Mit einem 0:0 gegen die Niederlande endete das letzte Länderspiel der deutschen Frauen in diesem Jahr. Gegen die schwache, völlig neu formierte Mannschaft konnten die Deutschen nie richtig Druck entwickeln.

Ratlosigkeit bei DFB-Damen nach Nullnummer

tw
15. Oktober 2004, 12:17 Uhr

Mit einem 0:0 gegen die Niederlande endete das letzte Länderspiel der deutschen Frauen in diesem Jahr. Gegen die schwache, völlig neu formierte Mannschaft konnten die Deutschen nie richtig Druck entwickeln.

Mit einem torlosen Unentschieden gegen die Auswahl der Niederlande endete das letzte Länderspiel der deutschen Damen im Jahr 2004. Erst die leidige Personaldebatte um Erfolgstrainerin Tina Theune-Meyer, dann die magere Vorstellung beim 0:0 gegen die Niederlande: Beim amtierenden Weltmeister machte sich nach dem Remis gegen den schwachen Nachbarn Ratlosigkeit breit.

"Wir wollten hier für einen guten Abschluss sorgen, doch das ist uns nicht gelungen", stellte Bundestrainerin Theune-Meyer fest. Das deutsche Team war 90 Minuten überlegen, doch zu selten geriet der schwache Gegner in Gefahr. "Wir haben zu wenig Torchancen herausgearbeitet und im Mittelfeld zu wenig Ideen gehabt", kritisierte die Pastorentochter.

Personaldebatte kein Alibi

Die alles beherrschende Personaldebatte um ihre Person ließ Theune-Meyer nicht als Alibi für ihre Spielerinnen gelten. "Die Mannschaft hat das nicht sonderlich beschäftigt. Mich schon. Aber ich bin wohl selbst schuld daran, schließlich habe ich die Diskussion angestoßen", sagte die 50-Jährige. Am Montag hatte "TTM" erstmals angedeutet, den 2005 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Die DFB-Frauen, die sich nach zehn Siegen und drei Niederlagen erstmals im laufenden Jahr mit einem Unentschieden begnügen mussten, gaben sich professionell: "Die Diskussion um ihre Zukunft hat uns nicht belastet. Wir haben bis zur EM klare Verhältnisse. Das ist gut so", sagte Spielführerin Birgit Prinz, die vor der Partie als "Spielerin des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Rottenberg im "Hunderter-Klub"

Auch Torhüterin Silke Rottenberg sah keine ursächliche Verbindung zwischen der Personaldebatte und dem schlechten Spiel: "Es hat heute einfach nicht gepasst. Die erste Halbzeit ging noch einigermaßen, im zweiten Durchgang gelang nichts mehr", sagte die Torhüterin, die in Berlin ihr 101. Länderspiel bestritt und für die Aufnahme im "Hunderter-Klub" geehrt wurde.

Eine Trennung von Theune-Meyer nach der Europameisterschaft im Juni in England würde die Torhüterin bedauern: "Das wäre schade. Ich arbeite gerne mit ihr zusammen." Gleichzeitig zeigte die Duisburgerin aber auch Verständnis für die Amtsmüdigkeit ihrer langjährigen Trainerin: "Wenn sie beschließt, etwas anderes zu machen, dann werde ich das akzeptieren. Schließlich ist das ihr gutes Recht."

Hartnäckig hielt sich auch das Gerücht, Theune-Meyer wolle gern bis zur WM 2007 in China weiterarbeiten und habe mit ihren Äußerungen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nur provozieren wollen. Angeblich denkt man beim DFB über personelle Alternativen nach. "Ich glaube nicht, dass sie geblufft hat. Sie hat kein Pokerface", meinte Manager Siegfried Dietrich vom 1. FFC Frankfurt, der "TTM" seit Jahren gut kennt.

Länderspielpause kommt gerade recht

Nach dem missglückten Schlussakkord kommt den deutschen Frauen die dreimonatige Länderspielpause gerade recht. Anschließend startet die Vorbereitungszeit auf die EM. "Da haben wir nur wenig Zeit, da die Endrunde direkt nach dem Pokalfinale in Berlin startet", erklärte die "Noch-Trainerin". Mit Turnier-Teilnahmen in China und an der portugiesischen Algarve will sich die DFB-Mannschaft die nötige Form holen - um sicherlich auch die "Krise von Berlin" vergessen zu machen.

Autor: tw

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