Der Machtkampf ist bei den Zebras jetzt endgültig eskaliert. Der Aufsichtsrat des MSV Duisburg e.V. hat am Samstagabend den Vereinsvorstand gefeuert.

Machtkampf eskaliert

Aufsichtsrat feuert den Vorstand

26. November 2011, 19:15 Uhr

Der Machtkampf ist bei den Zebras jetzt endgültig eskaliert. Der Aufsichtsrat des MSV Duisburg e.V. hat am Samstagabend den Vereinsvorstand gefeuert.

In einer Presse-Erklärung des Aufsichtsrats heißt es:

„Am Donnerstag, den 24.11.2011 wurde in einem Gespräch der Vorstandsvorsitzende des MSV Duisburg, Herr Dieter Steffen vom Aufsichtsrat, vertreten durch Hans-Werner Tomalak und Udo Kirmse informiert, dass der AR keine Basis für eine Zusammenarbeit mit dem Vorstand mehr sieht. Die Gründe sind im Wesentlichen in der Schmutzkampagne des Vorstandes zu sehen, die dieser nach der Abstimmung über Herrn Baer begonnen hat. Ungeachtet der Information von Donnerstag hatte der Vorstand das Recht, einen neuen Kandidaten bis Freitag, 25.11.2011 24:00 Uhr, zu benennen. Dies ist nicht erfolgt, so dass der AR nun satzungsgemäß die Möglichkeit hat, einen neuen Vorstand zu benennen. Der AR hat entschieden, Anfang Dezember 2011 einen neuen Vorstand zu wählen und vorzustellen. Die angekündigte Abstimmung auf der Jahreshauptversammlung ist gemäß Satzung nicht möglich, dass Recht auf Wahl eines Vorstandes steht ausschließlich dem e.V. Aufsichtsrat zu. Für nicht mehr amtierende Vorstandsmitglieder gelten keine Sonderrechte, das Recht auf Meinungsäußerung ist im Rahmen der Tagesordnung für alle Mitglieder gleich. Der aktuelle Vorstand ist bis zur Neuwahl weiterhin im Amt.“

Für Steffen ist diese Mitteilung ein Schlag ins Gesicht. „Ich kann diese Reaktion des Aufsichtsrats nicht nachvollziehen, denn Stephan Bock und ich haben einen Kandidaten benannt und diesen auch den Verantwortlichen mitgeteilt. Also stimmt der Vorwurf, dass wir niemanden nominiert haben, nicht.“

Dass Steffen nach der Ablehnung des Stadtwerke-Chefs Dr. Edmund Baer eine „Schmutzkampagne“ losgetreten haben soll, lässt er sich ebenfalls nicht gefallen. „Die Ablehnung des Herrn Baer ist die Kampagne. Alleine diese Entscheidung ist schon eine schmutzige Inszenierung gewesen, um mich einfach nur aus dem Amt zu hebeln.“

Nach RS-Informationen haben sich die Gespräche mit dem Hamburger Unternehmer Jürgen Uhlemann zerschlagen. Und weil Tomalak und Co. Baer bereits vor den Kopf gestoßen haben, steht momentan wohl auch kein Duisburger Kandidat zur Verfügung. Gut möglich, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsposten nun mit eigenen Leuten besetzt. Allen voran dürften der im Oktober plötzlich zurückgetretene Thomas Kretschmer, sowie Aufsichtsrats-Vize-Boss Robert Philipps und Aufsichtsratsmitglied Markus Räuber von ihren Kollegen für die Vorstandsarbeit benannt werden.

Sollte es so kommen, würde sich Steffen in seiner ersten Vermutung bestätigt sehen: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass es offensichtlich geplant ist, uns rauszuwerfen. Es handelt sich bei der ganzen Sache ausschließlich um Machtspielchen.“

Wie in der Presseerklärung verlautet, will der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am 6. Dezember bereits einen neuen Vorstand wählen. „Ich bin da aber anderer Rechtsauffassung“, will sich Steffen zur Wehr setzen und bis zur Mitgliederversammlung am 19. Dezember um seinen Job und gegen die „Intrigen“ kämpfen. Am Montag werden Steffen und Bock zu einer Pressekonferenz laden und ihre weitere Strategie verkünden.

Fest steht aber schon jetzt, dass der Verein, der gerade im administrativen und wirtschaftlichen Bereich durch die Lizenzauflagen ganz andere Sorgen hat, durch diese selbstinszenierte Schmierenkomödie Schaden nimmt.

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