resümiert der Trainer. Bei mittlerweile fünf Zählern Rückstand auf die 08er müsse am nächsten Sonntag ein Sieg her, um den Anschluss zu halten: "Wenn wir noch etwas reißen wollen, müssen wir Kettwig schlagen. Ich bin guter Dinge, da wir alle Mann an Bord haben und gegen Teams aus dem oberen Bereich bisher gut ausgesehen haben".

"Kray kann kommen, wir sind bereit"

Das derzeitige Team der Stunde kommt aus dem Stadtteil Rüttenscheid. Die Sportfreunde 07 feierten durch das 2:1 beim SC Werden-Heidhausen II den dritten Sieg in Folge und setzten sich im Mittelfeld der Tabelle fest. Andreas Garantziotis, Sportlicher Leiter der Sportfreunde, freut sich über den Höhenflug der Becker-Elf: "Wir haben im Moment einen echten Lauf und gewinnen deshalb Spiele wie gegen Werden, die wir zu Beginn der Saison verloren hätten. Jeder kämpft in der Truppe für den anderen. Das macht sich anhand der Resultate bemerkbar", findet Garantziotis. Die gute Form der Rüttenscheider wird am kommenden Sonntag auf eine harte Probe gestellt. Dann gastiert der Tabellenzweite aus Kray an der Veronikastraße. Garantziotis ist vor dieser Aufgabe keinesfalls Angst und Bange: "Wenn bei uns alle fit sind, halten wir mit jedem Gegner mit. Kray kann kommen, wir sind bereit."

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Autor: Martin Herms

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