Die Sportfreunde Altenessen 18 haben das Gewinnen verlernt. Gegen Wacker Bergeborbeck setzte es die sechste Pleite in Folge. Jetzt drohen personelle Konsequenzen.

Essen: Kreisliga kompakt

Panik in Altenessen! Krause greift durch

Martin Herms
14. November 2011, 18:18 Uhr

Die Sportfreunde Altenessen 18 haben das Gewinnen verlernt. Gegen Wacker Bergeborbeck setzte es die sechste Pleite in Folge. Jetzt drohen personelle Konsequenzen.

Kreisliga A Essen Nord-West:

So stellt man sich ein echtes Spitzenspiel vor! Die Sportfreunde Katernberg und der VfB Frohnhausen trennten sich in einer temporeichen und dramatischen Partie mit 3:3. Bis Mitte der zweiten Halbzeit sah es am altehrwürdigen Lindenbruch nach einem deutlichen Heimsieg der Gastgeber aus, die dank eines Dreierpacks von Daniel Benli mit 3:0 in Front lagen. Der Tabellenführer bewies jedoch große Moral und erkämpfte sich zumindest einen Punkt. "Ich muss meinen Jungs ein Kompliment machen, da sich niemand aufgegeben hat. Wir waren gegen Spielende konditionell überlegen und hätten wohl gewonnen, wenn das Spiel noch einige Minuten länger gedauert hätte", resümiert VfB-Trainer Issam Said, der bis zu 60. Minute "die schwächste Saisonleistung" seiner Elf sah: "Ich habe mein Team bis zu diesem Zeitpunkt nicht wiedererkannt. Erst durch die Einwechslung von Basar Baylar, der aus beruflichen Gründen erst nach Anpfiff erscheinen konnte, kam Schwung in unser Angriffsspiel."
Katernberg muss dem Anfangstempo Tribut zollen

Katernbergs Übungsleiter Christian Rolnik wusste dagegen nicht, ob er sich über den vergebenen Sieg ärgern oder über die starke Leistung seiner Schützlinge freuen sollte: "Es tut mir mächtig Leid für meine Spieler, die wirklich alles gegeben haben. Wir mussten in den letzten 20 Minuten unserem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Frohnhausen steht nicht umsonst oben. Wer eine solche Qualität auf der Bank hat, steigt normalerweise auf", meint der gebürtige Pole.

Krause kündigt personelle Konsequenzen an

Derweil spitzt sich die Krise bei den Sportfreunden Altenessen 18 immer weiter zu. Der ehemalige Tabellenführer unterlag bei Wacker Bergeborbeck mit 1:2. Es war die sechste Niederlage in Folge für das Team von Trainer Dietmar Krause, der im Anschluss personelle Konsequenzen ankündigte: "Die Zeit der großen Worte ist nun endgültig vorbei. Wir müssen auf die Leistung einiger Spieler reagieren, denn auf diese Art und Weise geht es nicht mehr weiter. Am kommenden Dienstag wird es eine Vorstandssitzung geben, in der wir über die Zukunft einiger Akteure entscheiden werden", berichtet Krause.

18-Coach stellt die Charakterfrage

Besonders enttäuscht ist der Coach von der Einstellung seiner Mannschaft: "Wir spielen gegen den Abstieg und das haben einige einfach nicht verstanden. Was wir in Bergeborbeck abgeliefert haben, war eine absolute Frechheit. Einige Trikots hätten überhaupt nicht gewaschen werden müssen. Wacker hat uns schlicht und ergreifend niedergekämpft, sodass die Niederlage in Ordnung geht", betont der ehemalige Landesliga-Kicker der Altenessener. An einen Rücktritt von seinem Trainer-Posten habe er jedoch zu keinem Zeitpunkt gedacht: "Ich bin ein Kämpfer und werde das auch bleiben. Der Verein steht voll hinter der Ersten Mannschaft, das konnte man auf der jüngsten Jahreshauptversammlung merken. Umso schlimmer, dass es Leute in der Truppe gibt, die nicht bereit sind, sich den Arsch für Altenessen 18 aufzureißen."

Kreisliga A Essen Süd-Ost:

Bei einem 12:0-Sieg von einer gelungenen Revanche zu sprechen, wäre freilich untertrieben. Yurdumspor Essen hat die gesamte Wut des Tabellenführers FC Kettwig 08 für die bisher einzige Saisonniederlage im Hinspiel zu spüren bekommen. Spielertrainer Markus Dymalla, der stolze fünf Treffer erzielte, wollte den Geschehnissen aus dem Hinspiel jedoch keine größere Bedeutung beimessen. "Natürlich wollten wir die Niederlage zum Saisonauftakt vergessen machen. Viel wichtiger war es aber, dass die Mannschaft eine passende Antwort auf die zuletzt schwachen Darbietungen gegeben hat", meint Dymalla.

"Deutliche Worte" nach unerwarteten Punktverlusten

Den unerwarteten Punktverlusten gegen den ESC Rellinghausen II und die Sportfreunde 07 seien "einige deutliche Worte" gegenüber dem Team gefolgt, die sichtlich Gehör gefunden haben: "Wir mussten den Spielern begreiflich machen, dass nicht alles von alleine geht. Das Ganze ist eindeutig eine Einstellungssache. Gegen Yurdumspor haben wir endlich wieder gezeigt, was wir zu leisten im Stande sind. Es hat wieder richtig Spaß gemacht", findet der Angreifer.

Überraschende Pleite für Mintard

Spaß hatten die Kettwiger sicher auch angesichts der überraschenden 0:1-Niederlage von Verfolger Blau-Weiß Mintard bei der Borussia aus Byfang. Die Mülheimer fielen dadurch auf den dritten Rang zurück. Trainer Andreas Lüttenberg spricht von einer "verdienten Niederlage" seiner Schützlinge: "Das frühe Gegentor in der zweiten Spielminute hat uns komplett aus der Bahn geworfen. Die Mannschaft war zwar bemüht, konnte sich aber vor dem gegnerischen Tor nicht entscheidend durchsetzen."

Mintard verspürt keinen Druck

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben könnte eine Schwächephase der Blau-Weißen verheerende Folgen haben. Mit dem FC Kray II, SV Burgaltendorf II und FC Kettwig 08 warten ausschließlich Spitzenspiele auf Mintard. Lüttenberg ist der Meinung, dass seine Elf diesen Partien dennoch entspannt entgegenblicken könne: "Wir verspüren absolut keinen Druck. Den Aufstieg haben wir nie als Ziel ausgegeben. Wir wollen so lange wie möglich oben dranbleiben und in Ruhe schauen, was möglich ist", versichert Lüttenberg.

Nächstes Schützenfest für Eiberg

Ein weiteres Schützenfest gab es bei der Partie zwischen Preußen Eiberg und Schlusslicht ESV Frillendorf zu bestaunen. Die Preußen, die in der Vorwoche durch ein 8:0 über den FSV Kettwig bereits auf sich aufmerksam machten, fegten den Aufsteiger mit einer 11:1-Packung vom heimischen Sachsenring. Andreas Gessner, Geschäftsführer der Eiberger, richtet ein Lob in Richtung des Trainers Ralf Miggenheim, der die Truppe vor vier Wochen übernommen hat: "Der Trainerwechsel hat innerhalb kürzester Zeit Früchte getragen. Ralf schafft es, die Truppe zu motivieren und für den nötigen Spaß zu sorgen. Das spiegelt sich momentan in den Ergebnissen wider", sagt Gessner.

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Autor: Martin Herms

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